Hausaufgaben-Katalog für Spieler - Kontrolle per Videos

hzFußball-Westfalenliga

Der 1. Dezember steht noch wie in Stein gemeißelt als Tag, an dem Amateurfußballer wieder um Punkte spielen dürfen. Dass es so kommt, daran glaubt indes kaum ein Vereins-Verantwortlicher.

Castrop-Rauxel, Obercastrop

, 14.11.2020, 12:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Seit Wochen ruht der Amateur-Sport im Castrop-Rauxeler Raum. Corona-bedingt werden weder Fußballspiele ausgetragen, noch dürfen die Kicker zum Training auf den Platz. Wie schon im Lockdown in der ersten Jahreshälfte gilt es nun wieder vermehrt, sich in Einzelarbeit fitzuhalten.

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Amateurfußball im Jahre 2020 erwartet Steffen Golob nicht mehr. Der Sportliche Leiter und Co-Trainer bei Westfalenligist Wacker Obercastrop kann sich nicht vorstellen, wie Punktspiele realisiert werden sollten ab dem 1. Dezember nach einmonatiger Lockdown-Pause: „Wie soll das gehen? Allein die Verletzungsgefahr bei den Spieler wäre viel zu groß ohne jegliche Vorbereitung und Testspiele.“

Eine realistische Option für die Fortsetzung der Meisterschaft sieht Golob allein ab März 2021. „Wenn wir im Dezember trainieren dürfen, ab März wieder um Punkte gespielt würde, bleibt genug Zeit für eine anständige Vorbereitung. Auch die erste Halbserie könnte dann voll durchgezogen werden, womit 50 Prozent für eine Saison-Wertung erreicht wären. Vorbehaltlich natürlich, dass im März, April und Mai die Corona-Pandemie überhaupt Fußballspiele zulässt“, lautet Golobs Ansicht zur Fortsetzung des Amateurfußball-Spielbetriebs.

„Keine große Gefahr, sich mich Corona zu infizieren“

Wenn die von der Politik verordneten Hygiene-Regeln auf dem Trainingsplatz eingehalten werden, sieht Golob beim Fußball sowohl für Kinder, Jugendliche und Senioren keine große Gefahr, sich mit Corona zu infizieren. „Es spricht nichts dagegen, dass die Spieler in Sportkleidung zum Training kommen, um danach ohne zu duschen wieder ins Auto zu steigen und nach Hause zu fahren.“ Im Gegenteil, es spreche sogar viel dafür, dass sich bei Fußballern das körperliche Wohlbefinden steigern würde durch wieder regelmäßiges Training.

Am Tag der letzten Trainingseinheit vor dem verordneten November-Lockdown hat bei Wacker Obercastrop der Ball geruht - Trainer und Spieler haben lieber darüber geredet, was im November trotzdem getan werden kann, oder sogar muss.

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Chefcoach Aytac Uzunoglu habe dann allen Spielern einen Hausaufgaben-Katalog aufgetragen für die durch Corona erzwungene trainingsfreie Zeit mit Kräftigungs-Übungen und Ausdauer-Intervallen. „Diese Trainingspläne basieren natürlich auf Vertrauen, niemand kontrolliert, ob sich alle Spieler danach richten. Inzwischen haben wir Trainer aber positive Rückmeldungen der Spieler erhalten, die sogar mit Videos ihren Trainingsfleiß dokumentieren“, ist Golob voll des Lobes.

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Was machen eigentlich Torhüter in der Lockdown-Trainingspause? „Zunächst trainieren David Scholka und Nils Gehrmann für sich allein nicht anders als die Feldspieler. Beim ersten Lockdown ist unser Torwart-Trainer David Menke mit jedem Keeper einzeln zusätzlich für ein spezifisches Torwart-Training auf die grüne Wiese gegangen. Mit zwei Leuten ist das ja erlaubt. Ob sie das auch diesmal so handhaben, weiß ich aber nicht.“

Grundsätzlich wünscht sich Wackers Sportliche Leiter Steffen Golob, ob Training oder nicht, Spiele ja oder nein, dass „wir alle gesund bleiben“.

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