Der SV Wacker Obercastrop kämpft gegen negative Einwirkungen von außen

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Den „Hurra-Fußball“ hat der Landesligist SV Wacker Obercastrop abgelegt. Der souveräne Spitzenreiter kämpft allerdings gegen andere Umstände - den negativen Einfluss von außen.

Obercastrop

, 20.12.2019, 14:55 Uhr / Lesedauer: 2 min

Der SV Wacker Obercastrop vereint nach 17 Spielen in der Fußball-Landesliga die beste Offensive und die beste Defensive. 43 Tore stehen 10 Gegentoren gegenüber. Neun Punkte Vorsprung als Spitzenreiter auf den TuS Bövinghausen sprechen eine deutliche Sprache.

Ausruhen können sich die Obercastroper auf diesem Vorsprung aber nicht. Daher warnt Obercastrops Trainer Aytac Uzunoglu auch vor der gestiegenen Erwartungshaltung. Wir sprachen mit dem Coach über sein Fazit nach der ersten Saisonhälfte.

So bewerte ich die erste Hälfte der Saison 2019/20

Wir haben 43 von 51 möglichen Punkten geholt und dabei 14 Siege eingefahren. Das sind natürlich Zahlen, die wir so nicht erwartet haben, und spricht für eine fantastische Mannschaftsleistung. Nach dem holprigen Start mit zwei Niederlagen in den ersten drei Spielen, haben wir sehr intensiv daran gearbeitet, die Ursachen für die durchwachsenen Leistungen zu ergründen und zu beheben. Die Liga hat eine tolle Qualität, jeder Spieltag birgt Überraschungen und zeigt uns, dass wir mindestens eine hundertprozentige Leistung erbringen müssen, um zu gewinnen.

Das lief besonders gut bei uns

Wenn man erfolgreich ist, dann ist es natürlich nicht immer einfach, fokussiert zu bleiben und sich weiterhin auf das wesentliche zu konzentrieren, weil man mit Lob zugeschüttet wird und nicht immer weiß, das alles richtig einzuordnen. Meine Mannschaft hat aber trotzdem weiterhin sehr aufmerksam zugehört und war bestrebt, unseren Fußball auf inhaltlicher Ebene weiterzuentwickeln und taktisch flexibel zu bleiben.
Auf mentaler Ebene wirken wir als Mannschaft deutlich reifer als letzte Saison und auch zu Beginn dieser Saison. Den „Hurra-Fußball“ aus dem letzten Jahr haben wir ein Stück weit abgelegt und spielen ergebnisorientierter.
Besonders hervorzuheben ist auch die Entwicklung, dass sich alle Spieler an der Balleroberung beteiligen und wir in Sachen Kompaktheit extrem zugelegt haben.

Das müssen wir noch verbessern

Wir müssen verstehen, dass man in der Liga das Spiel gegen keinen Gegner durchgehend dominiert und beherrscht. Manchmal erwarten wir zu viel von uns auch bedingt durch die sich gesteigerte Erwartungshaltung von Außen. Dafür ist die Liga einfach zu ausgeglichen.
Teilweise haben wir noch zu lange Phasen in unserem Spiel, wo wir reagieren oder nicht klar und zielstrebig genug sind und ein Stück weit von unserer Spielidee und taktischen Disziplin abrücken.

So verändert sich unser Team in der Winterpause

Jürgen Duah wird uns vorerst nicht mehr zur Verfügung stehen. Er schafft es leider nicht mehr den zeitlichen Aufwand zu betreiben, der erforderlich ist. Das ist unheimlich schade und ein großer Verlust für uns, da er zum einen ein unglaublich guter Fußballer ist und zum anderen als Persönlichkeit, Typ und Teamplayer in der Mannschaft eine Führungsrolle hatte.
Wir werden versuchen, Jürgen Duah eins zu eins zu ersetzen. Christian Mengert wird von Phönix Bochum zu uns kommen. Er ist auch als Innenverteidiger und defensiver Mittelfeldspieler einsetzbar.
Wir versprechen uns von Christian, dass er ähnlich wie Jürgen direkt vorneweg marschiert und mit seiner Erfahrung und seinem Selbstverständnis die Mannschaft nochmal verstärkt.
Bisher sind keine weiteren Zu- und Abgänge geplant.

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Das ist unsere Zielsetzung für das Jahr 2020

Wir bleiben weiterhin demütig und bodenständig und wissen, wo wir herkommen. Der Verein ist weiterhin bestrebt, sich auf Vorstandsebene besser aufzustellen und mitzuwachsen. Die Jugendabteilung hat dieses Jahr einen ordentlichen Weg eingeschlagen. Da gilt es Kontinuität reinzubekommen.
Sportlich werden wir natürlich versuchen, einen ähnlich erfolgreichen Fußball zu spielen wie in der Hinrunde. Es waren viele enge Spiele dabei. Wir wissen aber, dass wir die Messlatte sehr hoch gelegt haben und dass es extrem schwierig werden wird, diese Serie zu wiederholen.
Ohne das große Ziel zu formulieren oder vorzugeben, wollen wir uns jede Woche neu beweisen und die schwierigen Aufgaben meistern. Uns erwarten noch 15 steile Stufen, diese Herausforderung nehmen wir gerne an!

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