Kreisliga-Kapitän: „Ich glaube nicht, dass wir im Dezember wieder Fußball spielen“

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Auch die Spielführer der Castrop-Rauxeler Kreisliga-Mannschaften haben eine Meinung zum Fußball-Lockdown. Einer von ihnen hat sogar bereits Corona überwunden.

Castrop-Rauxel

, 01.11.2020, 05:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Der Westfälische Fußballverband (FLVW) hat bis auf Weiteres die Saison parallel zum Lockdown Light gestoppt. Einige Kicker mag die Spielpause nerven. Für andere macht die Maßnahme Sinn.

Der Tenor unter den befragten Castrop-Rauxeler Kreisliga-Kapitänen ist nahezu einhellig, und ging von „absolut richtig“, über „unbedingt notwendig“, bis hin zu „es gibt aktuell keine Alternative“. Ob im Dezember wieder Fußball gespielt wird, daran mag jedoch keiner wirklich glauben.

Marlon Klawitter (Mitte) führt als Kapitän Eintracht Ickern aufs Feld.

Marlon Klawitter (Mitte) führt als Kapitän Eintracht Ickern aufs Feld. © Marcel Witte

Marlon Klawitter, Kapitän von A-Ligist Eintracht Ickern, hält die Saison-Unterbrechung für „richtig“, glaubt aber nicht daran, „dass wir im Dezember wieder Fußball spielen werden“. Der FLVW sollte auf Sicherheit gehen und erst im neuen Jahr 2021 spielen lassen, denkt Klawitter. Bei der Eintracht gab es bisher keine Corona-Verdachtsfälle im Spielerkader, dennoch sagt Klawitter: „Aus Vernunfts-Gründen treffen wir uns in nächster Zeit überhaupt nicht mehr.“

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Justin Burkhardt (r) ist zweiter Kapitän bei Victoria Habinghorst.

Justin Burkhardt (r) ist zweiter Kapitän bei Victoria Habinghorst. © Jens Lukas

Justin Burkhardt, Vize-Kapitän bei A-Liga-Aufsteiger Victoria Habinghorst, meint: „Fußball ist für uns ein Hobby. Wir sind keine Profis und müssen alle arbeiten gehen. Da ist es richtig, dass mit der Saison-Unterbrechung versucht wird, die Corona-Zahlen nicht weiter steigen zu lassen.“ Ob der Dezember ein Monat wird, in dem Fußball gespielt werden kann, müsse abgewartet werden. Da jetzt ja zusätzlich die Grippe-Welle heranrollt. Burkhardt selbst zählt zu den Corona-Erkrankten und darf auch erst jetzt wieder gesund vor die Haustür gehen. „Ich hatte zuerst an eine Grippe geglaubt, bis ich dann Corona-Positiv getestet wurde und alles viel schlimmer kam als bei einer Grippe.“ Und genau deshalb sagt er: „Lieber im Frühjahr viele Englische Wochen spielen als bei den Spielern zu schnell ein hohes Gesundheits-Risiko einzugehen.“

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Tim Kuit, Spielführer beim FC Frohlinde II (Kreisliga A), war mit seiner Mannschaft bislang von Corona-Spielausfällen verschont geblieben, sagt aber trotzdem: „Es ist völlig richtig, dass bei den steigenden Corona-Zahlen die Saison unterbrochen wurde.“ Schade sei allerdings, dass nicht jetzt mehr ohne Körperkontakt und in Kleingruppen trainiert werden darf. „Unter verschärften Hygiene-Maßnahmen halte ich Trainingseinheiten weiterhin für möglich. Einen Monat lang überhaupt nichts tun, ist nicht gut“, so Kuit, der darauf hofft, dass im Dezember eventuell wieder Fußball möglich sein könnte.

Matthias Gorzolnik (schwarzes Hemd) ist Spielführer des VfB Habinghorst.

Matthias Gorzolnik (schwarzes Hemd) ist Spielführer des VfB Habinghorst. © Jens Lukas

Matthias Gorzolnik, beim VfB Habinghorst der Kreisliga-A-Kapitän, sagt: „Die Saison-Unterbrechung ist generell richtig. Jedoch nicht unbedingt wegen der Ansteckungsgefahr auf dem Spielfeld, die ja gering sein soll. Durch die Unterbrechung werden aber auch Vereine gestoppt, die einen Corona-Verdacht melden um ein Spiel abgesetzt zu bekommen. Wohl aber nur wichtige Spieler fehlen.“ Dass Fußball im Dezember gespielt wird, sieht Gorzolnik nicht: „Wie soll das nach einem Monat Pause gehen ohne jede Vorbereitung?“

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Fatih Kantarci (r) ist aktueller Kapitän des SC Arminia Ickern.

Fatih Kantarci (r) ist aktueller Kapitän des SC Arminia Ickern. © Foto Jens Lukaa

Fatih Kantarci trägt die Kapitäns-Binde bei Arminia Ickern (Kreisliga A) - und findet: „Es ist schade, dass nicht mehr gespielt werden darf, da unser neues Team gerade erst zusammengewachsen ist.“ Er sagt aber auch: „Die Unterbrechung bis Ende November ist völlig richtig für die Gesundheit der Spieler. Wir müssen alle diese schweren Zeiten bewältigen.“ Über mehrere Video-Chats in der Woche seien die Arminia-Spieler weiter in Kontakt, so Kantarci. „Das ist gut für die Stimmung.“

Christian Grum (r) ist Kapitän des TuS Henrichenburg.

Christian Grum (r) ist Kapitän des TuS Henrichenburg. © Jens Lukas

Christian Grum, Spielführer beim B-Kreisligisten TuS Henrichenburg, fällt seit Wochen verletzt aus und sieht den Saison-Stopp für sich persönlich positiv, sagt aber auch darüber hinaus: „Das ist die genau richtige Entscheidung. Die Gesundheit der Spieler und aller Menschen geht vor.“ Dass im Dezember wieder Fußball gespielt wird, sieht Grum nicht: „Ab März wird das Wetter schöner. Bis zum 30. Juni bleibt dann noch genug Zeit, um 50 Prozent der Spiele durchzuziehen, damit diese Saison gewertet werden kann.“

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