Pikanter Wechsel zum Rivalen: Vater muss Ablösesumme für eigenen Sohn verlangen

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Nicht ohne Nebengeräusche geht der Wechsel von Timmo Kantarci innerhalb der Kreisliga A von Eintracht zu Arminia Ickern über die Bühne. Dazu hat auch sein Vater einer Meinung. Dieser gehört dem Eintracht-Vorstand an.

Castrop-Rauxel, Ickern

, 18.11.2020, 18:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Timmo Kantarci wird nach seinem Wechsel vom Kreisliga-A-Aufsteiger Eintracht Ickern künftig das Trikot des Liga-Rivalen Arminia Ickern tragen. Dann kickt er zusammen mit seinem Onkel Fatih Kantarci. Das steht fest. Was nicht jeder weiß: Durch den Vereinswechsel wird die Kantarci-Familie ein Stück weit auseinandergerissen.

Vater spielt zwei Rollen: Vater und Vereins-Funktionär

Timmo Kanatarci schloss sich nach seiner fußballerischen Ausbildung bei Westfalia Herne und beim VfB Waltrop als A-Junior der Eintracht Ickern an. Zu diesem Zeitpunkt beendete sein Vater Selim Kantarci gerade seine aktive Laufbahn bei den Eintrachtlern - und half im Vorstand mit: als Geschäftsführer und als Sportlicher Leiter neben Marc Böttger.

Selim Kantarci, der Vater von Timmo Kantarci, ist Geschäftsführer und 2. Sportlicher Leiter bei Eintracht Ickern.

Selim Kantarci, der Vater von Timmo Kantarci, ist Geschäftsführer und 2. Sportlicher Leiter bei Eintracht Ickern. © privat

Selim Kantarci kann nachvollziehen, warum sein Sohn den Verein wechselt. Der 44-Jährige betont allerdings: „Ich trenne meine Funktion im Vorstand von meiner Rolle als Vater.“ Das heißt: Er fordert keine kostenlose Freigabe für seinen Sohn. Selim Kantarci: „Ich bin mir aber sicher, dass sich die Vereine ohne Probleme auf eine Ablösesumme einigen werden und Timmo spielberechtigt wird.“

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Als Vater nimmt Selim Kantarci in Schutz: „Aus dieser Perspektive bin ich der Meinung, dass man Timmo keine anzuprangernde Disziplinlosigkeit vorwerfen sollte. In Herne und Waltrop hat er in überkreislichen Ligen gelernt, was Disziplin bedeutet. Und in unserer Ersten Mannschaft sind auch schon andere aus der Reihe getanzt.“

Duell zwischen Arminia und Eintracht war für den 29. November geplant

Trainer Erkan Gül soll davon gesprochen haben, dass der Abgang ein Verlust sei. Selim Kantarcio meint: „Jeder Spieler hatte seinen Anteil am Aufstieg in der Kreisliga A. Schon von daher ist jeder Abgang ein Verlust.“

Der November-Lockdown nimmt ein wenig das Knistern aus dem Vereinswechsel. Ansonsten wäre es am Sonntag, 29. November, zu einem brisanten Duell gekommen. Denn am Tag des 21. Geburtstages von Timmo Kantarci stand das Derby zwischen Arminia und Eintracht an.

Im Eintracht-Kader waren für den Youngster des Aufsteigers Julian Theiler und Yalim-Dogan Öztürk die beiden besten Freunde. Auf die wird Timmo Kantarci nach aktuellem Stand wohl am 9. Mai im Rückrunden-Duell an der Uferstraße treffen.

Ein gutes Gefühl hat der Vater Selim für seinen Sohn: „Timmo wird sich bei Arminia sehr wohl fühlen. Er freut sich schon darauf, zusammen mit Abdelatiff Chergui, Sinan Toskaj und natürlich mit meinem Bruder Fatih zu spielen. Er wird sich hier sehr wohl fühlen. Das braucht er auch.“

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Selim Kantarci wird auch in Zukunft ohne Wenn und Aber seine Vorstandsarbeit bei Eintracht Ickern verrichten. Der 44-Jährige, der für den VfB Habinghorst, Arminia Ickern, Adler Rauxel und Eintracht Ickern gespielt hat, sagt: „Ich hänge an dem Verein Eintracht Ickern. Es soll mir allerdings niemand übel nehmen, wenn ich auch einige Sonntage Spiele von Arminia schaue - wegen Timmo und Fatih.“

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