Coronavirus: Sportverein stellt Einkaufsservice für seinen Stadtteil auf die Beine

Corona-Krise

Der Sportbetrieb ruht wegen der Corona-Krise in Castrop-Rauxel. Die Verantwortlichen eines Vereins wollen in dieser Zeit Menschen in ihrem Stadtteil helfen. Es gibt einen Vier-Punkte-Plan.

Henrichenburg

, 17.03.2020, 12:00 Uhr / Lesedauer: 2 min
Carsten Ferlmann, 2. Vorsitzender und Jugendleiter beim TuS Henrichenburg, hat einen Einkaufs-Lieferservice auf die Beine gestellt.

Carsten Ferlmann, 2. Vorsitzender und Jugendleiter beim TuS Henrichenburg, hat einen Einkaufs-Lieferservice auf die Beine gestellt. © privat (TuS Henrichenburg)

Auf Initiative des 2. Vorsitzenden Carsten Ferlmann organisiert der TuS Henrichenburg (Fußball und Gymnastik) einen Einkaufsservice für Menschen, die im Zusammenhang mit dem Coronavirus Risikopersonen sind: Menschen, die ihre Wohnung nicht verlassen können oder keine familiäre oder sonstige Unterstützung haben.

Alt-Internationale im Vereinsheim waren der Aufhänger

Es gehe hier um Solidarität und Mitmenschlichkeit, für die der TuS Henrichenburg im Stadtteil stehe, erklärte Carsten Ferlmann am Dienstagmorgen: „Wir werden niemanden im Stich lassen und machen das ehrenamtlich.“

Der 42-Jährige hat die Idee am Wochenende spontan entwickelt. „Ich hatte dabei die Gruppe von ‚Alt-Internationalen‘ vor Augen, die sich mittwochs bei uns im Vereinsheim trifft und ihr Bier trinkt. Die sind zwischen 70 und 90 Jahre alt. Von drei von ihnen weiß ich, dass sie auf sich allein gestellt sind.“

Am Montagabend warb Carsten Ferlmann um 21 Uhr im Internet für seine Initiative. Nach wenigen Stunden hatte er bereits zwölf Helfer gewonnen. Ferlmann: „Natürlich werden wir im Internet nicht den Kontakt zu jenen Senioren, denen wir helfen möchten, bekommen.“ Daher sei neben einer Zeitungsmeldung eine weitere Aktion wichtig, so Ferlmann: „Wir wollen überall Plakate aufhängen.“

Ferlmann: „Senioren sind noch überall unterwegs“

Bei seinem letzten Einkauf hat Carsten Ferlmann eine für ihn etwas beunruhigende Beobachtung gemacht: „Aktuell scheinen die Senioren noch nicht den Ernst der Lage begriffen zu haben. Sie sind überall unterwegs.“

Eine der Maßgaben der NRW-Landesregierung lautet: Nicht unbedingt notwendige soziale Kontakte müssen unverzüglich vermieden werden. Daran halten sich offenbar nur wenige, zumindest aber nicht alle.

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Wichtig ist: Der Service des TuS Henrichenburg bezieht sich ausdrücklich auf Lebensmittel und Waren des täglichen Bedarfs. Die Helfer möchten kein Trinkgeld.

Die Anleitung von Carsten Ferlmann in vier Schritten:

1. Sie geben uns Ihre Adresse bekannt.

2. Wir klingeln bei Ihnen.

3. Sie legen (nach Sichtkontakt) das Geld und die Einkaufsliste vor Ihre Tür.

4. Wir gehen einkaufen, klingeln dann bei Ihnen und legen Ihre Einkäufe und Ihr Restgeld vor Ihre Tür.

Leute, die sich in Henrichenburg helfen lassen wollen, melden Sie sich bei Carsten Ferlmann unter Tel. (01520) 2635044 oder bei Vereinskassiererin Anke Bojak unter Tel. (01575) 4679494.

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