Beim Post SV fehlt der Nachwuchs - steht der Verein vor dem Aus?

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Die Mitgliederzahlen des Post SV sind nicht berauschend, aber stabil. Dennoch fehlt der Nachwuchs. Irgendwann könnte der Verein daher aussterben. Hoffnung geben jedoch die Damen.

Obercastrop

, 03.02.2020, 15:05 Uhr / Lesedauer: 2 min

Nach Jahren sinkender Mitgliederzahlen bewegt sich der Post SV seit vier Jahren auf konstantem Niveau. Doch Nachwuchs für den Tischtennisverein aus Obercastrop ist derzeit nicht in Sicht. Quo vadis, Post SV?

Im Jahr 2013 waren es noch 105 Mitglieder. 2015 sank der Wert erstmals unter 100. Dem Post SV gehörten noch 91 Menschen an. Seit 2016 (72) sind die Mitgliederzahlen recht stabil. Derzeit sind es 74.

Auch die sportlichen Hochzeiten scheinen vorbei zu sein - zumindest bei den Herren. Derzeit steht der Post SV auf dem drittletzten Bezirksklassenrang, müsste also in der Relegation um den Klassenverbleib spielen. „Das ist noch handhabbar“, sagt der Vorsitzende und Mitspieler Wolfgang Schmidt: „Ich gehe nicht davon aus, dass wir absteigen.“

Früher Nummer eins in der Stadt

Aber in die andere Richtung wird es in absehbarer Zeit auch nicht gehen. „Die Bezirksklasse ist für uns das Maß der Dinge, mehr ist nicht drin“, so Schmidt. Vorbei also die großen Zeiten, als sich die Postler noch regelmäßig in der Landesliga mit der DJK Roland Rauxel duellierten. Zeitweise überflügelten die Obercastroper sogar die Rauxeler Konkurrenz und spielten in der Verbandsliga, wohin es Roland bislang noch nie geschafft hat. Das war Mitte der 1990er-Jahre, als die Damen sogar in der Regionalliga am Ball waren.

Von einst sechs Herren-Mannschaften sind nur noch zwei geblieben. In der Kreisliga duelliert sich der Post SV II mit dem Roland Rauxel IV. Nachwuchs-Mannschaften im Ligabetrieb - wie einstmals - sucht man derzeit vergeblich bei den Postlern. Lediglich eine Hand voll Kinder fände derzeit den Weg in die Turnhalle der Elisabeth-Grundschule, so Schmidt.

Strukturelles Problem beim Nachwuchs

„Beim Nachwuchs haben wir ein strukturelles Problem“, sagt der Ex-Vorsitzende Heinz-Günter Hiller, „da ist nicht genug, worauf wir aufbauen könnten. Uns fehlen die Kapazitäten, um mehr Trainingseinheiten an den Nachmittagen anbieten zu können. Viele unserer Mitglieder sind ja noch berufstätig.“ Eine Werbeaktion, um Nachwuchs anzulocken - wie Roland Rauxels Mini-Meisterschaften – könnte funktionieren. „Aber uns fehlt die Man-Power, um so etwas zu stemmen“, sagt Schmidt.

Aus der Jugend kommt auf absehbare Zeit keine Verstärkung. Und Wechselkandidaten Richtung Post SV gab es vor dem Rückrundenstart auch nicht. Die Herren müssen sich also allein aus dem Abstiegsstrudel retten. „Wenn wir komplett sind, dann können wir auch oben mitspielen“, sagt Hiller, „aber es fehlt öfter mal einer. Der sportliche Aspekt steht nicht mehr so sehr im Mittelpunkt wie früher.“

Post-Damen sind Aushängeschild

So sind die Post-Damen um Kapitänin Nicola Schuchardt derzeit das Aushängeschild des Vereins. Das Verbandsligateam kann zwar ebenfalls keinen Nachwuchs vorweisen, schwimmt aber nach einer holprigen Aufstiegsrelegation nun wieder im sicheren Verbandsliga-Mittelfeld mit. Dies liegt wohl am Geschick von Nicola Schuchardt. „Nicola schafft es immer wieder eine Mannschaft zusammen zu bekommen“, so Hiller. „Mit ihren Kontakten schafft sie es auch Spielerinnen zum Post SV zu holen.“ Zur Rückrunde kehrte die Ex-Postlerin Kerstin Wolters zurück.

Der Post SV hatte als ehemaliger Behördensporverein mal über 300 Mitglieder in verschiedenen Sparten. Zuletzt machten die Schützen dicht, es blieben allein die Tischtennisspieler übrig. Doch auch die letzte Sparte könnte irgendwann mal aussterben.

Könnte eine Fusion mit Roland Rauxel die Lösung sein? „Davon habe ich 20 Jahre geredet, jetzt mische ich mich da nicht mehr ein“, sagt Hiller und fügt mit einem Lachen hinzu: „Aber so bekämen die Rauxeler auf einen Schlag eine zweite Halle dazu.“

Zur Sache

Trainingszeiten

  • Trainiert wird in der Sporthalle der Elisabeth-Grundschule in Obercastrop, Elisabethstraße 1.
  • Die Zeiten: dienstags von 19 bis 22 Uhr und donnerstags von 19.30 bis 22 Uhr.
  • Infos unter Tel. (0175) 7244711.
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