Die Spitzenmannschaft des TC GW Frohlinde bricht auseinander

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Nach zwölf gemeinsamen Jahren gehen die Herren des TC GW Frohlinde getrennte Wege. Die Mannschaft löst sich auf. Eine Wiedervereinigung der Tennisspieler ist aber nicht ausgeschlossen.

Frohlinde

, 03.03.2019, 11:00 Uhr / Lesedauer: 3 min

Eine Ära geht zu Ende. Die Tennis-Herren des TC GW Frohlinde gehen künftig getrennte Wege, im kommenden Sommer tritt die Mannschaft um Spitzenspieler Christoph Hopfe nicht mehr gemeinsam an. Sie blickt zurück auf zwölf gemeinsame Jahre.

„Bei uns war ja bereits länger ein Umbruch geplant“, erläutert GW-Kapitän Endric Hetterscheid, „sobald ein Großteil der Mannschaft das nötige Alter erreicht hat, wollten wir in die Altersklasse Herren 30 wechseln.“ Zur kommenden Freiluftsaison – so sah es der ursprüngliche Plan vor – wollten die Frohlinde aber noch einmal bei den Herren in der Ruhr-Lippe-Liga aufschlagen. Dort waren sie nach ihrem Westfalenliga-Ausflug 2016 und zwei Abstiegen in Folge gelandet.

„Wir wollten also noch eine Saison Herren spielen und währenddessen den jugendlichen Nachwuchs da ran führen“, sagt Hetterscheid, „im Dezember haben mich dann aber einige Hiobsbotschaften erreicht.“

Die Spitzenmannschaft des TC GW Frohlinde bricht auseinander

© Volker Engel


„Bei uns war ja bereits länger ein Umbruch geplant“
(GW-Kapitän Endric Hetterscheid)

Zwar habe man noch versucht, Spieler zu organisieren, bevor die Meldefrist abläuft, aber ihre Anzahl hätte nicht ausgereicht. In der Folge sei die Mannschaft uneins gewesen, wie es weitergehen sollte, erklärt Hetterscheid. So gehe nun jeder seine eigenen Wege.

Ulrich Viefhaus sieht das Ganze weniger dramatisch. „Wenn man über ein Thema spricht, dann muss man auch immer die Gesamtstruktur sehen“, sagt der GW-Vorsitzende. Und im Gesamten stünde der TC GW Frohlinde mit 14 Senioren- und 12 Juniorenmannschaften gut da. Die Herren neu aufzubauen brauche natürlich Zeit. „An das alte Niveau heranzukommen, wird einige Jahre dauern“, so Viefhaus, „einem 16-jährigen Spieler fehlen da rund 14 Jahre Tenniserfahrung.“ Die soll Tim Bollenbach an die Jugend weitergeben, der sowohl weiterhin bei den Herren als nun auch bei den Herren 30 gemeldet ist. Ebenso setzt Viefhaus auf Christoph Hopfe. Der etatmäßige Herren-Spitzenspieler laboriert inzwischen seit einem Jahr an einer Handgelenksverletzung. Viefhaus: „Er trainiert wieder mit dem Wunsch wieder zu spielen.“

Viele Abgänge

Hopfe ist allerdings nicht ganz so optimistisch. „Ich habe über Weihnachten zwei, drei Trainingseinheiten absolviert, die gingen ganz gut.“ Allerdings wird er in den nächsten 18 Monaten ein Traineeprogramm für seinen Arbeitgeber absolvieren, das ihn nach Coburg, Shanghai und Bamberg führt. „Ich bin zwar für die Herren 30 gemeldet, aber es ist fraglich, ob ich im Sommer spielen kann“, so Hopfe, „ich glaube auch nicht, dass ich in zwei Monaten wieder fit bin.“

Der Rest des ehemaligen Herren-Teams kehrt Frohlinde den Rücken. Maik Stubbe geht für ein Auslandssemester nach China. Felix Kircher zieht es zurück in seine Heimat nahe Kaiserslautern. Hetterscheid folgt Arthur Groborz, der bereits im Winter zu den Herren 30 des TC Castrop 06 wechselte. Hetterscheids Schwester Jana führt seit Jahren die Castroper Damen an. Die einzigen Ausnahmen sind Tim Bollenbach und Jan Krüger, der voraussichtlich ebenfalls weiterhin für die GW-Herren aufschlägt.

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Für Krüger (Jahrgang 1990) wären die Herren 30 sowieso keine Option gewesen, ebenso nicht für Maik Stubbe (1995) und Alexander Stolte (2000), der zum TuS Ickern wechselt. Sportlich will man in Frohlinde nun verstärkt auf die Herren 30 setzen. „Ein Großteil der Spieler hat nun mal die Altersgrenze erreicht“, erklärt Viefhaus, „bei den Herren haben sie in der Ruhr-Lippe-Liga zuletzt eine gute Rolle gespielt. Bei den Herren 30 werden sie hoffentlich bald die Erfolge feiern, die sie zuvor bei den Herren gefeiert haben.“ Auch Neu-Verpflichtungen für die Herren 30 kündigte Viefhaus an, ohne jedoch Namen zu nennen.

Eine Zwischenlösung?

Tatsächlich belegten die Frohlinder Herren im vergangenen Sommer den zweiten Platz. Die Herren 30 stiegen aber aus der Ruhr-Lippe-Liga in die Bezirksliga ab und müssen sich also zunächst in die Erfolgsspur zurückkämpfen. „Das ist ein Projekt, das auf ein paar Jahre ausgelegt ist“, sagt Viefhaus. Das lässt erahnen, dass nach dem Abschied, ein Wiedersehen an der Merklinder Straße bereits fest eingeplant ist – auch wenn es keiner so direkt aussprechen mag. „Wir haben es geschafft, zwölf Jahre lang zusammen zu spielen“, erklärt Hetterscheid, „ich hoffe, dass wir alle noch mal zusammen kommen.“ Und Christoph Hopfe sagt: „Wenn ich alles richtig verstanden habe, ist das nur eine Zwischenlösung.“

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