Verbandsentscheidung wirkt sich auf Teams der HSG Rauxel und des TuS Ickern spürbar aus

Handball

Der Handballverband Westfalen hat Nägel mit Köpfen gemacht bezüglich der Fortsetzung der Saison gemacht. Der Beschluss hat Auswirkungen auf einige Castrop-Rauxeler Mannschaften.

Castrop-Rauxel

, 19.04.2020, 20:30 Uhr / Lesedauer: 2 min
Verbandsentscheidung wirkt sich auf das Landesliga-Team der HSG Rauxel-Schwerin mit Trainer Sebastian Clausen (r) aus.

Verbandsentscheidung wirkt sich auf das Landesliga-Team der HSG Rauxel-Schwerin mit Trainer Sebastian Clausen (r) aus. © Volker Engel

Die Korfballer haben sie vor einer Woche gefällt, die Fußballer warten noch: eine Entscheidung, ob und wie die aktuelle Spielzeit weiterläuft. Nun hat der Handballverband Westfalen (HVW) einen Entschluss gefasst.

Der HVW hat festgelegt, die aktuelle Saison 2019/20 in allen Ligen mit dem Stand vom 12. März 2020 zu beenden. „Eine Fortsetzung und Beendigung der Saison ist unter sportlichen und wirtschaftlichen Gründen nicht mehr möglich“, heißt es in einer Pressemitteilung des Verbandes.

Der westfälische Verband hat in diesem Zusammenhang entschieden, dass es keine Absteiger gibt. Abstiegsgefährdete Mannschaften, die aus eigener Kraft den Klassenverbleib hätten erreichen können, sollen damit nicht bestraft werden, begründet der Verband. Davon profitieren alle drei Männer-Teams der HSG Rauxel-Schwerin: Die HSG 1 als Landesliga-Schlusslicht, die HSG 2 als Kreisliga-Vorletzter sowie die HSG 3 als Vorletzter der 1. Kreisklasse.

Die Frage nach Nichtabstiegs-Shirts

Sebastian Clausen, der Trainer des Landesliga-Teams der Rauxel-Schwerin, sagte am Sonntag: „Ich habe damit gerechnet, dass so entschieden wird. In den allermeisten Ligen wäre es ungerecht gewesen, wenn Mannschaften abgestiegen wären, die noch eine Chance gehabt hätten, unten herauszukommen.“ Sein Team war Mitte März abgeschlagenes Schlusslicht mit nur zwei Punkten auf dem Konto gewesen - und wird jetzt zumindest für das Durchhaltevermögen belohnt.

Nach Bekanntwerden der für sie positiven Nichtabstiegs-Meldung funkten einige von seinen Schützlingen vor allem per WhatsApp-Nachrichten, so Sebastian Clausen: „Das war eine Mischung aus Freude und Sarkasmus. Ein Spieler hat gefragt, ob die Mannschaft nach den Aufstiegs-Shirts im vergangenen Jahr jetzt Nichtabstiegs-Shirts bekommt.“

Die Kreisliga-Handballer des TuS Ickern steigen mit Trainer Ralf Utech (Mitte) in die Bezirksliga auf.

Die Kreisliga-Handballer des TuS Ickern steigen mit Trainer Ralf Utech (Mitte) in die Bezirksliga auf. © Volker Engel

Utech-Team steigt plötzlich auf

Unverhofft kommt oft. Plötzlich ist der TuS Ickern wieder Bezirksligist. Die Mannschaft von TuS-Trainer Ralf Utech ist in der eingefrorenen Kreisliga-Tabelle Zweiter hinter dem Spitzenreiter VfL Hüls. Theoretisch hätten die Ickerner die Marler trotz ihrer vier Punkte Rückstand noch einfangen können. Dafür bekommen sie vom Kreis Industrie eine so genannte Wildcard zugestanden. Dazu sagte Utech am Sonntagabend: „Ja, wir werden den Wildcard-Platz in der Bezirksliga annehmen.“

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Kurz vor Beginn der Corona-Krise ist die HSG Rauxel-Schwerin 2 in der Kreisliga auf einen Abstiegsplatz gefallen. Die Truppe von Trainer Stephan Speckbacher profitiert jetzt von der HVW-Regelung und muss nicht den Gang in die 1. Kreisklasse antreten. Auch die HSG 3 mit Trainer Dennis Dibbern bleibt durch den Verbands-Entscheid vom Abstieg verschont.

Die Frauen der HSG Rauxel-Schwerin steigen in die Kreisliga auf.

Die Frauen der HSG Rauxel-Schwerin steigen in die Kreisliga auf. © HSG/Lara Witthaut

Nicht nur Aufatmen gibt es dieser Tage bei der HSG Rauxel-Schwerin, sondern auch Aufstiegsjubel. Denn das im Sommer 2018 neugegründete Frauen-Team steigt nunmehr in die Kreisliga auf. Die ebenfalls von Stephan Speckbacher betreute Truppe führte vor dem Shutdown die Kreisklassen-Tabelle mit vier Punkten Vorsprung auf den HSV Herbede 2 an.

Im Internet bei Instagram setzten die HSG-Frauen die Nachricht ab: „Danke Corona, wir hätten es aber auch ohne dich geschafft.“ Herbede 2 darf mitaufsteigen. Aufstiegsberechtigt ist auch der Castroper TV (3.), der vier Punkte Rückstand auf Rauxel-Schwerin hat. CTV-Trainer Carsten Schaepers geht davon aus, dass sein Team eine Wildcard erhält. Er sagte am Sonntag dazu: „Man ist nicht gezwungen, sein Team in der höheren Liga zu melden. Wir machen uns dazu erst Gedanken, wenn man sich wieder in der Sporthalle treffen kann.“

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