Victorianer jubelten bei der Hallenstadtmeisterschaft 2001 wie einst Jürgen Klinsmann

hzRobert-Mathis-Cup

Drei verschiedene Vereine gewannen zu Beginn des neuen Jahrtausends binnen fünf Jahren den Hallenstadtmeister-Titel. Wir blicken auf die Jahre 2000 bis 2004 zurück.

Castrop-Rauxel

, 30.12.2019, 13:49 Uhr / Lesedauer: 3 min

Die Jahre 2000 bis 2004 der Castrop-Rauxeler Fußball-Hallenstadtmeisterschaft waren geprägt von torreichen, aber auch spannenden Endspielen. Ein Spieler gewann zwei Endspiele in Folge - für verschiedene Vereine. Die Titelkämpfe von 2000 bis 2004 im Rückblick.

2000: Der erste Hallentitel des SuS Merklinde

Bei den ersten 17 Turnieren war der SuS Merklinde leer ausgegangen. Im Jahr der Jahrtausendwende holte der Verein vom Fuchsweg zum ersten und bislang einzigen Mal den Siegerpokal ab. Die Merklinder (Bezirksliga) setzten sich im Finale mit 10:9 (6:6/5:1) nach Neunmeterschießen gegen Arminia Ickern (Kreisliga) durch.

Christian Franke verwandelte den letzten Schuss zum Sieg des Teams von Trainer Olaf Senking. Danach nahm Spielführer Oliver Wundrock neben dem Cup 1000 Mark Siegprämie in Empfang – noch keine Euro.

Franke, Murat Ucar (je 2) und Mohammed Hakam hatten ein 5:1 zur Halbzeit herausgeschossen. Ickerns Tor von Marcel Beil hatte da nur statistischen Wert.

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Die zweite Halbzeit wurde von Tumulten auf der Tribüne fünf Minuten nach Wiederanpfiff überschattet. Verbale Entgleisungen endeten in einer Rangelei. Nach einer 10-minütigen Unterbrechung und einem Appell des Hallen-Sprechers Marcus Horn (SV Dingen) zur Disziplin auf dem Feld und auf den Rängen wurde das Finale fortgesetzt.

Die Pause schien die Truppe von Arminen-Coach Uwe Römling besser verdaut zu haben. Jens Lehmann brachte mit zwei Toren bei einem Gegentreffer von Ucar Ickern auf 3:6 heran. Torsten Marquardt gelang das 4:6. In den letzten drei Minuten traf Lehmann zum 5:6 und 6:6.

Das Neunmeterschießen ging in die Verlängerung. Je zwei Schützen trafen nicht. Beim Stand von 9:9 spielten Ickerns Marquardt die Nerven einen Streich. Franke nutzte seine Chance zum 10:9.

Zum ersten und einzigen Mal spielte der Club Inter Castrop mit. Der C-Kreisligist erreichte überraschend die Zwischenrunde der besten Acht.

Victorianer jubelten bei der Hallenstadtmeisterschaft 2001 wie einst Jürgen Klinsmann

Andre Majorczyk (links) wurde 2001 von Keeper Christian Fels nach der Siegerehrung auf die Schultern genommen. © Bischof

2001: Victorianer gewinnen Stadtteil-Finale

Zum zweiten Mal nach 1987 setzte sich Victoria Habinghorst (Kreisliga A) die Hallen-Krone auf. Das Team von Coach Andreas Maurer gewann das Finale mit 3:2 (2:1) gegen den VfB Habinghorst (Bezirksliga). Nach der Schluss-Sirene feierten die „Maurer-Gesellen“ ausgelassen, frenetisch bejubelt vom zahlreichen Anhang. Die Kicker zelebrierten ihren Erfolg mit einer „Bauchlandung mit Anlauf“, einem „Diver“ a la Jürgen Klinsmann.

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Victorias Jens Lehmann hatte seinen Freund im VfB-Tor, Ralf Schürmann, per Freistoß zum 1:0 bezwungen. Marko Hibbeln glich nach einem schnellen Freistoß von Thilo Karl zum 1:1 aus. Als Hibbeln eine Zeitstrafe absaß, nutzte Torsten Kruska die Überzahl zum 2:1. Beim 3:1 hatte Sascha Welzel Pech, dass sein Abspiel am eigenen Strafraum von Lehmann energisch abgeblockt wurde, ins Tor. Michael Bittner verkürzte nach Querpass von David Plachcinski auf 2:3 – zu spät.

Platz drei ging an die Spvg Schwerin durch ein 2:1 mit dem Siegtor von Daniel Wiencek gegen Eintracht Ickern. Beide Halbfinals waren in die Neunmeterschießen gegangen. Die Victoria besiegte Schwerin mit 5:3 (1:1). Der VfB hatte gegen Ickern mit 5:4 (1:1) die Oberhand.

2002: Schwerin verhindert das Victoria-Triple

Victoria Habinghorst hatte die Gelegenheit, ein Triple (nach je einem Stadtmeister-Titel in der Halle und auf dem Feld) zu schaffen. Daraus wurde aber nichts. Die Victorianer verpassten als Zwischenrunden-Zweite das Finale. Dieses gewann die Spvg Schwerin durch ein 10:1 (7:1)-Schützenfest gegen den Kreisliga-A-Klassenkameraden Wacker Obercastrop.

Zumindest einem Spieler gelang eine Titelverteidigung: Oliver Wundrock holte vor Jahresfrist mit der Victoria Habinghorst den Hallentitel und war im „blau-gelben“ Trikot erneut erfolgreich.

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Mit insgesamt fünf Toren im Finale schwang sich Sebastian Janas zum „Matchwinner“ für das junge Schweriner Team von Coach Torsten Sengteller auf. Binnen sechs Minuten zog die Spvg zwischen der 6. und 13. Minute Obercastrop sämtliche Zähne, führte mit 6:1.

Torreich war auch das kleine Finale. Hier bezwang Victoria Habinghorst den SV Dingen mit 11:4.

Victorianer jubelten bei der Hallenstadtmeisterschaft 2001 wie einst Jürgen Klinsmann

2003 wurde der VfB Habinghorst mit Trainer Dieter Beleijew erstmals Hallenstadtmeister. © Lukas, Jens

2003: Erster Eintrag des VfB in der Siegerliste

Mit einem 4:2-Endspielsieg sicherte sich der VfB Habinghorst (Bezirksliga) gegen Wacker Obercastrop erstmals den Hallen-Titel. Dabei waren die Wackeraner nach einer Zeitstrafe gegen Sebastian Ulkan durch Lars Synowczyk mit 1:0 in Führung gegangen. Nach dem Seitenwechsel glich Thilo Karl zum 1:1 aus. Martin Janicki brachte mit dem 2:1 den SV Wacker nochmals in Front. Danach drehte der VfB allerdings durch Treffer von David Plachcinski und Tarik Sahintürk den Spieß zum 3:2 noch um.

Mit einem zum Schluss hart umkämpften 4:3 (2:0)-Sieg über den (Bezirksliga)-Klassenkameraden Spvg Schwerin wurde der SuS Merklinde Dritter. Der vierte SuS-Treffer ging auf das Konto von Abwehrspieler Daniel Schreyer.

Victorianer jubelten bei der Hallenstadtmeisterschaft 2001 wie einst Jürgen Klinsmann

So sehen Sieger aus: Die Spvg Schwerin (rechtes Foto) sicherte sich durch ihren 5:3-Endspiel-Erfolg gegen den VfB Habinghorst (beide Bezirksliga) den fünften Titel ihrer Vereins-Geschichte unter dem Hallendach. Zuvor waren Habinghorsts Marc Olschewski (linkes Foto, links) als Torschütze zum 1:0 und 2:0 sowie Dennis Schoenacker (rechts), der das 2:2 erzielte, Hauptdarsteller des Endspiels. Zudem mussten beide nach einer Rangelei mit der Roten Karte vorzeitig das Parkett verlassen. © Lukas, Jens

2004: Schwerin holt sich den Titel zurück

An der Titelverteidigung vorbei schoss der VfB Habinghorst durch ein 3:5 im Finale gegen die Spvg Schwerin. Dabei hatte der VfB mit 2:0 geführt. Habinghorst hatte im Prestigeduell der beiden Bezirksligisten mit dem schnellsten Tor des Turniers einen Traumstart erwischt: Tarek Sahintürk spielte halbhoch auf Bahtiyar Ay. Der per Kopf auf Marc Olschewski. Und der Ex-Schweriner traf volley nach elf Sekunden. Olschewski traf auch zum 2:0. Patrick Kühnle und Dennis Schoenacker glichen zum 2:2 aus. In den letzten fünf Minuten ging alles ganz schnell: Schwerin führte durch Dominik Fritsch, Mohammed Hakam und Kühnle vorentscheidend mit 5:2. Olschewski und Schoenacker gerieten aneinander und sahen Rote Karten.

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Bezirksligist SuS Merklinde hielt im kleinen Finale den SV Yeni Genclik (Kreisliga A) mit 4:3 auf Distanz. Das Yeni-Team verkündete schon vor der Siegerehrung, dass es das Preisgeld von 125 Euro zugunsten der Flutopfer in Südostasien spendet.

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