Amelie Koppenberg reitet im Juli vor zehntausenden Zuschauern beim CHIO Aachen

hzReiten

Eine Obercastroper Reiterin beim größten deutschen Reitturnier: Amelie Koppenberg nimmt im Juli am CHIO in Aachen teil. Dabei sollte sie bei der Qualifikation schon eigentlich nicht starten.

Obercastrop

, 19.06.2019 / Lesedauer: 3 min

Für die 23-jährige Amelie Koppenberg geht ein Traum in Erfüllung. Die Reiterin der RG Obercastrop hat sich beim Pfingstturnier in Wiesbaden für das Finale des U25-Springpokals qualifiziert, der im Juli beim CHIO in Aachen ausgetragen wird. Dabei sollte sie zunächst beim Pfingstturnier gar nicht starten.

„Ich war eigentlich nur als erste Reserve eingeplant. Mein Ziel war es, mit meinem neuen Pferd erst im nächsten Jahr an einer Qualifikation teilzunehmen. Ich hatte gar nicht damit gerechnet, noch in das Feld reinzurutschen“, sagt Amelie Koppenberg. Doch wenige Tage vor dem Pfingstturnier bekam die 23-Jährige Bescheid, dass sie doch in Wiesbaden reiten dürfe.

Das tat sie und wurde Dritte in einer S***-Springprüfung auf ihrem neuen Pferd Fuegro Negro. „Dass es so endet, damit hat keiner gerechnet, das war echt der Wahnsinn“, so Amelie Koppenberg.

Pferd Fuegro Negro war diese Höhe noch nie gesprungen

Seit Ende April steht der neunjährige Wallach Fuegro Negro in ihrem Stall. „Wir sind eigentlich noch nicht so aufeinander abgestimmt und er ist zuvor auch noch nicht so hoch gesprungen“, sagt die 23-Jährige. Fuegro Negro sprang zuvor nur bei S*-Springen, also bis zu einer Höhe von 1,40 Meter. Nun musste er in Wiesbaden aber letztlich sogar 1,50 Meter hoch springen. „Wir wussten, dass es ein Pferd mit viel Vermögen ist, aber dass es so schnell so gut klappt, damit hat niemand gerechnet“, erklärt die Reiterin der RG Obercastrop.

Zumal Amelie Koppenberg in den vergangenen Monaten aufgrund eines privaten Schicksalsschlags nur wenige Turniere geritten ist. „Der Bundestrainer sagte damals auch, dass mir die Routine fehle. Anders als bei den anderen, die das ganze Jahr und den Winter durchritten“, so Koppenberg.

Viel Zeit für die Arbeit mit den Pferden dank Fernstudium

Seit sie fünf Jahre alt ist, reitet die heute 23-Jährige. Mittlerweile bestimmt der Reitsport ihr Leben. Täglich ist sie für mehrere Stunden am Stall. Amelie Koppenberg kam es daher entgegen, dass sie Sport- und Businessmanagement per Fernstudium am IST in Düsseldorf studieren kann. „Sonst wäre das alles zeitlich gar nicht möglich“, so die Reiterin der RG Obercastrop.

Eigentlich stammt Amelie Koppenberg aus Herne, doch schon seit vielen Jahren ist Castrop-Rauxel ihre Heimat im Reitsport. An einem Gestüt in Bladenhorst hat ihre Familie sogar eine eigene Box sowie einen Springplatz.

Jetzt lesen

Dort übt die 23-Jährige für ihre großen Auftritte beim CHIO in Aachen. Von Aufregung ist bei ihr nichts zu spüren. „Ich bin noch nie vor so vielen Zuschauern geritten, aber eigentlich bin ich sehr nervenstark“, sagt Amelie Koppenberg. Vielleicht kommt ihr das beim Wettbewerb vor bis zu 40.000 Zuschauern auch entgegen.

Schlagworte:
Lesen Sie jetzt
Halterner Zeitung Reiten

Jörg Schultz ist der Chef der Parcours

Er fährt von Turnier zu Turnier und baut die Parcours der Springreiter auf. Jörg Schultz ist Parcourschef. Wir haben ihn bei seiner Arbeit beim Turnier in Obercastrop begleitet.

Lesen Sie jetzt