Benedikt Meyer-Drabert (22): „Die älteren Spieler ziehen mit, wenn ich etwas vorgebe“

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Benedikt Meyer-Drabert ist erst 22 Jahre, aber er trägt seit Beginn der Saison die Kapitänsbinde des Bezirksligisten SG Castrop. Damit kommt er gut klar, doch im Team gibt es Probleme.

Castrop

, 22.12.2019, 17:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Es war ein mutiger Schritt, den die Verantwortlichen beim Fußball-Bezirksligisten SG Castrop gegangen sind. Zum einen war da der große Umbruch, nachdem Dennis Hasecke und Marco Taschke als Trainer zur Spvg Schwerin gewechselt sind. Und, weil auf dem Feld nach neuen Führungsspielern gesucht werden musste.

Die Wahl fiel auf Benedikt Meyer-Drabert, erst 22 Jahre alt, seit der D-Jugend im Klub. Er ist nun Anführer einer Seniorenmannschaft, die in den Abstiegskampf geraten ist. Wir sprachen mit ihm über diese schwierige Situation und wie er sich als 22-Jähriger gegenüber den älteren Spielern durchsetzt.

Hallo Benedikt, wie schwierig ist es, sich als junger Kapitän auf dem Feld zu beweisen?

Bislang bin ich mit Schiedsrichtern und Gegenspielern sehr gut klar gekommen. Wenn es mal Diskussionen gibt, nehme ich meine Mitspieler zur Seite und spreche dann mit dem Schiedsrichter. Das darf ich ja als Spielerführer. Negative Erfahrungen habe ich noch nicht gemacht.

Wird also das Alter eines Kapitäns überbewertet?

Das kommt ganz auf die Person an. Wer sowieso selbstbewusst ist, kann diese Rolle gut ausfüllen, egal wie alt er ist. Und überhaupt: Man wächst schließlich mit seinen Aufgaben.

Gilt das auch für dich?

Ich würde sagen: ja. In der C- oder B-Jugend war ich schon mal eine Saison lang Kapitän.

Und jetzt bei den Senioren. Wie kam es dazu?

Nach dem letzten Spiel der Vorbereitung haben mir die Trainer Tino Westphal und Dennis Dannemann gesagt, dass sie sich mich als Kapitän gut vorstellen könnten. Ich hätte sportlich und auch vom Selbstbewusstsein her einen großen Sprung gemacht. Dazu kommt, dass ich davor schon zwei oder drei Mal die Kapitänsbinde tragen durfte.

Was sind nun deine Aufgaben?

Zum Beispiel das Aufwärmprogramm vorzugeben. Die älteren Spieler ziehen mit, wenn ich etwas vorgebe. Da spielt mein Alter keine Rolle. Sie akzeptieren und unterstützen mich, wo es nur geht. Ich fühle mich damit sehr wohl.

Zur Person

Das ist Benedikt Meyer-Drabert

  • Benedikt Meyer-Drabert trägt seit der D-Jugend das Trikot der SG Castrop. Mit dem Fußballspielen begann er zuvor beim VfR Rauxel. Dort wurde die Jugendabteilung aufgelöst.
  • Der 22-Jährige absolviert derzeit ein Duales Studium im öffentlichen Dienst. Sein Abitur machte er an der Willy-Brandt-Gesamtschule.
  • Mit der SG Castrop war Meyer-Drabert im Sommer 2017 in die Bezirksliga aufgestiegen.

Gehört auch die Halbzeitansprache dazu?

Das ist eher die Aufgabe der Trainer. Die rütteln uns wach, wenn es mal nicht läuft. Und das gelingt ihnen auch sehr gut. Auf dem Feld kann ich mich da besser einbringen und agiere hier als verlängerter Arm der Trainer. Ich versuche, meinen Mitspielern positiv zuzureden. Kritik gibt es tatsächlich weniger, da man unserer Mannschaft ansieht, dass einer für den anderen läuft. Als Kapitän kann ich von den Jungs nicht mehr fordern.

Im Sommer gab es einen großen Umbruch. Viele wichtige Spieler und das alte Trainer-Duo haben die SG Castrop verlassen. Wie wollt Ihr nach der durchwachsenen Hinserie aus dem Tabellenkeller herauskommen?

Wir haben schon gewusst, dass es schwierig werden würde. In den vergangenen Partien war ein Aufwärtstrend zu erkennen. Wir haben uns da als eingeschworener Haufen präsentiert. Aber es ist wie so oft im Fußball: Wenn du unten drin stehst, fehlt dir auch das Glück. Schießen wir ein Tor, läuft es sofort besser.

Nagt das am Selbstvertrauen?

Ich würde eher sagen, dass wir uns in diesen Situationen zu viele Gedanken machen.

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