„Gibt keine Alternative!“: Klub fordert Saison-Pause bis ins nächste Jahr

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Ein Team aus Castrop-Rauxel wird Corona-bedingt am Wochenende nicht spielen können. Der Vorsitzende des Klubs hat eine klare Meinung zur aktuellen Lage: Der Fußball muss bis mindestens Ende des Jahres ruhen!

Castrop-Rauxel

, 21.10.2020, 12:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Zuerst hatte sich der FC Frohlinde klar für eine Saison-Unterbrechung ausgesprochen, darauf folgte ein Brief der Verantwortlichen von Victoria Habinghorst an den Verband, die Spielzeit für einige Wochen zu pausieren. Nun positioniert sich der dritte Verein aus Castrop-Rauxel und sagt: Die Saison muss unterbrochen und erst im nächsten Jahr fortgesetzt werden.

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Die erste Mannschaft des FC Castrop-Rauxel ist derzeit nicht von einem Corona-Fall betroffen. Die Bezirksliga-Begegnung gegen Mengede 08/20, die für diesen Sonntag angesetzt war, entfällt dennoch, weil die Dortmunder weniger Glück hatten: Die gesamte Mannschaft inklusive Trainer-Team ist wegen eines positiv Getesteten noch bis zum 27. Oktober in Quarantäne.

„Nur weil wir aktuell keinen Fall haben, sind wir in Zukunft nicht davor geschützt - das sind alles nur Momentaufnahmen und die Situation kann sich jederzeit ändern“, sagt Castrop-Rauxels Vorsitzender Uwe Blase. Er hat eine ganz klare Meinung dazu, wie es im Amateurfußball weitergehen soll.

„Vernunft lässt nichts anderes zu“

„Die Vernunft lässt nichts anderes als einen sofortigen Abbruch zu“, fordert Blase, „und da ist es meiner Einschätzung nach auch notwendig, für einen längeren Zeitraum zu pausieren“. Wie schon Dirk Konisch von Victoria Habinghorst und Frohlindes Vorsitzender Robert Janßen hält Blase es für unverantwortlich, dass weiterhin Fußball gespielt wird.

„Das steht doch vollkommen im Konflikt zu unserem gerade alltäglichen Leben und den Forderungen, die an uns gestellt werden“, beklagt Blase. Es sei schon sehr kurios, dass man sich im Freien nur zu fünft aufhalten dürfe, dann aber mit Elf gegen Elf auf dem Platz stehe.

Uwe Blase vom FC Castrop-Rauxel hat eine klare Meinung zur aktuellen Lage.

Uwe Blase vom FC Castrop-Rauxel hat eine klare Meinung zur aktuellen Lage. © Hermann Klingsieck


Obendrein verschärfe sich in den kommenden Monaten die Kabinen-Situation. „Mal angenommen es regnet in Strömen und ist kalt - sollen wir dann verschwitzt 15 Minuten vor der Kabine warten müssen, weil nicht alle zeitgleich hineindürfen?“, fragt sich Blase, „das ist doch allein praktisch nicht umsetzbar“.

Für ihn gibt es deshalb nur eine vernünftige Lösung: „Man kann die aktuelle Lage nicht anders handhaben, als die Saison bis mindestens nächstes Jahr ruhen zu lassen.“

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Seine Intention: Die Spielordnung erlaubt eine Wertung der Saison, wenn mindestens die Hälfte aller Spiele absolviert würde. „Dann fängt man im März an und spielt vielleicht bis in den Juni hinein“, erklärt der FC-Vorsitzende, „aber wir umgehen die kalte Jahreszeit, in der jetzt auch noch die Erkältungswelle auf uns zukommt.“

Im Frühjahr könne man Besprechungen beispielsweise dann auch wieder im Freien halten. „Aber es ergibt aktuell keinen Sinn, mit aller Macht da durchzupreschen“, sagt Blase. Die Monate im kommenden Jahr böten ausreichend Zeit, um zumindest fünfzig Prozent der Spiele durchzuführen und so ein aussagekräftiges Tabellen-Bild zu erreichen.

Hoffnung auf Fortsetzung im Frühjahr

In dieser Zeit, in der gefühlt halb Nordrhein-Westfalen ein Corona-Hotspot ist, dürfe man kein unnötiges Risiko eingehen. So bleibt die Hoffnung, dass sich das Infektionsgeschehen in den kommenden Monaten beruhigt und die Saison im Frühjahr fortgesetzt wird - eine Wertung der Spielzeit wäre dann immer noch möglich, „das wäre ein gangbarer Weg“ (Blase).

Abschließend lautet sein Appell: „Klar ist ein Abbruch oder eine Unterbrechung bitter, das will kein Verein, wenn es nicht vermeidbar ist - aber es gibt keine Alternative.“

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