Corona und die Folgen - was passiert, wenn die Saison nicht weitergeht?

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„Ich weiß, dass ich nichts weiß“, sagte der griechische Philosoph Sokrates einst – und hätte damit auch die aktuelle Lage des Amateurfußballs in den Zeiten von Corona trefflich beschrieben.

Dorsten, Schermbeck, Raesfeld

, 17.03.2020, 11:33 Uhr / Lesedauer: 2 min

Denn aktuell herrscht große Ungewissheit, wie und auch ob es mit der Saison 2019/20 noch weitergeht.

Doch was würde ein Saisonende tatsächlich bedeuten? Wäre der aktuelle Tabellenstand der endgültige? Oder gäbe es ein Jahr ohne Auf- und Absteiger?

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„Es gibt bisher keine konkreten Überlegungen“, sagt Klaus Overwien, Mitglied des Verbandsfußballauschusses (VFA) des Fußball- und Leichtathletik-Verband Westfalen (FLVW): „Nach der Einstellung des Spielbetriebs sind sehr viele Fragen aufgekommen. Dazu gibt es keine Patentlösungen, weil es solch einen Fall noch nicht gab. Wir werden in den nächsten Tagen und Wochen gründlich überlegen, wie wir mit Auf- und Abstieg umgehen.“

“Noch zu früh für Konkretes“

Christian Schubert, Presseabteilung FLVW und Mitglied der Taskforce „Coronavirus“ beim FLVW ergänzt: „Es ist noch zu früh, irgendwas Konkretes zu sagen. Momentan werden verschiedene Szenarien erarbeitet. Momentan hat sich beim Verband eine Task Force gebildet, die mehrmals täglich zusammenkommt.“

Overwien weist darauf hin, dass es vor allem viele Dinge im rechtlichen Bereich im Zusammenhang mit den verschiedenen Ausgängen zu beachten gilt. Was passiert bei einem Abbruch? Was passiert, wenn weitergespielt wird oder wenn der Status Quo genommen wird?

“Keine Alleingänge“

„Die Entscheidungen sollten gut durchdacht sein und ein einzelner Verband oder Kreis sollte keinen Schnellschuss wagen. Wir werden regelmäßig zusammenkommen - sei es per Telefon oder persönlich, um darüber zu entscheiden, wie es weitergeht“, sagt der Mann vom FLVW.

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Wichtig sei, dass eine Liga-neutrale Entscheidung getroffen wird und dass zeitnah Regelungen gefunden werden. „Wir sollten nicht bis zum 19. April warten“, meint Overwien, der noch auf einen anderen Punkt hinweis: „Allerdings sind wir auch von den Kommunen abhängig. Wenn die Vereine nicht auf die Sportplätze dürfen, um zu trainieren, ist das auch ungünstig für den weiteren Spielbetrieb.“

“Prognose wäre jetzt unseriös“

„Eine Prognose zum jetzigen Zeitpunkt wäre absolut unseriös“, sagt auch Manfred Schnieders. Bei dem für den Amateurfußball zuständigen Vizepräsidenten steht das Telefon seit der verordneten Fußballpause kaum still. Nachrichten und E-Mails häufen sich in den Postfächern der Verbandsfunktionäre.

„Wir alle können absolut nachvollziehen, dass Vereine, Fans und Medien wissen wollen, wie mögliche Szenarien aussehen könnten. Was ich sagen kann: Wir denken in alle Richtungen. Was wir nicht sagen können, ist, wie sich die Coronavirus-Situation weiter entwickelt“, kann und will Reinhold Spohn keine Wasserstandsmeldungen abgeben. Für den Vorsitzenden des Verbands-Fußball-Ausschusses (VFA) steht wie für alle Verantwortungsträgerinnen und -träger des FLVW die Gesundheit an erster Stelle.

“Nehmen die Sorgen sehr ernst“

„Gerade Amateurvereine haben mit finanziellen Einbußen zu kämpfen. Auch hier geht es - natürlich in weitaus geringerem Maße als in den Profiligen - um Eintrittsgelder, Einnahmen durch den Verkauf von Speisen und Getränken sowie Werbeerlöse. Wir nehmen die Sorgen sehr ernst, können aber in keiner Weise absehen, wie und ob der Spielbetrieb fortgesetzt werden kann“, bittet Schnieders Vereine und Öffentlichkeit um Verständnis.

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