Christina Honsel hatte große Freude auch ohne Fest – und bereits neue Ziele

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Christina Honsel bestätigt in Braunschweig ihre Entwicklung und wird Deutsche Meisterin im Hochsprung. Nun hat sie bereits neue Ziele ins Visier gefasst. Eine große Party gab es aber nicht.

von Thomas Braucks

Dorsten

, 09.08.2020, 19:10 Uhr / Lesedauer: 2 min

Ein rauschendes Fest hat die Dorstenerin Christina Honsel am Samstag im Eintracht-Stadion in Braunschweig nicht feiern können. Das verhinderten schon die strengen Vorschriften bei diesen Deutschen Meisterschaften, die im Zeichen von Corona ohne Zuschauer stattfanden.

„Eine Stunde nach dem Wettkampf haben wir das Stadion wieder verlassen müssen“, berichtet die neue Deutsche Meisterin Hochsprung. So ging es noch einmal kurz zurück ins Hotel und danach ab nach Hause ins Revier. So ungewöhnlich der Rahmen auch war: „Über den Titel freue ich mich trotzdem sehr“, sagt Christina Honsel. „Toll, dass der DLV diese Meisterschaft doch noch möglich gemacht hat.“

Nach ihrem Sieg bei der U20-DM 2015 und der Bronzemedaille bei den Deutschen Hallenmeisterschaften 2019 in Leipzig feierte die Studentin nun ihren größten nationalen Erfolg. Ein Titel, der für Leichtathletik-Experten keine Überraschung war.

Honsel war Mitfavoritin

In Abwesenheit von Titelverteidigerin Marie-Laurence Jungfleisch und Mitfavoritin Imke Onnen ging die formstarke Dorstenerin als Favoritin an den Start. Und diese Rolle füllte die 23-jährige Athletin vom TV Wattenscheid 01 auch bestens aus. „Bis auf einen kleinen Wackler war das schon ganz gut“, befand auch die Athletin.

Bis 1,84 m nahm Christina Honsel alle Höhen fast spielend leicht im ersten Anlauf. Bei 1,87 m benötigte sie einen zweiten Versuch. Zu diesem Zeitpunkt war die erste Entscheidung im Kampf um die Medaillen bereits gefallen.

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Lavinja Jürgens (TSV Kranzegg) kam nicht über 1,84 m hinaus und wurde Dritte. Bei 1,87 m konnte nur Alexandra Plaza (LT DSHS Köln) mithalten. Als Christina Honsel dann mit einem exzellenten Sprung gleich im ersten Versuch über 1,90 m flog und damit ihre Saisonbestleistung bestätigte, war der Kampf um den Titel entschieden. An der Höhe versuchte sich Alexandra Plaza vergeblich.

Im Anschluss ließ die Dorstenerin, die 2019 bei der U23-Europameisterschaft in Schweden mit Bestleistung von 1,92 m Silber gewann, noch 1,93 m auflegen. Die waren am Samstag in Braunschweig noch einen Tick zu hoch.

Dorstenerin hat die Norm für Olympia im Visier

„Es ist aber nicht so, dass die Spannung schon raus war“, sagt sie. „Die Höhe wäre ich schon gern gesprungen.“ Dass es (noch) nicht klappte, konnte die Dorstenerin mit dem DM-Titel in der Tasche aber locker verschmerzen.

In der kommenden Woche nimmt die Athletin bei einem Meeting in Polen noch einen Anlauf auf eine neue Bestleistung. Danach ist die Saison abgehakt, es beginnt bereits die Vorbereitung für 2021. Im kommenden Jahr will Christina Honsel wieder angreifen - am liebsten die Norm für die Olympischen Spiele , die bei 1,96 m liegt.

Dann hoffentlich wieder mit Leichtathletik-Fans auf der Tribüne. Anders als in Braunschweig. „Dass keine Zuschauer da waren, habe ich beim Wettkampf nicht so gespürt“, sagt Christina Honsel. „Aber zu einer Deutschen Meisterschaft in ein leeres Stadion zu kommen, fühlte sich schon merkwürdig an.“

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