Die Castrop-Rauxeler Clubs interpretieren das FLVW-Umfrage-Ergebnis positiv

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34,2 Prozent der FLVW-Vereine haben in einer Umfrage für eine Saison-Annullierung plädiert. Keine Einzelantwort bekam mehr Zustimmung. Aber die Mehrheit will das nicht, so die heimischen Clubs.

Castrop-Rauxel

, 22.04.2020, 19:45 Uhr / Lesedauer: 2 min

Die Vereine des Fußball- und Leichtathletik-Verbandes Westfalen (FLVW) sprechen sich für den Abbruch der Fußball-Saison 2019/20 aus. Das hat eine Internet-Umfrage unter den Klubs ergeben. Mit dieser Aktion wollte der FLVW ein Meinungsbild abfragen, um dieses bei seiner Entscheidung zu berücksichtigen.

Mehrheit für die Optionen mit Wertung

Gegen seine Fortsetzung der Spielzeit - womöglich im September - stimmten insgesamt 88 Prozent der 1149 Vereine, die an der Umfrage teilnahmen.

Martin Janicki, der Vorsitzende des Landesliga-Spitzenreiters SV Wacker Obercastrop, sagt dazu: „Ich interpretiere das Ergebnis positiv: Eine Saison-Fortsetzung schließen die Vereine aus. Und die Mehrzahl der Clubs will keine Annullierung. Denn die beiden Optionen des Abbruchs mit einer Wertung und Aufsteigern kommen zusammen auf 54,3 Prozent aller abgegeben Stimmen.“

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Die Saison-Annullierung bekam 393 Stimmen. In Summe kommen die Antwortmöglichkeiten mit Saisonwertung aber auf 623 Stimmen. Denn für „Abbruch und aktuellen Tabellenstand werten“ votierten 278 Vereinsvertreter, „Abbruch und Hinrunde werten“ wollten 345 Vereine.

Uwe Blase, der Vorsitzende des FC Castrop-Rauxel, ist ein Befürworter des Saison-Abbruchs mit Wertung.

Uwe Blase, der Vorsitzende des FC Castrop-Rauxel, ist ein Befürworter des Saison-Abbruchs mit Wertung. © Jochen Affeldt

Ebenso interpretiert Uwe Blase, der Vorsitzende des Kreisliga-A-Spitzenreiters FC Castrop-Rauxel, das Umfrage-Ergebnis und meint: „Im Falle von Wacker, uns sowie Eintracht Ickern in der Kreisliga B wäre es zudem letztlich egal, welche Tabelle für die Wertung zurate gezogen wird. In jedem Fall steigen die Mannschaften auf.“

Plädoyer für das Modell der Handballer

Blase ist sich allerdings bewusst, dass das Titelrennen in anderen Ligen enger ist. Hier plädiert der FC-Vorsitzende für eine Lösung, die vergleichbar mit jener im Handball-Sport ist.

Dort bekommen jene Teams, die rechnerisch die Chance hätten, den Spitzenreiter noch einzuholen, eine Aufstiegs-Wildcard. Blase: „Das wäre dann die maximal-gerechte Entscheidung. Dann würde es kaum noch Vereine geben, die sich benachteiligt fühlen.“

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Ebenfalls ein Fan des Modells der Handballer ist Obercastrops Janicki. Er meint: „Wenn das bei uns angewendet würde, wäre das äußerst fair. So wie ich es sehe, würde der TuS Bövinghausen bei solch einer Berechnung mit uns aufsteigen. Und ich fahre lieber in der Westfalenliga zu einem Derby nach Bövinghausen als ins Sauerland.“

Eintracht macht sich Gedanken für den Ernstfall

Kreisliga-B-Spitzenreiter Eintracht Ickern mit dem Vorsitzenden Andreas Foltmann hofft auch auf einen Abbruch mit Wertung der Saison. Der Eintracht-Chef hat für den Fall, dass wider erwarten vom Verband eine Annullierung vorgenommen wird, einen Gedanken: „Wir würden das zumindest rechtlich überprüfen lassen. Dann würden wir Kontakt mit dem SV Wacker und dem FC Castrop-Rauxel aufnehmen, um gegebenenfalls gemeinsam zu agieren.“

Und auch Victoria Habinghorst, Hinrunden-Zweiter der Kreisliga B, würden die Eintrachtler mit ins Boot nehmen wollen.

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