"Spieler müssen jetzt Verantwortung zeigen und tragen"

CASTROP-RAUXEL Im zweiten Jahr als Trainer beim Korfball-Regionalligsten KC Grün-Weiß ist Thorsten Cramer (40) jetzt zurück getreten. Zuvor war er einige Jahre als Spielertrainer der "Grün-Weißen" tätig, nachdem sein Club keinen neuen Trainer gefunden hatte. Über die aktuelle Entwicklung sprach Sportredakteur Carsten Loos mit ihm.

16.11.2007 / Lesedauer: 3 min
"Spieler müssen jetzt Verantwortung zeigen und tragen"

Thorsten Cramer (2.v.l.) trat am Mittwochabend von seinem Amt als GW-Trainer zurück.

Nach den Querelen der letzten Wochen im Verein, nachdem Sie als Nationaltrainer die GW-Spielerin Sarah Kurbjun nicht mit zur Weltmeisterschaft genommen haben, überrascht es aber schon, dass Sie nicht auch als Präsident zurück getreten sind. Wäre die Entscheidung, als Trainer zurückzutreten, am Ende auch ohne die aktuelle Entwicklung gefallen?Cramer: Bei meiner Entscheidung spielte alles ein bisschen hinein. Allein die Ereignisse rund um die Nicht-Nominierung von Sarah Kurbjun wären aber sicherlich nicht genug ausreichend gewesen, um zurückzutreten.

Nach den Querelen der letzten Wochen im Verein, nachdem Sie als Nationaltrainer die GW-Spielerin Sarah Kurbjun nicht mit zur Weltmeisterschaft genommen haben, überrascht es aber schon, dass Sie nicht auch als Präsident zurück getreten sind. Wäre die Entscheidung, als Trainer zurückzutreten, am Ende auch ohne die aktuelle Entwicklung gefallen?Cramer: Bei meiner Entscheidung spielte alles ein bisschen hinein. Allein die Ereignisse rund um die Nicht-Nominierung von Sarah Kurbjun wären aber sicherlich nicht genug ausreichend gewesen, um zurückzutreten.

Waren die Querelen am Ende vielleicht sogar willkommen, um den Rücktritt als Trainer zu begründen?Cramer: Nein, das war bestimmt nicht willkommen. Der Rücktritt fällt mir schon schwer. Weil aber auch einige Bedingungen in der Mannschaft nicht mehr gegeben waren, war mein Rücktritt die logische Konsequenz. Ich muss mich auf einzelne Aufgaben fokussieren.

"Wir werden nichts übers Knie brechen"

Der Verein, dem Sie als Präsident vorstehen, hat auf einen Schlag seinen Trainer und zwei, womöglich drei Leistungsträger verloren. Fühlen Sie sich da als Präsident nicht nur noch als der Verwalter eines Scherbenhaufens?Cramer: Nein, meine Verantwortung als Präsident beschränkt sich ja nicht nur auf die erste Mannschaft. Ich werde mich jetzt mit dem restlichen Vorstand über die zukünftige Entwicklung beim KC Grün-Weiß beraten. Darüber, welches Format der Verein haben soll. Wir werden nichts übers Knie brechen.

Wie sehen Sie die Zukunft Ihrer bisherigen Mannschaft in der Regionalliga?Cramer: Einige Spieler stehen jetzt in einer großen Verantwortung. Sie müssen Verantwortung zeigen - und sie auch tragen.

Ohne Trainer und ohne zwei bis drei bisherige Leistungsträger. Besteht nun doch sogar die Gefahr des sportlichen Abstiegs in die Zweitklassigkeit?Cramer: Ob die Mannschaft in Abstiegsgefahr geraten wird, muss sich noch zeigen. Das spielerische Potenzial, in der Regionalliga bleiben zu können, hat die Mannschaft dennoch. Jetzt ist jedoch in erster Linie Selbstdisziplin bei den Spielern gefordert, und das meine ich positiv formuliert. Ich bin überzeugt, dass sie den Klassenverbleib in der Regionalliga schaffen werden.

Cramer bleibt weiter Präsident des KC Grün-Weiß und Trainer der deutschen Nationalmannschaft.   

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