Markus Schwarze springt immer noch in unterschiedlichen Ländern zum Schwimmen ins Wasser

hzWas macht eigentlich...?

Backpacking, Landschaftsbau, Fitnessstudio - doch mit den Gedanken hängt Markus Schwarze im Wasser. Vor zehn Jahren schwamm er bei den Deutschen Meisterschaften. Heute geht er es ruhiger an.

Castrop-Rauxel

, 04.09.2019, 17:00 Uhr / Lesedauer: 3 min

Lange hat man in Castrop-Rauxel nichts von Markus Schwarze gehört, doch das heißt nicht, dass der heute 29-jährige Schwimmer das Becken jemals verlassen hat.

2010 berichtete diese Zeitung letztmalig über Schwarzes Teilnahme an der Deutschen Meisterschaft in Berlin, wo der Castrop-Rauxeler, der zuvor für den SC Hellas schwamm, als einziger Starter für den SV Trio Essen-Kettwig an den Start ging. Sein Ziel damals: Das B-Finale um die Plätze 11 bis 20 in der Offenen Wertung.

Im Vorjahr schwamm Schwarze ebenfalls bei den Deutschen Meisterschaften

Schwarze fehlten ein Jahr zuvor nur fünf Hundertstel zu Bronze bei den Deutschen Meisterschaften, zwei weitere zu Silber. Der damals 20-Jährige sicherte sich im B-Finale über 50m Freistil in damaliger persönlicher Bestzeit von 23,60 Sekunden den sechsten Platz, schwamm damals für den SSF Bonn. Über 100 m Freistil wurde er mit einer Zeit von 51,87 Sekunden 13. im Jahrgang 1990.

Doch viel ist in den letzten neun Jahren passiert. „2010 habe ich ein Freiwilliges Soziales Jahr gemacht, danach habe ich eine Ausbildung zum Gärtner gemacht“, sagt Schwarze. Mit den Gedanken blieb er dabei jedoch immer im Wasser.

Markus Schwarze reiste von Wettbewerb zu Wettbewerb

„Als ich dann nach Osnabrück zum Studieren gegangen bin, wollte ich eigentlich nicht mehr so viel schwimmen, aber ich wurde dort überredet, in der ersten Mannschaft zu schwimmen. Seitdem gab es jedes Jahr Meisterschaften, wie die Deutsche Masters Meisterschaft, die deutsche Kurzbahnmeisterschaft und die deutsche Offene Meisterschaft in Berlin“, so Schwarze.

2017 beendete der Castrop-Rauxeler sein Studium in Ingenieurwesen für Landschaftsbau, heute arbeitet er als Bauleiter im Garten und Landschaftsbau. Seit dem Studiumsende ist das Schwimmen allerdings eher in den Hintergrund gerückt.

„Ich gehe immer mal wieder schwimmen“, erzähl Schwarze, „doch das ist eher, um das Hobby am Leben zu erhalten und den Körper fit zu halten.“ Er habe immer mal wieder Lust, schwimmen zu gehen, doch die Beziehung zum Schwimmen würde er als „nichts ernsthaftes“ beschreiben.

Markus Schwarze springt immer noch in unterschiedlichen Ländern zum Schwimmen ins Wasser

Markus Schwarze ist viel unterwegs, beispielsweise in Norwegen oder Kroatien. © Markus Schwarze

Es liege nicht am mangelnden Interesse, so Schwarze. „Ich würde gerne nochmal an Wettkämpfen im Masters Bereich teilnehmen. Dadurch kommt man auch einfach ans Reisen, kann so unterschiedliche Länder besuchen.“ Und das hat Schwarze in seiner Schwimmkarriere schon oft getan.

Für Wettkämpfe und Trainingscamps ging es nach Holland und Luxemburg, aber auch Italien und sogar Mexiko besuchte Schwarze bereits in seiner Schwimmkarriere.

Das Schwimmen brachte Schwarze in ein Sportinternat

Angefangen hat er jedoch im Castrop-Rauxeler Schwimmbecken. „Als kleines Kind bin ich schon geschwommen, mit vier oder fünf habe ich angefangen und bin seitdem quasi durchgehend im Wasser gewesen“, so Schwarze.

Das Schwimmen sei für den Landschafts-Ingenieur der Mittelpunkt seines Lebens gewesen, was ihm unter anderem in ein Sportinternat nach Bonn geführt hat. „Überall wo ich war, bin ich geschwommen. Es hat mein Leben bestimmt und begleitet“, sagt Schwarze.

Heute schwimmt Schwarze nur noch gelegentlich seine Bahnen. Der Grund: die Arbeit, Zeit und Motivation. „Ich komme im Moment einfach nicht dazu, der Rhythmus im Alltag fehlt. Berufliche und gesundheitliche, aber auch private Gründe machen es einfach nicht möglich“, sagt Schwarze.

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Die Trainingszeiten seien zwar eher spät, aber seine Arbeit sei unvorhersehbar und so sei ein geregelter Trainingsplan kaum einzuhalten. Hinzu kommt die Motivation. „Die fehlt abends dann einfach. Daher bin ich eher ein flexibler Fitnessstudio-Gänger geworden“, so Schwarze.

Doch wie jeder leidenschaftliche Schwimmer bewahrt sich Markus Schwarze vor allem eines: Organisation, Disziplin, Durchhaltevermögen - die Tugenden, die er in den Jahren, in denen er Tag für Tag seine Bahnen geschwommen ist, tief verinnerlicht hat. Daher springt auch er auch immer wieder mal ins Wasser, doch selber Trainer zu werden, das kann sich das ehemalige Schwimm-Ass erst einmal nicht vorstellen.

Markus Schwarze stillt regelmäßig seine Reiselust

Seine Reiselust, die er durch seine Zeit als Schwimmer ebenfalls entdeckt hat, ist allerdings alles andere als gestillt. „Im Mai ging es nach Norwegen, da war ich schon letztes Jahr und bin mit einem Wohnmobil zu den Loften hochgefahren. Ich will aber noch viel mehr in Europa kennenlernen, und habe auch überlegt, nach Kroatien zu fahren. Aber das dann vielleicht nächstes Jahr.“

Und vielleicht, wenn sich die Möglichkeit ergibt, springt Markus Schwarze in den norwegischen Fjorden ins Wasser, denn „wo immer ich bin, schwimme ich“.

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