Castrop-Rauxeler Fußballvereine wollen die Rechte an ihren Stadionnamen verkaufen

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In der Fußball-Bundesliga haben fast alle Vereine die Namensrechte ihres Stadions verkauft. Ziehen die Castrop-Rauxeler Klubs bald nach? Zwei Vereine äußerten bei der Stadt ihr Interesse.

Castrop-Rauxel

, 26.11.2019, 16:16 Uhr / Lesedauer: 2 min

Darmas-Kampfbahn (SV Wacker Obercastrop), Wunsch-Pflege-Brandheide (FC Frohlinde) oder das Figaro-Stadion (SG Castrop) - das sind Hirngespinste angelehnt an die Trikotsponsoren der heimischen Fußballvereine. Doch künftig wäre es für die Castrop-Rauxeler Klubs möglich, die Namen ihrer Sportplätze zu vermarkten.

Der Rat der Stadt beschließt am Donnerstag, 28. November, laut Beschlussvorlage, die „Übertragung der Namensrechte auf Sportvereine vertraglich zu regeln“. Damit wären in Zukunft die Vereine verantwortlich für die Vermarktung der Namensrechte. Bislang war es so, dass die Stadt Castrop-Rauxel als Eigentümerin der Sportstätten auch Inhaberin des Namensrechts war. Nach dem Beschluss kann das Namenrecht aber auf die Vereine übertragen werden - allerdings mit einigen Voraussetzungen.

Diese Voraussetzungen müssen die Vereine erfüllen

  • Das Namensübertragungsrecht kann für städtische Sportstätten auf Vereine
    übertragen werden, welche mit der Stadt Castrop-Rauxel einen Pachtvertrag abgeschlossen haben und eigenständig für die Unterhaltung der Sportstätte zuständig sind.
  • In der Namensbezeichnung der Sportanlage dürfen Namen und Marken alkoholischer Getränke, Tabakwaren, sonstiger Suchtmittel sowie jugendgefährdender, sittenwidriger oder ähnlicher Artikel oder Dienstleistungen nicht enthalten sein. Ausgeschlossen ist auch die Benennung nach politischen, religiösen oder weltanschaulichen Organisationen.
  • Die Übertragung des Namensgebungsrechts wird zwischen dem Verein und der Stadt Castrop-Rauxel vertraglich geregelt und ist abhängig von der Laufzeit des Pachtvertrages.
  • Die Stadt Castrop-Rauxel überträgt dem Verein das Recht, mit geeigneten
    Sponsoren Verhandlungen zur Vermarktung des Namensrechts an der Sportanlage zu führen.
  • Sobald der Verein einen geeigneten Sponsor gefunden hat, muss sich der Verein die Zustimmung der Stadt Castrop-Rauxel über die beabsichtigte Namensgebung einholen und den Sponsoring-Vertrag der Stadt offenlegen.
  • Die Einnahmen der Sponsorengelder dürfen ausschließlich für die Unterhaltung der Sportstätte verwendet werden.

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TuS Henrichenburg und FC Frohlinde haben Interesse geäußert

Den Grund, dass das Thema überhaupt in den Betriebausschuss 3 (Bauen, Verkehr und Sport) sowie in den Rat der Stadt kam, begründet die Stadtverwaltung darin, dass ein heimischer Sportverein die Bitte geäußert hätte, „das Namengebungsrecht der genutzten Sportstätte zu vermarkten, um Einnahmen für den Verein zu generieren“, heißt es in der Beschlussvorlage.

Namensrechte

Westfalia Herne als Vorreiter im Fußballkreis

  • Nicht nur in Castrop-Rauxel ist das Thema „Namensrechte“ derzeit aktuell. In Dortmund haben zwei Vereine sogar aktuell ihre Namensrechte verkauft.
  • In der Nachbarstadt Herne hat der Oberligist SC Westfalia Herne eine Vorreiterrolle inne. Im Oktober 2010 verlosten die Herner die Rechte des Stadionnamens, so hieß das Stadion am Schloss Strünkede fortan „TREL RuhrpottArena“.
  • Im Sommer 2018 sicherte sich die Einzelhandelskette Real die Rechte am Stadionnamen, das seitdem den Namen „Real-Arena“ trägt.
  • Interessanter ist die Geschichte hinter dem Stadionnamen bei den Sportfreunden Wanne-Eickel seit dem 1. August 2019.
  • Die Herner spielen im „Livia-Leichner-Stadion“, das allerdings eher unter einem anderen Namen bekannt ist: „Dem Bürgermeister seine Frau ihr Stadion“. Der Herner Bürgermeister Erich Leichner hatte seiner Frau zum 60. Geburtstag für eine vierstellige Summe die Namensrechte gekauft.

Laut Stadtverwaltung seien es sogar zwei Vereine gewesen, die sich für dieses Thema interessiert hätten: der TuS Henrichenburg und der FC Frohlinde. „Wir haben nachgefragt, was wäre, wenn nun ein großer Sponsor auf uns zukomme, der uns den Kunstrasenplatz bezahlt und dafür der Sportplatz nach dem Sponsor benannt wird“, so Michael Fischer, Vorsitzender des TuS Henrichenburg.

Beim FC Frohlinde bereits Thema bei Sponsorengesprächen

Etwas konkreter wird Dirk Werdelmann, beim FC Frohlinde für das Marketing und Sponsoring verantwortlich. „Grundsätzlich haben Sponsoren bei uns ihr Interesse daran bekundet. Es war bei so manchem Sponsorengespräch ein Thema. Daher wollten wir wissen, inwiefern der Verkauf des Namensrechts möglich ist“, so Werdelmann.

Für ihn sei es mittlerweile fast unerlässlich, über diese Möglichkeit nachzudenken. „Vereine müssen ja immer wieder überlegen, wie sie Einnahmen generieren, um den Spielbetrieb aufrechterhalten zu können“, sagt Werdelmann.

Letztlich befürworte er die Voraussetzungen, die die Stadtverwaltung aufgestellt hat. Der Frohlinder Vorstandsmann fügt sogar noch eine Sache hinzu: „Meiner Meinung nach sollten die Sponsoren einen Bezug zu Castrop-Rauxel haben. Zudem sollte es sich um einen langfristigen Vertrag handeln.“

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