Tennis: Außenseiter mit leichten Vorteilen

CASTROP-RAUXEL Der Tennisspieler Philipp Dresewski schlägt erst seit zwei Jahren für den RV Rauxel auf. So kennt er die erfolgreichsten Tage des inzwischen 85 Jahre alten Tennisclubs von der Wartburginsel lediglich vom Hörensagen.

von Von Carsten Loos

, 17.01.2008, 17:46 Uhr / Lesedauer: 2 min
Tennis: Außenseiter mit leichten Vorteilen

Philipp Dresewski vom RV Rauxel hat im Finale um die Hallen-Westfalenmeisterschaft Gelegenheit, Rauxeler Sportgeschichte zu schreiben.

Am Sonntag, 20. Januar, hat nun Dresewski als Mannschaftsführer der RVR-Herren die Gelegenheit, auch selbst Rauxeler Sport-Geschichte zu schreiben. Allein der Einzug seiner Equipe in das Endspiel um die Hallen-Westfalenmeisterschaft gegen den TC BW Soest ist schon der größte sportliche Erfolg der Europastädter in den letzten Jahren.

Und insgeheim liebäugeln sie auf der Wartburginsel auf mehr, wollen sich mit der schlichten Qualifikation für das Finale noch nicht zufrieden geben. Mannschaftssprecher Timo Jogwer sah die Chancen beider Mannschaften auf den Titel schon nach dem Ende der Vorrunde vor Weihnachten ausgeglichen. Zumal die Ostwestfalen in dieser Hallensaison bislang ihre beiden Spitzenspieler Andre Begemann und Florian Lemke noch nicht eingesetzt haben. Und auch vor dem Endspiel am Ufer des Rhein-Herne-Kanal rechnet nun Dresewski nicht mit dem Einsatz der College-Studenten, warnt aber: "Allerdings weiß man bei Soest nie, die haben viel Geld."

Starkes Soester Quartett

Doch selbst ohne die beiden Wahl-Amerikaner hat es das Soester Quartett in sich: Dresewski erwartet neben dem in dieser Hallensaison noch ungeschlagenen Westfalenmeister Jörg Bornemann (23) im "blau-weißen" Team Florian Stephan (20), den Ukrainer Victor Trotzko (29) und Jan-Lennard Struff (17), die allesamt auf dem Weg zum ersten Vorrunden-Platz erst ein Einzel verloren haben. Die andere Westfalenliga-Gruppe hatten der Finne Tero Vilen (28), eben Dresewski (26), Ron Hinzmann (19), Christoph Ambrozy (24) und Christoper Bodemeier (20) mit vier Siegen und einem Unentschieden auf Platz eins beendet. Lediglich beim TC BW Halle mussten sie einen Zähler abgeben. Dieses Remis war aber letztlich die Vorentscheidung zum Einzug ins Endspiel.

Hochrechnung

"Das kann eine enge Entscheidung werden", mutmaßt Dresewki, "am Ende geht es vielleicht um einen Satz." Seine Hochrechnung für das Finale: Bei Vilen und Ambrozy rechnet er mit Einzel-Siegen. Die eigene Partie (wegen Prüfungsstresses beim Lehramts-Studium in Münster ohne große Vorbereitung; wie übrigens auch Ambrozy) und die von Hinzmann sind für Dresewski die "Schlüsselspiele", aber in der Planung eher Niederlagen zum 2:2 nach den Einzeln. Und auch die Doppel könnten ausgeglichen enden. Dresewski: "Wir sind aber Außenseiter."

Soest, unter freiem Himmel zuletzt 2006 Westfalenliga-Erster, verlor das Hallen-Endspiel vor Jahresfrist mit 2:4 gegen den SV Münster 91. Ein Jahr zuvor hatte sich Soest mit 4:1 gegen den TC Rödinghausen den Westfalentitel gesichert. Im letzten Jahr hatte Rauxel in der Vorrunde Soest den Vortritt lassen müssen. Auch wenn damals der direkte Kräftevergleich in Soest für den RVR mit einer 0:6-Niederlage endete, glaubt Dresewski, ganz Mannschaftsführer, nun an seine Mitstreiter: "Wenn wir alle fit sind, sind wir vielleicht im Vorteil."

Das Endspiel um die Hallen-Westfalenmeisterschaft der Tennis-Herren zwischen dem RV Rauxel und dem TC BW Soest beginnt um 13 Uhr auf der Wartburginsel. Bereits um 11 Uhr wird die alljährliche RVR-Matinee zum neuen Jahr im Clubhaus eröffnet.

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