Rainer Mattukat kämpfte sich schon als Jugendlicher zu Titeln

hzWas macht eigentlich...?

Erst jugendlicher Boxer mit drei deutschen Meistertiteln, dann erfolgreicher Fußballer bei den Senioren mit vielen Trainerstationen: Bei Rainer Mattukat steht nun anderes im Vordergrund.

Castrop-Rauxel

, 22.08.2019, 08:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Im vergangenen Jahr hatte der in Dorf Rauxel wohnende Vollblutsportler Rainer Mattukat unter einer langen Karriere einen Schlussstrich gezogen - nach zum Ende acht Jahren als Trainer des TuS Henrichenburg. War das wirklich schon der aktive Schlussstrich für den gebürtigen Hertener, der Castrop-Rauxel als „meine Heimatstadt“ ansieht? Hier lebt der im September 54 Jahre alt werdende sympathische Sportler an der Wilhelmstraße seit zehn Jahren im eigenen Haus.

Ein neuerliches Traineramt kann sich der noch 53-jährige augenblicklich nicht vorstellen. Natürlich wurden Vereine wie SW Meckinghofen, Suderwich oder auch der SuS Merklinde in Person von Martin Broll beim Ex-Henrichenburger Coach vorstellig. Zu Merklinde sagt Mattukat: „Martin ist ein guter Freund aus Schweriner Verbandsligazeit, aber immer wenn er anfragte, hatte ich das Gefühl beim TuS noch nicht fertig zu sein.“ Der Schichtdienst im Evangelischen Krankenhaus als Krankenpfleger würde ein Trainer-Engagement nicht zulassen: „In den letzten Jahren hatten mich meine Kolleginnen und Kollegen zeitlich unterstützt, sonst hätte ich gar nicht trainieren können. Dafür kann ich mich nicht hoch genug bedanken.“

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Der Fußball spielt keine Hauptrolle mehr

Familie, Haus und Garten stehen jetzt im Vordergrund. Mit Ehefrau Andrea feiert er im kommenden Jahr die Silberhochzeit. Mit dem Fußball aufgehört haben in Henrichenburg auch Sohn Christopher und Tochter Denise. Papa Rainer erzählte: „Sie haben jetzt andere Hobbys.“ Er selbst will sich wieder verstärkt aufs Joggen konzentrieren. Vielleicht mal, wenn es die Zeit zulässt, bei den Altherren des TuS mitspielen oder auch sonntags Fußballspiele anschauen. Natürlich in Henrichenburg, aber auch bei der SG Castrop, bei der jetzt zwei seiner Neffen spielen, die aus der A-Jugend in die Bezirksliga-Mannschaft kamen.

Seinen letzten Marathon vor zwei Jahren musste er auf Mallorca nach 28 Kilometern mit einer Zerrung abbrechen. „Das fuchst noch immer“, erzählt Mattukat.

Rainer Mattukat kämpfte sich schon als Jugendlicher zu Titeln

Ein Archivbild aus vergangenen Tagen: Rainer Mattukat als Boxer. Er gewann drei deutsche Meistertitel. © Rainer Mattukat

Rainer Mattukat stammt aus einer Boxerfamilie, wie er es selbst betitelt. Der Vater war Faustkämpfer und seine drei Brüder kämpften in der Bundesliga für den BC Erle. Das Faustkämpfer-Talent war dem jungen Rainer also in die Wiege gelegt. Natürlich zog auch er die Boxhandschuhe an. Angefangen bei der Spvg Herten als Sechsjähriger, dann bis zu seinem 17. Lebensjahr beim TuS Eving, wo er auch bis zur B-Jugend Fußball parallel spielte. Drei deutsche Meistertitel im Boxen unterstrichen das Faustkämpfer-Talent. Sichtliche Blessuren hat er nicht davongetragen. Nur einmal bekam er einen Kopfstoß: „Aber es hatte nichts im Gesicht korrigiert werden müssen“, erzählt Mattukat und lacht.

Der Wechsel zum BVB folgte mit einer Verzögerung

Als er mit siebzehn Jahren zu Borussia Dortmund in die A-Jugend wechselte, hing er die Fausthandschuhe an den Nagel. Der Boxvater, gleichzeitig Platzwart in Lindenhorst, sei sauer gewesen. Früheren Abwerbe-Versuchen der Dortmunder hatte seine Mutter einen Riegel vorgeschoben. Mattukat weiß heute noch: „Die hat die Leute immer rausgeschmissen.“

Die lange Fußball-Karriere nahm ihren Lauf. Bei Borussia Dortmund war nach der A-Jugend Schluss. Der Schweriner Lothar Wiedemann lotste den Ex-Boxer zu Blau-Gelb in die Fußball-Verbandsliga. Mattukat sagt noch heute: „Wir hatten eine starke Truppe.“ Er kam als Mittelstürmer-Talent, schoss aber sein erstes Tor erst als Libero auf der Asche an der Westhofenstraße. Der Ex-Profi Ralf Schaffeld hatte sich verletzt und Mattukat wurde nach hinten beordert. Fünf Jahre blieb er auf Schwerin, wechselte danach als Spieler zum Oberligisten SF Oestrich Iserlohn.

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Weitere Stationen wurden der TuS Eving, Lüner SV sowie Borussia Dröschede (6 Jahre), wo er als Spielertrainer anfing. Weitere Vereine als Trainer waren der BSV Menden und Westfalia Wickede. Die Fahrten waren Mattukat allerdings zu aufwendig, die Heimat rief. So kam es zu der Fußballehe in Nähe der Familie und Dienststelle mit dem TuS Henrichenburg, die stolze acht Jahre hielt.

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