Bernd Ochmann - Ex-Profi, Beamter und Tennis-Aufsteiger

Sportlerporträt

CASTROP-RAUXEL Er war Fußball-Profi, wurde später Beamter und viele Jahre später erfolgreicher Tennisspieler: Bernd Ochmann. Fast wäre er mit den Herren 55 vom TuS Ickern in die Westfalenliga aufgestiegen. Ein Porträt.

von Von Jörg Laumann

, 02.07.2009, 18:10 Uhr / Lesedauer: 2 min

Vom aktiven Fußballgeschehen hat sich Ochmann heute verabschiedet. Noch bis vor sieben Jahren lief er mit bekannten Kollegen wie Amand Theis oder Marcel Raducanu in der Traditionself von Borussia Dortmund auf. Ochmann hat jedoch nie im regulären Spielbetrieb die Stiefel für den BVB geschnürt.

Die Brücke zu den Schwarz-Gelben wurde über seine Zeit bei Viktoria Köln geschlagen, für die der Castrop-Rauxeler ab 1979 in der 2. Bundesliga auflief. "Mein Mitspieler Burkhard Segler war vom BVB nach Köln gekommen", berichtet Ochmann. "Er hat dann später den Kontakt hergestellt, als für die Traditionself jüngere Spieler gesucht wurden."180 Zweitliga-Spiele, 60 Tore

Auch ohne den BVB kann Ochmann eine ansehnliche Bilanz mit über 180 Zweitliga-Spielen und 60 Toren für Viktoria Köln und Westfalia Herne aufweisen. In der 1. Bundesliga kam er ein einziges Mal für RW Essen zum Einsatz. "Ich habe viele Tore erzielt, manchmal aber auch aus drei Metern Entfernung nur die Würstchenbude weggeputzt", erinnert sich der Stürmer. Einen guten Spruch hatte Ochmann auch zu Profifußballzeiten immer auf den Lippen - was an seiner letzten Station beim damaligen Oberligisten RW Oberhausen für den vorzeitigen Abschied sorgte. Nach einem Disput mit Trainer Theo Elting beim Pokalspiel gegen Dortmund flog der Castrop-Rauxeler aus dem Kader, was er in der Rückschau locker nimmt: "Das war der Startschuss zur Beamtenlaufbahn." Seine Verwaltungstätigkeit im Strafvollzug übt Ochmann bis heute aus.

Seit 2001 steht Tennis an erster Stelle Mittlerweile ist das Thema Fußball für den 57-Jährigen, der als Trainer unter anderem Arminia Ickern und die Spvg Schwerin (damals Verbandsliga) betreute, abgehakt. Nur noch als Zuschauer sieht man ihn auf den Plätzen von Viktoria Habinghorst und VfB Habinghorst, für den er einst als junger Spieler selbst in der Landesliga auflief.

Im Vordergrund steht seit 2001 jedoch der Tennissport, den Ochmann ähnlich ehrgeizig betreibt wie einst den Fußball. "Wenn wir auf den Platz gehen, wollen wir auch Erfolg haben", nennt er die Devise der aktuellen Ickerner Herren-55-Mannschaft. "Wir sind ein gutes Team, in dem nicht nur jeder für sich spielt", sagt Ochmann.

Spitzname "Pius" - weil er angeblich aussah wie der Papst

Diese Harmonie lässt sich auch an den Ergebnissen ablesen. Noch bei den Herren 50 stiegen die Ickerner vor drei Jahren aus der Kreisliga auf, eine Altersklasse höher schafften sie den Weg von der Bezirks- bis in die Verbandsliga. Eine Bilanz, die eigentlich keine Fragen offen lässt. Höchstens die nach Ochmanns Spitznamen "Pius", dessen Entstehungsgeschichte der Sportler gewohnt launig nachzeichnet: Eine Nachbarin in Merklinde soll das Erscheinungsbild des jungen Bernd seinerzeit mit dem damaligen Papst Pius XII. verglichen haben. "Der hatte aber eine Glatze, eine Brille und sah auch nicht wirklich gut aus", sagt Ochmann. "Das konnte also gar nicht sein."

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