Björn Schlachzig: „Wir hoffen auf einen indirekten Motivationsschub“

Schweriner KC

Björn Schlachzig, Co-Trainer des Schweriner KC, sieht sein Team nicht in der Krise. Trotz des frühen Ausscheidens im Europa Shield und der Niederlage im Duell mit KV Adler. Er nennt Gründe.

Schwerin

, 08.02.2019, 11:45 Uhr / Lesedauer: 2 min
Björn Schlachzig: „Wir hoffen auf einen indirekten Motivationsschub“

Co-Trainer Björn Schlachzig (r.) will die Saison mit dem Schweriner KC „halbwegs versöhnlich“ zu Ende bringen. Er visiert Tabellenplatz drei an. Der würde sogar eventuell noch Chancen bringen, international dabei zu sein. Wie, hat er uns im Interview erklärt. © Volker Engel

Es läuft nicht rund bei den Korfballern des Schweriner KC. Erst verpasste der SKC das Halbfinale beim Europa Shield im tschechischen Prostejov, danach folgte in der Regionalliga eine knappe Derby-Pleite gegen KV Adler Rauxel. Im Gespräch mit Reporter Marc-André Landsiedel verrät Co-Trainer Björn Schlachzig, wie groß der Frust ist, was Ziele für die kommenden Wochen sind und durch welches Hintertürchen neue Motivation kommen soll.

Mit anderthalb Wochen Abstand: Wie groß ist die Enttäuschung über den 6. Platz beim Europa Shield?

Ein gewisses Maß an Frust ist da. Gerade bei den erfahrenen Spielern, die schon diverse Turniere gespielt haben. Und wenn man weiß, was das Team eigentlich leisten kann.

Jetzt lesen

Sie sind mit einem Sieg in das Turnier gestartet, dann aber eingebrochen. Woran hat es gelegen?

Drei Spiele an zwei Tagen saugen an den Kräften. Wir haben in allen Partien auf die gleiche Start-Acht gesetzt. Das war ein Risiko. Aber wir wollten die Abläufe nicht gefährden. Im zweiten Spiel haben wir in 34 Minuten Spielzeit 20 Treffer erzielt. Damit können wir zufrieden sein. Die 21 Gegentreffer waren aber bitter. Am Ende fehlte dann die Luft.

Am Wochenende folgte eine 16:18-Pleite gegen Adler Rauxel. Steckt der SKC in der Krise?

Nein, Krise würde ich das nicht nennen. Vor der Saison haben sich Lennart Schwirtz und Julian Schittkowski aus dem Leistungs-Bereich zurückgezogen. Das sind zusammen knapp 40 Jahre Korfball-Erfahrung. Die kann man nicht einfach ersetzen. Uns war vor der Saison klar, dass es nicht einfach wird.

Sind Sie trotzdem zufrieden mit der Entwicklung?

Wir haben Björn Kremerskothen, Julian Zill und Henrik Rauhut hochgezogen. Auch bei den Damen halten wir den Konkurrenzkampf durch punktuelle Verstärkung aus der Zweiten hoch. Die jungen Spieler wollten sich beim Shield beweisen, haben aber manchmal unglückliche Entscheidungen getroffen. Diese Erfahrungswerte gehören dazu. Wir können aber mit der Entwicklung zufrieden sein.

Hat die Niederlage im Derby besonders geschmerzt?

Klar, wir wollten das Derby gewinnen. Für mich als Trainer tut die Niederalge aus anderen Gründen weh: Die Mannschaft hat hart gearbeitet, hatte eine geringe Fehlerquote – doch am Ende haben wir unsere Chancen zu oft nicht genutzt. Dazu kamen viele krankheitsbedingten Ausfälle. Johanna Gnutt wird wegen eines Muskelfaserrisses erst wieder im Saisonendspurt mitwirken können. Bei den anderen weiß ich noch nicht, wie es für dieses Wochenende aussieht.

Mit 8:6 Punkten liegt der SKC in der Regionalliga auf Rang vier. Welche Ziele haben Sie diese Saison noch?

Platz eins und zwei – und damit die Playoffs – sind für uns aus eigener Kraft nicht mehr machbar. Am Wochenende gegen Pegasus 1 soll mindestens ein Unentschieden her. Und dann müssen wir die restlichen vier Spiele gewinnen. Wir wollen die Saison halbwegs versöhnlich auf Platz drei beenden – und hoffen auf einen indirekten Motivationsschub.

Und wie soll der aussehen?

Es ist noch nicht spruchreif. Aber es geht das Gerücht um, dass der Shield 2020 in Deutschland ausgetragen wird. Als Veranstalter erhält man einen Startplatz mehr – für den Drittplatzierten. Darauf hoffen wir.

Lesen Sie jetzt