„Das ist eine Sauerei“ - BVH-Trainer Arek Knura ist stinksauer

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Dominik Hannemann wollte sich dem BVH anschließen, entschied sich aber kurzfristig, doch bei Grün-Weiß Barkenberg zu bleiben. BVH-Coach Arek Knura ist mächtig sauer.

Holsterhausen, Wulfen-Barkenberg

, 07.07.2020, 11:45 Uhr / Lesedauer: 3 min

Von wenigen Monaten verkündete der A-Kreisligist BVH Dorsten, dass er zum Sommer mit Dominik Hannemann einen neuen Torhüter verpflichtet hätte. Nun, wenige Monate später, hat Hannemann einen Rückzieher gemacht. Statt sich dem BVH anzuschließen, bleibt er seinem alten Verein GW Barkenberg treu. BVH-Trainer Arek Knura ist richtig sauer.

„Das ist eine Sauerei“, sagt der Trainer. „Ich gehöre da zum alten Schlag. Wenn er uns einen Handschlag gibt, dann zählt das für mich.“ Besonders bitter: Da Hannemann sehr kurzfristig absagte, könnte Knura Probleme auf der Torwartposition bekommen.

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Denn zum geplatzten Hannemann-Wechsel Hannemann kommt noch, dass Julian Diedrich, Torwart der BVH-Reserve, zum A-Kreisligisten RW Dorsten geht. Diedrich war in der vergangenen Saison oftmals im Kader des A-Kreisligisten dabei, da die etatmäßige Nummer eins, Marcel Czok, verletzungsbedingt ausfiel.

Nach seinem Achillessehnenriss in der vergangenen Saison fiel Czok fast ein ganzes Jahr aus. Ob er noch einmal zu alter Stärke zurückfindet, ist ungewiss. Vor seiner Verletzung galt er als einer der besten Torhüter der Kreisliga A. Czok hat bereits wieder trainiert, hatte jedoch Schmerzen. „Er soll sich in den kommenden zwei Wochen etwas zurücknehmen“, so Knura.

Marcel Czok, BVH Dorsten

BVH-Keeper hat nach einem Achhillessehnenriss lange pausiert und gerade erst wieder mit dem Training begonnen. © Joachim Lücke

Momentan haben die Holsterhausener eh trainingsfrei. Richtig los soll es am 25. Juli gehen, bis dahin sollen die Spieler individuelle Trainingspläne abarbeiten. „Czoki“, wie sein Trainer ihn nennt, soll solange Pause machen.

„Wir hoffen, dass er auf Dauer wieder hundertprozentig belastbar ist“, sagt Knura. Und wenn nicht? „Dann haben wir ein Problem.“ Denn dann stünde dem BVH mit Marvin Reka lediglich ein etatmäßiger Torwart zur Verfügung.

Um diese Situation zu vermeiden, wollte Knura deshalb unbedingt Hannemann. Der Trainer kannte den Keeper schon von seiner vorherigen Station bei GW Barkenberg. Mit Hannemann wäre das Team auf der Torwartposition mehr als gut aufgestellt gewesen. Umso ärgerlicher nun die Absage. „Schon bei einem Spieler ist das ein Unding, aber bei einem Torhüter ist das noch viel schlimmer“, so Knura. „So kurzfristig findet man keinen neuen Torwart. Es ist ein Unding, das gehört sich nicht!“

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Hannemann selber kann den Ärger Knuras verstehen. „Das sieht auf dem Papier natürlich richtig doof aus“, so der Torwart. „Ich habe mir die Entscheidung auch echt nicht leicht gemacht, das war jetzt nicht aus Jux und Dollerei.“ Am Ende war es aber eine Entscheidung für die Familie. In Barkenberg ist der junge Familienvater dabei, sich eigenes Wohneigentum anzuschaffen, in naher Zukunft steht noch viel an. „In Barkenberg bin ich flexibler, als wenn ich immer nach Holsterhausen fahren müsste“, so der 31-Jährige.

Zusätzlich passte es auch mit der Personalie des neuen GWB-Trainers. Der Vorsitzende der Grün-Weißen, Frank Hoffmann, übernimmt nämlich erneut das Traineramt. „Ich habe mich lange mit ihm unterhalten, und dann auch noch mal intensiv nachgedacht: Am Ende stand für mich die Entscheidung, weiter in Barkenberg zu spielen.“

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Für Arek Knura tut ihm das leid. „Ich kann vollkommen verstehen, dass Arek sauer ist. Er steht nun ohne Torwart da. Leider passieren solche Geschichten, auch wenn sie viel zu häufig passieren. Nun muss ich mich da mit ins Boot nehmen.“

Behelfen will sich der BVH Dorsten nun mit einer internen Lösung. „Sollte Czoki nicht richtig fit werden, dann greifen wir beim Training und bei den Spielen auf die Torhüter der Reserve und der A-Jugend zurück“, erklärt Knura. Und in der Winterpause wolle man sich dann neu umschauen. Für den Fall der Fälle könnte der Trainer allerdings auch auf den Torwart der dritten Mannschaft zurückgreifen.

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Diese neu geschaffene Mannschaft führt einige „prominente“ Namen auf. Christoph Madeja, Robin Rodriguez Garcia und Sascha Mahlitz sind nur drei Namen, die ihre Qualitäten schon in der Bezirks- und A-Kreisliga bewiesen haben. Torwart des Teams wird Leon „Nigel“ Beer. Der ehemalige Keeper von RW Dorsten und dem TuS Gahlen gilt als erfahrener Schlussmann, der ebenfalls schon Bezirksliga gespielt hat. „Im Notfall würde er auch aushelfen, das hat er bereits gesagt“, freut sich Knura.

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