Landessportbund widerspricht FLVW bei der erlaubten Spielerzahl

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Seit dem 15. Juli ist Kontaktsport mit bis zu 30 Personen wieder möglich. Doch scheinbar ist 30 nicht gleich 30. Der Landessportbund geht nun auf Konfrontationskurs mit dem FLVW.

von Thomas Braucks, Olaf Nehls

Castrop-Rauxel

, 25.07.2020, 05:05 Uhr / Lesedauer: 2 min

Seit einigen Wochen rollt der Ball in Castrop-Rauxel. Bislang allerdings nur in den ersten lockeren Trainingseinheiten, die meisten sind erst jetzt in die richtige Vorbereitung gestartet oder beginnen sogar erst mit ihr in den nächsten Tagen. Doch ein Thema bereitete den Trainern zuletzt Probleme: Die Frage nach der Anzahl der Spieler, die sie in ihren Testspielen einsetzen dürfen. Nachdem der Fußball- und Leichtathletik-Verband Westfalen (FLVW) sich zuletzt zu der Thematik äußerte, schien die Sache geklärt. Doch der Landessportbund vertritt eine ganz andere Meinung als der FLVW.

Worauf bezieht sich die Zahl 30 ?

In der Corona-Verordnung vom 15. Juli heißt es, Kontaktsport für Gruppen von bis zu 30 Personen sei möglich. Das Problem: Mit Wechselspielern kommt man bei zwei Teams schnell auf mehr als 30 Spieler. Für den FLVW ist das kein Problem: „Die ‚30‘ bezieht sich auf die Personen, die aktiv am Spiel auf dem Platz beteiligt sind“, so der Vizepräsident Amateurfußball Manfred Schnieders. Für den Verband sind das: Elf gegen elf Fußballer, dazu die Schiedsrichter, die beiden Trainer sowie Betreuer oder Physio. Summa summarum also keine 30 Personen.

„Das entspricht nicht den Vorgaben“

Eine Auswechslung ändere das nicht, so Schnieders. „Eine Mannschaft kann also beliebig viele Spielerinnen oder Spieler einsetzen.“ Kicken und munter durchwechseln? Das sehen nicht alle so. Beispielsweise der Stadtsportverband Marl. „Der Sinn der Corona-Verordnung ist ja die Begrenzung von Kontakten“, sagt Stadtsportverbands-Geschäftsführer Andrè Mölleken. Der SSV schließt sich dem Landessportbund an, wonach eine Kontaktobergrenze pro Sportler von 29 maßgeblich ist.

KSB-Geschaftsführerin Petra Völker

KSB-Geschaftsführerin Petra Völker © Olaf Krimpmann

Diese Grenze hat jetzt auch Petra Völker, Geschäftsführerin beim Kreissportbund, in einem Schreiben an alle SSV im Kreis noch einmal eingeschärft. Die Interpretation der Fußballer hält sie für grundfalsch. Wenn bei einem Fußballspiel nach Lust und Laune gewechselt würde, hätte ein Spieler, der von Anfang bis Ende auf dem Platz steht, nicht nur mit 29 anderen Kickern Sport getrieben. Es könnten sogar deutlich mehr werden. „Das entspricht nicht den Vorgaben“, sagt Petra Völker.

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Das bestätigt auf Nachfrage auch Markus Leßmann, Arbeitsschutz-Experte des NRW-Arbeits- und Gesundheitsministeriums, auf Nachfrage. Er selbst muss es wissen, war er doch schließlich selbst an der Erarbeitung der Verordnung beteiligt. Leßmann bestätigt, dass die Anzahl der einsetzbaren Spieler pro Partie limitiert sind. Schiedsrichter und Trainer würden aber nicht zu den 30 erlaubten Personen auf dem Feld gehören. Somit können 30 Spieler eingesetzt werden. 22 Spieler starten und bis zu 8 Spieler können insgesamt noch eingewechselt werden.

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