Granulat-Problem: Dieses Füllmaterial bekommt der Kunstrasen der Erin-Kampfbahn

hzWacker Obercastrop

Das drohende Granulat-Verbot auf den heimischen Kunstrasenplätzen beschäftigt weiterhin die Stadt Castrop-Rauxel. Für die Erin-Kampfbahn hat die Stadt aber nun eine Lösung gefunden.

Obercastrop

, 15.08.2019, 08:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Sieben Kunstrasenplätze gibt es derzeit in Castrop-Rauxel. Allesamt sind mit Gummi-Granulat verfüllt. In den vergangenen Wochen gab es viele Diskussionen darum, da die Europäische Union (EU) ein Verbot des Plastikgranulats plant, mit dem die Kunstrasenplätze aufgefüllt werden.

Auch der EUV Stadtbetrieb und die Stadtverwaltung Castrop-Rauxel haben sich intensiv mit dem Thema beschäftigt. Auch aufgrund der anstehenden Sanierung der Erin-Kampfbahn wurden mögliche Alternativen für diese Baumaßnahme und weitere Sportplatzsanierungen geprüft.

Denn die Erin-Kampfbahn erhält 15 Jahre nach dem Umbau von Asche auf Kunstrasen wieder einen neuen Untergrund. Am Montag, 19. August, starten die wahrscheinlich vier Wochen dauernden Arbeiten an der Karlstraße.

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Der SV Wacker Obercastrop weicht in dieser Zeit auf die Plätze des SuS Merklinde (Fuchsweg) und von Eintracht Ickern (Uferstraße) aus. So trainieren die Wackeraner Landesliga-Kicker unter anderem nun freitagabends ab 20 Uhr am Merklinder Fuchsweg.

Stadtsprecherin relativiert die Diskussionen um das Verbot

Der Sportplatz in Merklinde wurde erst im Jahr 2016 saniert und auch hier wurde das Gummi-Granulat verwendet. Stadtsprecherin Nicole Fulgenzi relativierte allerdings auch die Diskussionen rund um das Verbot des Plastikgranulats: „Grundlage dieser Diskussion ist eine durch das Fraunhofer-Institut veröffentlichte Studie über die möglichen Quellen von Mikroplastik. Diese Studie bezieht sich hauptsächlich auf Produktions- und Verbrauchsdaten, sodass es keine belegbaren Hinweise darauf gibt, welche Mengen tatsächlich in die Umwelt gelangen. Das Institut hat bereits angekündigt, eine tiefergehende Analyse durchzuführen.“

Schädlich sei wohl jenes Einstreumittel, das aus geschredderten Reifen gewonnen wird. „Dieses Füllmaterial wird allerdings in Castrop-Rauxel nicht verwendet“, so Fulgenzi.

Dieses Material wird in der Erin-Kampfbahn verwendet

Während der TuS Henrichenburg beim Umbau seines Kleinspielfeldes Kork verwenden möchte, wird in Obercastrop weiterhin auf Gummi gesetzt. Nicole Fulgenzi erklärt: „Da es derzeit nicht absehbar ist, dass es über die Diskussion hinaus ein Verbot für bestimmte Infill-Materialien geben wird und zudem der Deutsche Städtetag empfiehlt, nicht in bestehende Verträge aufgrund des derzeitigen Meinungsaustausches einzugreifen, wird auch auf der Erin-Kampfbahn EPDM-Neugummigranulat verwendet“, so die Stadtsprecherin, die anfügt: „Dieses erfüllt unter anderem auch die Anforderungen der europäischen Norm für Spielzeugsicherheit EN71-3.“

Zudem denke die Stadt Castrop-Rauxel über den nachträglichen Einbau einer Abscheideanlage nach, die den möglichen Eintrag von Mikroplastik in die Umwelt minimieren soll.

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