Derby entscheidet sich in letzter Minute / Punkt für Wacker

Fußball: Bezirksliga

In der letzten Spielminute war es Arif Secen vorbehalten, das Derby zwischen Frohlinde und Schwerin zu entscheiden. Er erzielte den 3:2-Siegtreffer. Fünf Tore - damit war zur torlosen Halbzeit noch nicht zu rechnen. Wacker Obercastrop und Westfalia Huckarde trennten sich 3:3.

CASTROP-RAUXEL

, 15.03.2015, 17:47 Uhr / Lesedauer: 3 min
Frohlinde (weiß) - Schwerin

Frohlinde (weiß) - Schwerin

Fußball: Bezirksliga 9 FC Frohlinde - Spvg Schwerin 3:2 (0:0)

Zum Schluss war es Derby-Stimmung pur: Nach Secens Siegtreffer für die Frohlinder (5.) gegen Schwerin (14.) kochte förmlich der Kunstrasen an der Brandheide. Die Gäste vom Berg fühlten sich benachteiligt, die Hausherren waren glücklich über drei Punkte.  Der Schweriner Trainer Thomas Faust war richtig sauer, hatte er doch beim Frohlinder 1:1 ein Foul an seinen Torwart gesehen. Faust: „Die hätten sonst nie und nimmer ein Tor geschossen.“

Das Derby, das in der ersten Spielhälfte recht ruhig dahin tuckerte, nahm Fahrt auf. Emotional und verbal. Das war alles nicht nötig, denn lange hatte man nicht solch ein gutes und ausgeglichenes Lokalderby gesehen. Schwerin überraschte. Hinten dicht gestaffelt wusste das Faust-Team die Hausherren ein über das andere Mal mit Kontern zu überraschen. Vor allem der in der Winterpause reaktivierte Chrisowalandis Mavridis beschäftigte die Heimabwehr mehr als es dieser lieb war.

Heftige Debatten

Die Frohlinder hatten in ihren Reihen in Dietrich Liskunov einen dribbelstarken Akteur, der häufig den „Blau-Gelben“ seine Hacken zeigte. War alles gut anzusehen, hüben wie drüben. Torlos ging es in die Pause.  Anton Zupan, ein Schweriner Urgestein und ehemaliger Abwehrexperte, fachsimpelte am Rande: „Früher ging das in den Derbys aber anders zur Sache.“ Das kam noch. 

Nicht von ungefähr traf Mavridis mit einem Kopfballhecht nach einer Ecke von Marcus Hasecke zum Schweriner 1:0 (49.). Frohlinde antwortete mit einem Angriff nach dem nächsten. Bastian Niebert gelang – wie im Hinspiel – das 1:1 (65.). Dieses Tor war der Auslöser für heftige Debatten. Niebert hatte im Fünfmeterraum Keeper Marco Schulz beim Luftduell angegangen.

Schwerin mutig

Das Spiel nahm weiter Fahrt auf. Secen (75.) gelang das 2:1. Die Entscheidung? Nein. Schwerin kam mutig zurück, Mavridis sorgte für das 2:2 (85.). Reklamationen über eine vermeintliche Abseits-Position des Schützen verpufften in der kalten März-Luft. Es war auch keine Zeit. Safa Obi traf für Frohlinde zunächst den Pfosten, vorher vergab Nico Poslednik für Schwerin wieder eine ganz dicke Chance. Dann wurde es für die Schweriner ganz bitter. Secen spritzte in der Nachspieltzeit in eine Flanke und köpfte mit dem 3:2 sein Team ins 3:2.  

TEAMS UND TORE FCF: Schultz, Schultes (46. Moussa), Bemben, Niebert, Hoffmann, Lauth (70. Obi), Wurst, Secen, Liskunov, Kasprzak, Ruffer (53. Matuszak)Spvg: Schulz, Lukat, Reuscheck, Poslednik, Godinho, Sänger, Dapi, Meißner (82. Alanyali), Hasecke, Hipe (67. Foitzik), MavridisTore: 0:1 (49.) Mavridis, 1:1 (65.) Niebert, 2:1 (75.) Secen, 2:2 (85.) Mavridis, 3:2 (90.+2) Secen.

SV Wacker Obercastrop - SV Westfalia Huckarde 3:3 (1:2)

Es ging ganz schlecht los für die Mannschaft von Wacker-Trainer Andreas Köhler. Zuschauer, die sich noch an der Würstchenbude aufhielten, bekamen den 0:1-Treffer der Gäste nicht mit. Trainer Köhler schon: „Es waren gerade 35 Sekunden gespielt, aber das Ding passte auch genau in Winkel.“

Das musste erstmal verdaut werden. Das schnelle Gegentor beim Coach und die Currywürstchen bei den Fans. Die Obercastroper wackelten und hätten teilweise auch schlecht verteidigt, wie es Coach Köhler kritisierte. Doch das wurde besser. Auch nach vorne. Niko Kresic sorgte nach einer halben Stunde für den 1:1 Ausgleich, den Stefan Kitowski und Soufian El Moutaouafik schön vorbereitet hätten, erläuterte Köhler.

Abstiegsplatz verlassen

Das 1:2 (40.) passte dann überhaupt nicht den Kram. Es kam noch schlimmer, Huckarde zog auf 3:1 (55.) davon und unterstrich die These des Übungsleiters von wegen „schlecht verteidigt.“ Der änderte die Taktik und bekam dadurch die Gäste in den Griff. Kresic (65.) gelang der 2:3-Anschluss und Cihangir Sahinli (80.) war aus dem Gewühl heraus zum 3:3 erfolgreich. Obercastrop schien auf der Überholspur. Und auch Köhler, der sich letztendlich auch mit dem Punkt zufrieden gab, sah seine Mannschaft jetzt richtig im Vorteil. Köhler: „Huckarde war fertig, wir hätten durchaus noch gewinnen können.“ Immerhin reichte der Punkt um den Abstiegsplatz zu verlassen.  

TEAM UND TORE Wacker: Scholka, Fritsch, Boudhan (70. Atzeni), Meidenbauer, Kresic, Sahinli, Kitowski, E. Moutaouafik (60. Queder), Biletzke, Backes, Wisnewski (60. Bothe).Tore: 0:1 (1.), 1:1 (30.) Kresic, 1:2 (40.), 1:3 (55.), 2:3 (65.) Kresic, 3:3 (80.) Sahinli.

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