Der SuS Oberaden hat ein großes Ziel und das ist die Bezirksliga. Um den Aufstieg realisieren zu können, wird der Kader verstärkt. © Goldstein
Fußball

Die rechte Klebe ist noch da: D-Liga-Bomber will beim SuS Oberaden aber lieber die Stürmer füttern

Tobias Ceviker ist neu beim SuS Oberaden. Sein Wechsel überrascht, schließlich spielte er zuletzt in der Kreisliga D. Den älteren Spielern gönnt er gerne den Vortritt - aber nur im Sturm.

Tobias Ceviker wollte mal wieder ein vernünftiges sportliches Ziel verfolgen, statt nur in den tiefen Kreisligen herumzutingeln. Der gelernte Stürmer wechselt im Sommer aus der dritten Mannschaft des Kamener SC zum ambitionierten A-Ligisten SuS Oberaden. Dort soll er aber nicht in erster Linie für Tore sorgen, wie er verrät.

Beim Kamener SC hat er vor zwei Jahren mit Freunden die dritte Mannschaft gegründet. Gleich in der ersten Saison schaffte das Team den Aufstieg in die Kreisliga C und profitierte dabei auch von der Aufstiegsregelung in der Corona-Saison 2019/20, in der der KSC III als Tabellenzweiter direkt aufstieg. In 13 Spielen traf Ceviker acht Mal.

Für Tobias Ceviker und Peter Sokol kam nur der SuS Oberaden infrage

In der inzwischen annullierten Saison kam Ceviker aber nicht mehr zum Einsatz. „Ich habe letztes Jahr die Schuhe an den Nagel gehängt“, sagt er im Gespräch mit der Sportredaktion. Die dritte Mannschaft des KSC verliere noch mehr Spieler: „Da gehen einige weg, widmen sich anderen Sportarten oder wechseln den Verein.“ Der KSC buhlte auch um einen Wechsel von Ceviker – von der Dritten in die Erste. „Aber das wollte ich nicht. Es hat einfach nicht so gepasst“, erklärt Ceviker.

Tobias Ceviker wechselt vom Kamener SC III zurück zu seinem Heimatverein SuS Oberaden. © SuS © SuS

Stattdessen hat er sich für einen Wechsel zum SuS Oberaden entschieden. „Ich hatte jetzt wieder richtig Bock. Deshalb habe ich mich mit Birol (Dereli, Trainer SuS Oberaden, Anm. d. Red.) zusammengesetzt und konnte mich mit der Oberadener Philosophie gut identifizieren“, sagt Ceviker, für den und dessen Kumpel Peter Sokol nur der Bergkamener A-Ligist für einen Wechsel infrage kam. „Ich bin in Oberaden groß geworden, habe hier schon bei den Mini-Kickern angefangen“, so der 25-Jährige und kenne auch einige meiner Mitspieler noch von früher.“

Kreisliga-Bomber fühlt sich inzwischen als Mittelfeld-Stratege wohler

Nach seiner Zeit beim SuS verschlug es Tobias Ceviker in der Jugend zu RW Ahlen und später sogar nach Münster – zum Bundesligisten Preußen. Warum hat es nicht für den großen Wurf gereicht, hätte für Ceviker doch durchaus eine Karriere in der Westfalen- oder Oberliga drin sein können? „Na klar, man rechnet sich schon was aus, aber ich hatte damals auch Probleme in der Schule. Ich war sechsmal pro Woche in Münster beim Training und immer erst um 23 Uhr zu Hause“, sagt der Oberadener. „Ich habe mich dann also für die Schule und meine Freunde entschieden und bereue es auch nicht.“

In Münster, sagt Ceviker, sei er dann auch umgeschult worden – vom Stürmer zum Mittelfeld-Strategen: „In Kamen habe ich zuletzt wieder in der Spitze gespielt. In der Kreisliga D ist das Toreschießen ja auch leichter. Aber ich fühle mich inzwischen auf der Sechs oder auf der Zehn viel wohler. Das Bälleverteilen macht mir mehr Spaß.“

Michael Krakala – ein guter Ersatz für Erkan Baslarli und Martin Herbort

Als Bälleverteiler plant auch Birol Dereli seinen neuen Mann ein. „Er meinte zu mir, dass der SuS da Bedarf hat“, so Ceviker. Bei seiner Zusage für den SuS waren aber auch Erkan Baslarli und Martin Herbort noch Stürmer beim SuS. Beide sind im Sommer nicht mehr da. Wenn also Not am Mann im Sturm sein sollte, dann, sagt Ceviker, stellt er sich auch gerne wieder auf den Pin: „Selbstverständlich, meine rechte Klebe ist immer noch da.“

In Michael Krakala, der schon mit Manuel Neuer zusammengespielt hat, hat der SuS laut Ceviker auch einen guten Ersatz für die beiden Abgänge gefunden. „Ich kenne Kraki noch nicht persönlich. Aber man liest viel über ihn. Ich glaube, er ist ein richtig Guter. Ich gönne ihm den Vortritt im Sturm und will ihn mit Vorlagen füttern.“

Über den Autor
Volontär
Jahrgang 1992. Geboren und aufgewachsen in Unna. Kennt den Kreis Unna wie seine Westentasche, hat in seinem Leben aber noch nie eine Weste getragen. Wollte schon als Kind Sportreporter werden und schreibt seit 2019 für Lensing Media über lokale Themen - auch über die Kreisgrenzen hinaus.
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