Testspiel: Schiedsrichter verteilt im Derby drei Rote Karten nach dem Schlusspfiff

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Das Spiel war eigentlich schon abgepfiffen, da ging es noch mal zur Sache. Der Schiedrichter zeigt im Testspiel-Derby zwischen Victoria Habinghorst und der SG Castrop-Rauxel II dreimal Rot.

Castrop-Rauxel

, 14.08.2020, 05:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Eigentlich geht es in Testspielen ein bisschen ruhiger zu. Auch Schiedsrichter lassen eher mal die Karten stecken. Beim 4:2-Testspiel-Sieg des A-Ligisten Victoria Habinghorst gegen den B-Ligisten SG Castrop-Rauxel II am Dienstagabend gab es in der Schlussphase zunächst jedoch einige gelbe Karten. Nach Abpfiff verteilte der Schiedsrichter dann sogar noch drei Rote Karten.

Victorias Steven Klawitter hatte in der 5. Minute der Nachspielzeit am Mittelkreis seinen Gegenspieler Niklas Westerberg gefoult. Statt einen Freistoß zu geben, pfiff der Schiedsrichter ab. Das beendete allerdings nicht die Situation. Nach Auffassung von Klawitter habe der am Boden liegende SG-Spieler nachgetreten, sagt Victoria-Trainer Danny Jordan. SG-Coach Patrick Gebauer sagt, das sei nicht so gewesen.

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„Insgesamt eine ziemlich unnötige Aktion“

Wie auch immer: Danach wurden sich ein paar nette Worte gesagt, es gab eine Rudelbildung mit mehreren Spielern. Klawitter wird umgeschubst. Noch mehr Rudelbildung. Der Schiedsrichter verteilt drei Rote Karten für Redouan Latrach und Hendrik Marche von Habinghorst und für Joan Osvaldo Guerrero Mercedes von der SG.

„Insgesamt eine ziemlich unnötige Aktion“, sagt Jordan. „Das Foul hätte nicht sein müssen und alles andere danach auch nicht. Von beiden Seiten.“ Im Endeffekt seien es aber nur dreißig Sekunden gewesen und alles halb so wild, sagt Jordan. Vielleicht seien die SG-Spieler ein wenig gefrustet gewesen, weil sie nach drei Victoria-Treffern in der Schlussphase (84., 86., 90.+2) nach 2:0-Führung noch verloren haben, vermutet Jordan.

Alles halb so wild, findet Habinghorst-Trainer Danny Jordan.

Alles halb so wild, findet Habinghorst-Trainer Danny Jordan. © Volker Engel

Habinghorst zeigt ein „Katastrophenspiel“

Von seiner Mannschaft hatte der Trainer zuvor ein „Katastrophenspiel“ gesehen. „Wir waren grottenschlecht und die SG richtig gut. In der ersten Halbzeit hätten wir auch 4:0 zurückliegen können“, so der Victoria-Trainer. Gebauer sagt: „Wir sind noch nicht so lange im Training, am Ende waren wir einfach platt.“ Es sei aber trotzdem ein richtig guter Test gewesen. „Wir waren 60 Minuten die spielbestimmende Mannschaft und dann kam einfach die Qualität von Victoria.“

In der zweiten Halbzeit sei es auch ein bisschen ruppiger geworden. „Es war zwar ein Testspiel, aber es war auch ein Derby“, sagt Gebauer. „Da hätte der Schiedsrichter mehr durchgreifen müssen.“ So habe sich alles ein bisschen hochgeschaukelt und es sei am Ende zu dieser „harmlosen Schubserei“ gekommen. „Das hätte von beiden Seiten nicht sein müssen, aber dass jetzt eine Sperre auf Joan zukommt, ist ein Unding“, findet Gebauer. Wie lang die ausfallen wird, weiß er noch nicht.

"Es hat sich alles ein bisschen hochgeschaukelt", sagt SG-Coach Patrick Gebauer.

"Es hat sich alles ein bisschen hochgeschaukelt", sagt SG-Coach Patrick Gebauer. © Volker Engel

Am Ende ist alles wieder gut

Bei Habinghorst wird Latrach zwei Spiele fehlen und Marche drei Spiele, erzählt Jordan. „Das sei in Testspielen verkraftbar.“ Dass der Schiedsrichter in einem Vorbereitungsspiel drei Rote Karten gibt, will er diesem nicht vorwerfen. „Nach dem Regelwerk hat er alles richtig gemacht“, findet Jordan. Die Sperren von Latrach und Marche kennt er zwar schon, wie lange er auf seinen Torwart Pascal Wagner verzichten muss, weiß der Habinghorster Trainer hingegen noch nicht. Wagner musste in der Halbzeit mit einem dicken Knöchel vom Platz.

Nach dem Spiel hatten sich übrigens alle recht schnell wieder lieb, erzählen beide Trainer. Bei einem Bierchen hätte man zusammengesessen und übers Spiel geredet. Die Situation kurz nach Abpfiff sei schnell wieder vergessen gewesen. Und man hatte dann doch noch wirklich nette Worte füreinander übrig. „Das sind gute Jungs von Victoria“, sagt Gebauer. „Wir haben uns gut verstanden. Alles wieder gut“, sagt Jordan.

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