Einst bei Wacker und Frohlinde: Vaidas Rocys hat den Torriecher in Stuttgart nicht verloren

hz„Was macht eigentlich...?“

Früher kickte er mit Mesut Özil, später in der Oberliga und nun in Stuttgart. Vaidas Rocys hat mit 31 Jahren seinen Torriecher noch nicht verloren - dafür aber die sportlichen Ambitionen.

Castrop-Rauxel

, 15.05.2019, 17:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Als er mit zehn Jahren nach Deutschland kam, war seine Zukunft noch völlig offen. Fußballspielen, das konnte Vaidas Rocys schon immer. So kickte er in der Jugend sogar beim FC Schalke 04, gemeinsam mit dem späteren Weltmeister von 2014, Mesut Özil.

Während der Profi aktuell beim FC Arsenal in der englischen Premier League unter Vertrag steht, hat es Rocys in den Süden der Bundesrepublik verschlagen. Seit zweieinhalb Jahren wohnt der Angreifer in Stuttgart - doch die Kontakte nach Castrop-Rauxel, wo er viele Jahre lebte und Fußball spielte, sind nie abgerissen.

Die Schwaben haben eine andere Mentalität als die Ruhrpottler

„Mir geht es gut, danke“, sagt Vaidas Rocys zu Beginn des Gesprächs. Der heute 31-Jährige wohnt nun über 400 Kilometer entfernt von Castrop-Rauxel, doch er fühlt sich wohl. „Die Schwaben sind nicht so locker und lässig, wie man die Menschen aus dem Ruhrgebiet kennt. Aber es ist schön hier, nur die Familie fehlt leider“, so Rocys. Seine Eltern wohnen nämlich immer noch in Castrop-Rauxel.

So wie auch seine engsten Freunde in der Europastadt oder in der Umgebung leben: Christopher Barfuß und Daniel Klein. „Wir haben immer noch einen engen Kontakt“, sagt Rocys. Zudem wohnt mit Jerrit Klein ein weiterer guter Freund mittlerweile in der Schweiz. „Das ist sogar näher an Stuttgart als Castrop-Rauxel, sodass wir uns öfters mal sehen“, so der 31-Jährige.

Rocys ist der Spvg Feuerbach als Torgarant verbunden

Wie seine Freunde auch, ist Rocys immer noch im Fußball verwurzelt. Früher hat er unter anderem für die SG Wattenscheid 09 in der Oberliga gespielt. Heute läuft er in der Bezirksliga auf – für die Spvg Feuerbach. Ein Verein, dem er schon seit längerer Zeit verbunden ist - was auch auf Gegenseitigkeit beruht.

Während eines Praktikums in Stuttgart lief Rocys in der Saison 2014/15 erstmals für Feuerbach auf. „Ich wollte mich eigentlich nur fithalten, aber das Team befand sich auf einem Abstiegsplatz, sodass ich nochmals auflief“, so der 31-Jährige mit litauischen Wurzeln. In sechs Spielen traf Vaidas Rocys zehnmal und sicherte seiner Mannschaft damit den Klassenverbleib. „Auch dadurch habe ich einen guten Draht zu den Leuten und zum Verein“, sagt er.

Einst bei Wacker und Frohlinde: Vaidas Rocys hat den Torriecher in Stuttgart nicht verloren

Heute lebt der 31-jährige Vaidas Rocys in Stuttgart und arbeitet als Projektleiter in der Automobilbranche. © Vaidas Rocys

So kam es, dass Rocys sich nach seinem endgültigen, berufsbedingten Umzug nach Stuttgart vor zweieinhalb Jahren der Spvg Feuerbach wieder anschloss, dem Verein in dem Stadtteil, in dem er nun lebt - allerdings nur kurz. „Ich habe nach einer Saison ein Jahr Pause gemacht, doch der Fußball hat mir gefehlt, vor allem die Bewegungen“, so Rocys. Er sei zwar in der Zeit im Wald gelaufen gegangen, doch das sei kein Ersatz für gewesen. Rocys laufe abseits des Jobs als Projektleiter in der Automobilbranche lieber dem Ball hinterher als durch den Wald. Daher spielt er seit Beginn dieser Saison wieder auf dem Naturrasen der Spvg Feuerbach in der Bezirksliga.

Rocys hat immer noch Spaß am Toreschießen

Seinen Torriecher hat der Kicker, der früher unter anderem für den SV Wacker Obercastrop und den FC Frohlinde auflief, auch mit 31 Jahren noch nicht verloren. „Im Alter ist es ja eher so, dass man weiter nach hinten wandert, aber ich spiele immer noch im Sturm oder offensiven Mittelfeld. Tore schießen macht mir einfach immer noch Spaß, wobei ich auch viele Tore vorbereite“, sagt Rocys.

Schoss er beispielsweise in der Saison 2007/08 in seiner ersten Senioren-Saison für den SV Wacker 17 Tore in der Bezirksliga, war der Litauer in der Spielzeit 2011/12 mit 14 Treffern sogar zwei Ligen höher in der Westfalenliga erfolgreich unterwegs.

In der aktuell laufenden Saison traf Vaidas Rocys in 14 Bezirksliga-Spielen bislang sechsmal. Den Landesliga-Aufstieg kann sein Team aber nicht mehr anpeilen. Wobei sich Rocys in der Bezirksliga auch wohlfühlt: „Ich habe keine Ambitionen mehr auf höhere Ligen.“

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