Tafel bringt FC Castrop-Rauxel ersten Bezirksliga-Sieg der Vereinsgeschichte

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Der FC Castrop-Rauxel ist ein kleines Phänomen. Er wurde erst im Jahr 2014 gegründet. Es folgten Aufstiege in Serie. Und am 24. September 2020 wurde ein neuer Meilenstein in dieser Klubgeschichte gesetzt.

Merklinde

, 30.09.2020, 05:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Am Sonntag (24. September) um exakt 16.49 Uhr gewann Aufsteiger FC Castrop-Rauxel das erste Bezirksliga-Meisterschaftsspiel in seiner Vereinsgeschichte mit 2:1 gegen DJK BW Huckarde. Bis zum vierten Spieltag musste der FC Castrop-Rauxel auf diesen „Dreier“ warten. „So wird es weitergehen“, lautete die Kampfansage von Trainer Patrick Stich direkt nach dem Schlusspfiff.

Die Pause ist der Corona-Pandemie geschuldet

Der Coach hatte seinen auf dem Kunstrasen hockenden Spielern in der Halbzeitpause nach ängstlichen ersten 45 Minuten an der Magnettafel aufgezeigt, was sie ändern müssen. Und was er erwartet. Ein Vorgang, den selbst ein altgedienter Sportredakteur noch nie bei Halbzeit gesehen hat beim Fußball. Trainer Stich erklärt den tieferen Sinn des Unterrichts an der Magnettafel: „Das ist der Corona-Pandemie geschuldet. Wir können jetzt nicht mit zehn Mann in die Kabine gehen, zur besseren Verständigung kommt jetzt auf dem Platz eben die Magnettafel zum Einsatz.“

Trainer Patrick Stich erklärt in der Halbzeitpause des Huckarde-Spiels, was er gerne anders sehen möchte als in den ersten 45 Minuten.

Trainer Patrick Stich erklärt in der Halbzeitpause des Huckarde-Spiels, was er gerne anders sehen möchte als in den ersten 45 Minuten. © Hermann Klingsieck

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Mit Erfolg, wie sich in Hälfte zwei zeigte mit zwei Toren. Bei besserer Chancenverwertung hätten es auch drei oder vier Treffer sein können. „Im Grunde habe ich den Jungs an der Tafel nur gezeigt, dass und wie sie den Gegner früher anlaufen sollen, um durch dieses Pressing größeren Druck ins eigene Angriffsspiel zu bekommen“, erklärt Stich. Wie der Erfolg zeigte, waren das genau die Tipps, die zum ersten „Dreier“ in der Vereinshistorie in einem überkreislichen Fußballspiel nötig waren.

„Diesen Schwung vom ersten Sieg wollen wir jetzt mitnehmen in die nächsten Spiele und den positiven Trend fortsetzen“, so Stich. Die breitere Brust will der FC Castrop-Rauxel zunächst am Sonntag (4. Oktober, 16 Uhr) beim VfL Kemminghausen und am Mittwoch (7. Oktober, 19.30 Uhr) im Kreispokal-Heimspiel gegen den Landesligisten SV Wanne 11 zeigen.

Vierer-Kette steht gut

Beim Huckarde-Sieg fiel ins Gewicht, dass die FC-Abwehr bis auf geringe Schwierigkeiten in einer Vierer-Ketten-Formation in der Anfangsphase gut stand. „Nicht ganz gefallen hat mir, dass die Außenverteidiger sich zu passiv verhalten haben in der Vorwärtsbewegung. Auch das habe ich in der Halbzeitpause angesprochen - und es wurde besser“, sagt Stich. Ein Trainer-Lob geht an den für Stammkeeper Andre Dante (verhindert) eingesprungenen Nico Schaefer: „Er hat seine Aufgabe gut erledigt.“

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Grundsätzlich steckt der junge Kader des FC Castrop-Rauxel sogar noch in der Entwicklungsphase. Die Start-Elf gegen BW Huckarde war im Schnitt 24,8 Jahre alt. Chris Kasprzak war mit 32 Jahren der einzige über 30. Darauf lässt sich in den nächsten Jahren aufbauen und durch gezielte Verstärkungen eine Klasse-Mannschaft formen, die dann ganz oben mitreden kann in der Bezirksliga.

Dass diese Spielklasse mehr abverlangt als die Kreisliga A, ist beim FC inzwischen allen klar. „In dieser Liga gibt es keine leichten Spiele mehr“, weiß Stich.

Was beim Huckarde-Sieg auffiel, war die Zaghaftigkeit bei Distanzschüssen. Die muss nicht sein. Es drängte sich dem Zuschauer das Gefühl auf, dass sich niemand wirklich traute, aus 25 Metern abzuziehen. „Wir arbeiten daran im Training, da sitzen die Bälle aus der Distanz reihenweise im Winkel“, sagt Stich, und fügt schmunzelnd hinzu: „Da fehlen auch die Gegner.“

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Stoßstürmer fehlt noch

Auffällig im Huckarde-Spiel war auch, dass dem FC ein Stürmer fehlt, der den Ball am oder im gegnerischen Strafraum mit dem Rücken zum Tor annimmt, ihn festmacht, und ihn dann nach links, rechts oder im Rückraum einem Mitspieler auflegt. Laut Stich gibt es diese Stürmer bereits mit Michael Dschaak und Fahti Yetmiroglu, die aber länger verletzt waren und erst langsam fit werden. Dschaak hatte bereits eie Einsatzzeit, bei Yetmiroglu möchte Stich weitere ein, zwei Wochen warten, ehe er ihn bringt. „Fahti hat uns in Kreisliga-Spielen gegen RWT Herne regelmäßig abgeschossen. Wenn er fit ist, verstärkt er unseren Angriff enorm“, so Stich.

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