Ein Merklinder Fußballer war beim Landesliga-Derby in der Ferne auf Ballhöhe

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Ein Merklinder Fußballer interessierte sich während seiner Partie sehr für das Landesliga-Derby. Ein Wackeraner hatte zwei Identitäten. Diese und andere Anekdoten in den „Leuten im Sport“.

Castrop-Rauxel

, 02.03.2020, 17:00 Uhr / Lesedauer: 3 min

Bastian Niebert, Fußballer beim SuS Merklinde (Kreisliga A), musste am Sonntag verletzt im Spiel beim FC Frohlinde II (4:0) aussetzen. Am Spielfeldrand an der Brandheide war der Abwehrorganisator quasi „mit einem Ohr“ beim Landesliga-Derby zweier Teams, für die er auch schon selbst spielte: SV Wacker Obercastrop und FC Frohlinde (0:0). Sein Informant war der verletzte FCF-Kicker Marcel Herder, der ihm per Whats-App-Nachrichten Szenen schilderte. Ob der Nachrichten von Torchancen und einer Roten Karte kam Niebert ins Grübeln und fragte: „Soll ich da mal hinfahren?“ Letztlich blieb der SuS-Kicker aber seinem Team als Zuschauer beim Kreisliga-Spiel treu.


Ein Merklinder Fußballer war beim Landesliga-Derby in der Ferne auf Ballhöhe

© Volker Engel

Julian Ucles Martinez, im Landesliga-Derby gegen den FC Frohlinde (0:0) Kapitän des Spitzenreiters SV Wacker Obercastrop, hatte am Sonntag zwei Identitäten. Denn der Spanier, der mit der Rückennummer 8 begonnen hatte, lief ab der 65. Minute mit der Nummer 10 von Goalgetter Elvis Shala (im Heimaturlaub) über den Platz. Den Trikotwechsel musste Ucles Martinez vornehmen, weil er sich in einem Duell mit Kevin Brewko eine stark blutende Lippe eingehandelt hatte – und blutverschmiert nach den Regeln nicht spielen durfte.


Ein Merklinder Fußballer war beim Landesliga-Derby in der Ferne auf Ballhöhe

© Volker Engel

Jimmy Thimm, Trainer der Kreisliga-A-Fußballer des FC Frohlinde II, setzte mit dem Halbzeitpfiff des Spiels gegen den SuS Merklinde (0:4), zu einem Sprint in die Kabine an. Dabei war er nicht etwa auf der Flucht zum Stillen Örtchen. Er klärte es bei seiner Rückkehr auf den Platz kurz vor Wiederanpfiff auf und sagte: „Ich wollte keine Zeit verschwenden und vor meinen Spielern in der Kabine sein. Dort habe ich die Taktiktafel mit den Anweisungen für die zweite Halbzeit eingerichtet.“

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© Jens Lukas

Dietrich Liskunov, Kapitän des Fußball-Landesligisten FC Frohlinde, muss in der Aufregung vor dem Derby wohl seine Schienbeinschoner vergessen haben. Das war dem Schiedsrichter-Team erst nach 25 Minuten aufgefallen – und forderte den Spielführer zu einem Sprint diagonal über den Platz auf. Mit Start an der Eckfahne an der clubheim-fernen Seite und dem Ziel in der Nähe der Kabine. Dort bekam er von einem seiner Teamkameraden auf der Einwechselbank Schienbeinschoner ausgeliehen. So kam es auch, dass nach der Roten Karte gegen Obercastrop auch Frohlinde kurze Zeit in nur zu zehnt agierte.


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© Tobias Weckenbrock

Martin Janicki, Vorsitzender des SV Wacker Obercastrop, trat zum besonderen Anlass beim Landesliga-Derby gegen den FC Frohlinde wieder als Stadionsprecher an. Die Fans wurden vor und während der spannenden Begegnung in der Erin-Kampfbahn mit Informationen versorgt. Der Wacker-Chef hatte also eine ähnliche Aufgabe wie Michael Wurst, der Trainer der Frohlinder. Der war fast zeitgleich als Stadionsprecher des VfL Bochum gut acht Kilometer entfernt im Einsatz. Allerdings vor einer größeren Bühne in der 2. Bundesliga. Auch dort gab es keinen Sieg, beim 4:4 hatte dafür Wurst allerdings „Tore satt“ zu moderieren.


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© Jens Lukas

Michael Wurst, Trainer des Fußball-Landesligisten FC Frohlinde, war vor dem Wochenende genervt, ob einer Empfehlung des Fußball- und Leichtathletik-Verbandes Westfalen (FLVW). Der Verband riet den Mannschaften dazu, wegen des Coronarviruses auf das Shake-Hands vor Anpfiff zu verzichten. Wurst meinte: „Das ist mir zuviel Hysterie. Das nervt mich so sehr, dass ich als Stadionsprecher am Sonntag beim VfL Bochum jedem Zuschauer zur Begrüßung die Hand geben möchte.“ Es ist nicht überliefert, ob der Frohlinde-Coach damit auch wirklich loslegte. Trotz des nicht so attraktiven Gegners SV Sandhausen kamen zum 4:4 im Zweitliga-Duell allerdings immerhin 13.807 Zuschauer in das Stadion an der Castroper Straße – und somit hätte es etliche Hände zum Schütteln gegeben.


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© Jens Lukas

Nassir Malyar, Trainer des Bezirksligisten SF Stuckenbusch, verabschiedete sich mit Paukenschlägen von seinem nunmehr Ex-Arbeitgeber. Stuckenbusch gewann am Sonntag das letzte Spiel unter Malyars Leitung beim BV Rentfort mit 4:3. Das war es aber noch nicht. In der Nachspielzeit (90.+2) sah Malyar die Gelb-Rote Karte, weil er lautstark gefordert hatte, das Spiel endlich abzupfeifen. Folglich wurde es ein richtig farbiger Abschied für den scheidenden Coach.

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