Revolution im Billard ist gescheitert

Billard

Billard-Deutschland stimmt ab: Dafür wird die wegen der Corona-Pandemie schon abgebrochene Spiel-Saison 2019/20 jetzt nach der Hinrunde gewertet.

Castrop-Rauxel

, 04.07.2020, 15:00 Uhr / Lesedauer: 2 min
Der Ickerner Markus Dömer, der zuletzt noch für den ABC Merklinde spielte, kam mit seinen Reformvorschlägen nicht durch.

Der Ickerner Markus Dömer, der zuletzt noch für den ABC Merklinde spielte, kam mit seinen Reformvorschlägen nicht durch. © Billardmagazin Touch

Die große „Revolution“ im Billardsport fand nicht statt. 40 Teilnehmer aus 15 deutschen Landesverbänden trafen sich Ende Juni im Volkshaus Röhlinghausen in Herne zur außerordentlichen Mitglieder-Versammlung der Deutschen Billard-Union und schmetterten eine Reform ab.

Befürworter kommt aus Castrop-Rauxel

Seit Monaten kursierten heiße Diskussions-Phasen durch die Billard-Szene. Unter Vorsitz des Deutschen Billard- Präsidenten Helmut Biermann (Herne) musste zum einen über die abgebrochene Saison wegen der Corona-Pandemie entschieden werden. Ziemlich revolutionär schien das zweite Thema, weil auf Antrag des deutschen Sportrates die bisherigen Saison-Zeiten von jeweils Januar bis Dezember umgestellt werden sollten.

Landesverbände sind „umgefallen“

Ein Befürworter dieser Umstellung war das Castrop-Rauxeler Sportrats-Mitglied Markus Dömer. Der Bundessportwart der Spielart Karambolage hatte sogar eine 8:0-Stimmen-Empfehlung der acht Mitglieder des deutschen Sportrates aller Billard-Disziplinen in der Tasche. Am Ende war es eine ganz knappe Kiste bei der Abstimmung an der Wahl-Urne. Mit 115:131 Stimmen (bei 51 Enthaltungen) mussten sich Dömer und Co. geschlagen geben. Dömer selbst sagte im Gespräch mit unserer Redaktion: „Ich hatte auf die Neuerung gehofft, jetzt haben wir den Salat. Einige Länder, die für eigentlich für unseren Vorschlag waren, sind umgefallen.“

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Die jeweils zwei Vertreter der Landesverbände hatten je nach Größe ihres Einzugsbereiches verschiedene Anzahlen an Stimmen im Gepäck. Der Vorsitzende des ABC Merklinde, Gerd Haumann, der selbst froh ist, dass es bei den alten Strukturen bleibt, erklärte diese Situation so: „Je nach Mitgliedsstärke der Verbände waren die Stimmen verteilt. Westfalen hat zum Beispiel 50 Stimmen, Thüringen wohl 15.“ Obwohl schließlich Westfalen mit einem klaren Nein votierte, hatte die Abstimmung mit 53,3 Prozent gegen eine Saisonumstellung ein knappes Ergebnis.

Ganz klar hingegen verlief die Abstimmung mit 94,9 Prozent über die abgebrochene Saison. Der Sportwart Westfalens, Volkmar Rudolph, erklärte gegenüber unserer Redaktion: „Wir haben entschieden, die Saison 2019/20 nach der gespielten Hinrunde abzubrechen. In den Staffeln mit acht Mannschaften steigen die beiden Ersten auf, zwei Teams steigen ab. In den Gruppen mit sieben Teams gibt es einen Aufsteiger und einen Absteiger.“ Und weiter: „Jetzt können wir die neue Saison für September planen, denn unserer Mitglieder sind heiß darauf, wieder mit den Wettkämpfen zu starten und so nicht bis Januar 2021 warten zu müssen.“

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