SG Adler muss aus dem Stadion weichen

CASTROP-RAUXEL Das Oberverwaltungsgericht (OVG) in Münster hat die Beschwerde des Fußballvereins DJK SG Adler Rauxel gegen den Beschluss des Verwaltungsgerichts Gelsenkirchen zurück gewiesen. Damit steht fest: Adler Rauxel muss seine angestammte Trainings- und Spielstätte, den Nebenplatz des Stadions an der Bahnhofstraße, verlassen

von Von Marc Stommer

, 11.01.2008, 11:58 Uhr / Lesedauer: 1 min
SG Adler muss aus dem Stadion weichen

Hinter den Mauern des neuen SG Castrop-Vereinsgebäudes liegt die alte Heimat der DJK Adler Rauxel. Jetzt muss der Club nach Pöppinghausen ausweichen.

Adler muss nun auf den Platz an der Wewelingstraße in Pöppinghausen ausweichen. Der Verein hatte bei der Stadt beantragt, die Sportstätte Stadion oder den Stadionnebenplatz an zwei Werktagen zwischen 19 und 21 Uhr nutzen zu dürfen. Dies hatte die Stadt abgelehnt. Das Verwaltungsgericht Gelsenkirchen hatte die Entscheidung erstinstanzlich bestätigt.

Das OVG unterstützte jetzt die Ansicht der Vorinstanz, wonach "der Träger der öffentlichen Einrichtung berechtigt ist, selbst zu bestimmen, in welchem Umfang und nach welchen Kriterien er die Nutzung ermöglicht." Die Stadtverwaltung hatte vor dem Verwaltungsgericht geltend gemacht, dass sie den Nebenplatz aus Kostengründen ohnehin nicht mehr unterhalten und "ab Ende Oktober 2007 nicht mehr als städtischen Fußballplatz zur Verfügung" stellen will.

Pöppinghausen ist "zumutbar"

Das OVG erachtete es angesichts der Spieler-Struktur - Adler verfügt nur über zwei Senioren-Mannschaften - als "zumutbar für den Verein", das Training auf dem zirka sechs Kilometer entfernten Hartplatz in Pöppinghausen durchzuführen.

Für Hildegard Wieser, Geschäftsführerin von Adler Rauxel, kam das Urteil, von dem sie über ihre Anwältin bereits am 3. Januar Kenntnis erlangt habe, nicht überraschend: "Davon war auszugehen, nachdem wir schon von ähnlichen Verfahren in anderen Städten gehört hatten. Aber: Wir haben es wenigstens versucht." Nach wie vor ist Wieser der Meinung: "Mit ein bisschen gutem Willen wäre auch eine Lösung im Sinne aller Beteiligten möglich gewesen, wenn man sich seitens der Stadt vorher mit den Vereinen besser besprochen hätte."

Natürlich werde man nun nach Pöppinghausen ausweichen. Aber: "Bei jeder Änderung der Benutzungspläne durch die Stadt werden wir beantragen, im Stadion trainieren und spielen zu dürfen. Meines Erachtens wäre dies mit den bisherigen Nutzungszeiten der dort trainierenden Vereine möglich."

Lesen Sie jetzt