„Satz mit x - das war nix!“ Knallharte Analyse nach 0:3 des SV Wacker Obercastrop

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Um 21.54 Uhr stand sie fest, die erste Niederlage des SV Wacker Obercastrop. Werden die Obercastroper vor dem Landesliga-Derby nervös? Ein Konkurrent um den Titel wittert schon Chancen.

von Marcel Witte, Hermann Klingsieck, Patrick Radtke

Obercastrop

, 26.02.2020, 16:43 Uhr / Lesedauer: 2 min

Das war ein echter Paukenschlag, mit dem nicht zu rechnen war. Landesliga-Spitzenreiter SV Wacker Obercastrop holte sich am späten Dienstagabend vor dem beim SSV Buer ein „Veilchen“ ab.

Als die Schiedsrichterin Lea Bramkamp aus Hattingen am Nelkendienstag um 21.54 Uhr das Nachholspiel abpfiff, hatten Obercastrops Fußballer eine satte 0:3-Niederlage kassiert. Aus und vorbei war’s mit der fantastischen Erfolgsserie mit 43 von 45 möglichen Punkten aus den vergangenen 15 Spielen.

Bövinghausen spricht von „eigentlich nur noch drei Punkten“

Im Lager des ärgsten Konkurrenten, des TuS Bövinghausen, freuten sich die Verantwortlichen über das Ergebnis. „Ich habe schon im Vorfeld gesagt, dass Buer keine schlechte Mannschaft ist. Ich habe auf ein Unentschieden gehofft, aber ein Sieg von Buer ist auf jeden Fall besser“, sagt Bövinghausens Chef Ajan Dzaferoski.

Die Dortmunder rangieren derzeit neun Punkte hinter dem SV Wacker, haben aber ein Spiel weniger ausgetragen. Am 23. April holt der TuS die Partie beim Tabellenvorletzten Viktoria Resse nach. „Wenn man es so sieht, dann sind es nur noch drei Punkte. Das direkte Duell musst du ja gewinnen“, so Dzaferoski.

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Von einer Nervosität in seiner Mannschaft möchte Obercastrops Co-Trainer Steffen Golob nach der Buer-Niederlage aber nicht sprechen: „Wir lassen uns davon nicht beeindrucken und arbeiten in Ruhe weiter“, sagt er.

Trainer Aytac Uzunoglu richtet seinen Blick lieber auf die sportlichen Probleme: „Das war ein Satz mit x - das war nix! Wir haben zu viele Fehler gemacht in der Vorwärtsbewegung, die Buer immer wieder zu Konterchancen eingeladen haben.“

Tatsächlich erwischten die Wackeraner einen rabenschwarzen Tag. Und es hätte noch schlimmer kommen können als das 0:3.

Wenn Buer in den Schlussminuten zwei Konter gegen die aufgelöste Obercastroper Abwehr konsequenter zu Ende gespielt hätte, sowie ein 20-Meter-Freistoß nicht an den Querbalken des Tores genagelt worden wäre (89.), hätte es für den Spitzenreiter ein echtes Ergebnis-Desaster gegeben.

Angreifer Elvis Shala fehlt in der Obercastroper Offensive

Aytac Uzunoglu sah nicht nur negative Aspekte im Buer-Spiel, die nötige Konzentration fehlte aber: „Als in unserer besten Phase nach der Pause das 1:1 in der Luft lag, lassen zwei Abwehrspieler den Bueraner Angreifer trotzdem flanken und es stand 0:2. Da war das Spiel eigentlich schon gelaufen.“

Ein Mann wurde bei den Obercastropern schmerzlich vermisst: Angreifer Elvis Shala, mit sieben Toren bester Angreifer des SV Wacker. Shala fehlte aus privaten Gründen.

In den ersten 45 Minuten hatten die Wackeraner keinen einzigen Torschuss. Shala-Ersatz Marc Schröter fand während der gesamten Begegnung nicht richtig ins Spiel. Martin Kapitza brachte in der zweiten Halbzeit als zusätzlicher Stürmer zwar mehr Druck nach vorne, doch auch er tauchte nach dem 0:2 (68.) ab.

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Die große Frage ist nun: War das 0:3 beim SSV Buer nur ein Ausrutscher oder der Anfang zu einer sportlichen Krise? Die Konkurrenz aus Bövinghausen wittert nun ihre Chance: „Wenn wir unser Spiel gewinnen und Obercastrop aus irgendwelchen Gründen nicht siegen sollte, dann hast du in der gesamten Rückrunde noch so viel Luft, das ganze aus eigener Hand zu schaffen“, so TuS-Coach Dimitrios Kalpakidis.

Zumal Lokalduelle, unabhängig vom Tabellenplatz, immer eine eigene, kaum vorhersehbare Dynamik mit sich bringen. Am Sonntag, 1. März, werden nämlich viele Bövinghausener Augen auf das Derby zwischen dem SV Wacker Obercastrop und dem FC Frohlinde in der Erin-Kampfbahn gerichtet sein.

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