SuS Olfen betritt in der Bezirksliga 9 absolutes Neuland

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Begeistert war man von der Eingruppierung in eine Bezirksliga mit hohem Dortmunder Anteil nicht beim SuS Olfen, der auf die Jugend setzt und auf eine goldene Generation wartet.

Olfen

, 28.07.2020, 05:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Die eigene Jugend ist das Prunkstück des SuS Olfen, der künftig auf die Castrop-Rauxeler Fußballteams in der Bezirksliga 9 trifft. Da in Olfen individuelle Verträge für einzelne Spieler ausgeschlossen sind, setzt der Verein voll auf die eigene Jugend. Sportliches Ziel des SuS Olfen ist, sich in der Bezirksliga zu etablieren - und zwar auf Basis des eigenen Nachwuchses.

Dazu haben die Verantwortlichen seit Jahren ein Konzept verfolgt: Dank Lizenztrainern und guter Ausbildung der Jugendlichen sollen die C- bis A-Junioren lückenlos überkreislich spielen. Bei den C- und B-Junioren gelingt das schon seit zwei Jahren. Nur mit der A-Jugend gelang der Sprung in die Bezirksliga noch nicht. Der soll dieses Jahr folgen.

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Eine ganze Reihe von Spielern schafften so in den vergangenen Jahren den Sprung in die erste Mannschaft - und die goldenen Jahrgänge, so sagt man in Olfen, kommen ja erst noch. Der Verein setzt auf einen hohen Identifikationsfaktor der Spieler mit dem SuS. Nur selten gibt es daher Abgänge - wenn, dann beendeten Spieler ihre Karriere. Dass sie für andere Klubs weiterspielen, bekam in den letzten Jahren Seltenheitswert.

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Norbert Sander zieht die Fäden jetzt im Hintergrund

Macher im Steversportpark, dem Sportzentrum des Mehrspartenvereins, ist Norbert Sander. Sander war bis 2017 selbst Trainer. Bevor er nach Olfen zurückkehrte, trainierte er unter anderem Teams in Erkenschwick und Viktoria Resse - ein ehrgeiziger Typ, der den SuS schon einmal in die Bezirksliga geführt hat.

Norbert Sander feierte den Bezirksliga-Aufstieg 2019. 2015 war er selbst als Trainer aufgestiegen.

Norbert Sander feierte den Bezirksliga-Aufstieg 2019. 2015 war er selbst als Trainer aufgestiegen. © Sebastian Reith

Dann kam der Schicksalsschlag: Sander erkrankte schwer. Die Folgen einer Hirnblutung fesseln Sander seitdem an den Rollstuhl. Eine Mannschaft wird er nie wieder trainieren können. Dem SuS Olfen blieb Sander dennoch verschrieben. Von Zuhause hat er die Sportliche Leitung übernommen. Auch die letzten zwei Trainerverpflichtungen gehen auf Sanders Konto. Michael Krajczy führte den SuS Olfen zwei Jahre nach dem Abstieg zurück in die Bezirksliga.

Neuer Trainer, altes Ziel: der Klassenerhalt

Jetzt hat Trainer Josef Ovelhey übernommen. Der 62-Jährige kam vom SV Hochlar an die Stever. Ein Denkmal würden sie ihrem „Jupp“ wohl beim SV Lippramsdorf bauen. Hier war Ovelhey 16 Jahre lang Trainer - zum Aufeinandertreffen mit seinem Ex-Verein kommt es aufgrund der Umgruppierungen nicht. Er steht vor der Aufgabe, Olfener Jugendspieler und einige Neuzugänge zu integrieren. Den einen herausragenden Spieler hat der SuS Olfen nicht. Aggressive Leader ist Stürmer Marvin Böttcher (29), der sein ganzes Leben schon beim SuS spielt.

Die Sportanlage wurde in den vergangenen Jahren kontinuierlich erweitert. Das Sportzentrum hat neben der Dreifachhalle für Handball und Volleyball noch eine kleinere Nebenhalle mit Vereinskneipe. Daneben befinden sich zwei Kunstrasenplätzen, einer mit einer Laufbahn für große Leichtathletiksportfeste inklusive Hammerwurf.

Der Steversportpark mit seinen beiden Kunstrasenplätzen liegt unweit der Steverauen. Gespielt wird meist auf dem engen Platz im Vordergrund, obwohl das Stadion mit Laufbahn eine überdachte Stehtribüne besitzt.

Der Steversportpark mit seinen beiden Kunstrasenplätzen liegt unweit der Steverauen. Gespielt wird meist auf dem engen Platz im Vordergrund, obwohl das Stadion mit Laufbahn eine überdachte Stehtribüne besitzt. © Oskar Neubauer

Möglich machte die großzügige Anlage, weil die Verwaltung der nur 12.000 Einwohner großen Kleinstadt schuldenfrei ist. Saisonziel ist nur der Klassenverbleib. Olfen betritt in der neuen Staffel absolutes Neuland. Mittelfristig will sich der Verein, der nach Auflösung des Fußballkreises Lüdinghausen zum Kreis Ahaus/Coesfeld gehört, in der Bezirksliga festbeißen.

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