Das Corona-Wochenende des Dorstener Sports - eine Chronologie des Schreckens

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Die negativen Meldungen für die heimischen Sportler reichen von Donnerstag bis kommenden Mittwoch und umfassen fast alle Sportartenl. Auch Fußball-Oberligist SV Schermbeck ist erneut betroffen.

Dorsten, Schermbeck, Raesfeld

, 25.10.2020, 17:58 Uhr / Lesedauer: 3 min

Freitagabend, 22.30 Uhr. Der Vorstand des SV Rot-Weiß Deuten erfährt, dass ein Spieler der ersten Mannschaft positiv auf Corona getestet wurde. Der Auftakt zu einem Wochenende im Zeichen von Corona? Nein. Denn das hat im Grunde schon früher angefangen.

Am Donnerstag, als Basketball-Regionalligist BSV Wulfen ebenfalls einen positiv getesteten Spieler meldete und sein Meisterschaftsspiel gegen die BG Hagen absagte.

Am gleichen Tag entschied der Handball-Verband Niederrhein, den Spielbetrieb bis mindestens zum 15. November pausieren zu lassen. Bis Mittwoch sei der Vorstand noch sicher gewesen, den Spielbetrieb weiter aufrecht erhalten zu können, heißt es in der entsprechenden Erklärung auf der Homepage des Verbandes. Aber: „Wie im März haben sich die Ereignisse seit gestern Nachmittag dann wieder überschlagen.“

Am Donnerstagabend tagte die Ständige Konferenz des Fußball- und Leichtathletik-Verbandes Westfalen (FLVW). Obwohl einige Kreisvorstände bereits über regionale Unterbrechungen nachdenken, lautete der Tenor: Bis auf weiteres wird es im FLVW keine flächendeckende Unterbrechung des Spielbetriebes geben.

Am Freitagmittag zogen die Fußballer des BVH Dorsten und Staffelleiter Franz-Josef Humme die Reißleine für die Spiele der Holsterhausener Seniorenmannschaften an diesem Wochenende. Bis dahin wartete der BVH nach wie vor vergeblich auf das Testergebnis eines Spielers seiner ersten Mannschaft, dessen Frau am 10. Oktober positiv getestet worden war und der seitdem in Quarantäne lebte.

Verein und Staffelleiter hatten sich den Freitagmittag als Deadline für ihre Entscheidung gesetzt. Das Ergebnis erreichte Spieler und Verein schließlich am Samstagabend und war – negativ.

Der Freitagabend brachte dann wie erwähnt auch den Westfalenliga-Fußballern des SV Rot-Weiß Deuten schlechte Nachrichten. Im erweiterten Familienkreis eines Spielers war am Wochenende zuvor ein Coronafall aufgetreten. Der Spieler ließ sich testen und bekam am Freitag ein positives Ergebnis.

Er hatte zwar in Abstimmung mit dem Vorstand seit Anfang der Woche nicht mehr am Training teilgenommen. Weil er jedoch am vergangenen Sonntag noch beim Spiel gegen Hagen dabei war, schickte das Gesundheitsamt auch seine Teamkollegen in Quarantäne. Das Deutener Spiel beim SV Wacker Obercastrop wurde abgesagt.

Dasselbe Schicksal ereilte am Freitag die Partie der Bezirksliga-Fußballerinnen des TuS Gahlen gegen die DJK Spvgg. Herten. Hier war ein Corona-Verdachtsfall bei den Hertenerinnen der Grund.

Die Kreisliga-Kickerinnen des TSV Raesfeld sagten dagegen ihre Partie gegen den FC Marl ab, weil sie auf ein Testergebnis einer eigenen Spielerin warten. „Wir haben am Samstag davon erfahren und sofort die zuständigen Stellen informiert“, erklärte Trainer Michael Eilers. Auch hier lautete die Devise der Beteiligten: „Nur kein Risiko!“

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Ebenfalls am Samstag erklärten die Vorsitzenden der Handballkreise mehrheitlich den Spielbetrieb in den Bezirksligen für ausgesetzt. Dies gilt wie der Beschluss des Handballkreises Industrie für seinen Ligenbetrieb bis zum 30. November. Danach soll erneut beraten werden.

Die Stadt Bochum kündigte schon am Freitag an, dass der Sportbetrieb auf ihrem Gebiet ab diesen Montag komplett ruhen wird.

Spieler der BG Dorsten getestet

Wie schnell einzelne Spieler und damit eine ganze Mannschaft in den Corona-Strudel geraten können, musste auch die BG Dorsten erleben. Zwei ihrer Spieler hatten privat Kontakt zu dem erkrankten Spieler des BSV Wulfen gehabt und mussten getestet werden. Zum Glück waren alle Tests negativ, sodass die BG zum Auswärtsspiel in Herford komplett antreten konnte.

Der BSV hatte seinen Regionalliga-Kader am Freitag bei Teamarzt Dr. Marco Landwehr testen lassen. Dabei gab es bislang einen positiven Test, es liegen aber bei weitem noch nicht alle Ergebnisse vor. Der BSV bleibt damit in Quarantäne.

Mit der Partie zwischen den NEW Elephants Grevenborich und den Dragons Rhöndorf fiel am Samstag eine zweite Partie der 1. Regionalliga wegen eines Coronaverdachts aus. Betroffen waren hier die Rhöndorfer.

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Im Vorfeld seines Spiels gegen Spitzenreiter Grün-Weiß Barkenberg erklärte Fußball-B-Ligist SuS Hervest-Dorsten am Freitag, dass die Partie und das Vorspiel der beiden Zweitvertretungen wegen der Begrenzung auf maximal 100 Personen auf der Anlage ohne Publikum stattfinden sollten. Letztlich ließen die Hervester einige Mitglieder ihres Funktionsteams herein und informierten auch die Barkenberger, dass ihr Vorstand oder einige ausgesuchte Fans mitkommen dürften.

„Insgesamt ist uns heute aber ein schönes Stück Geld durch die Lappen gegangen“, ärgerte sich SuS-Kassierer Dennis Brüggemann: „150 Fans wären heute locker gekommen, auch bei dem Regen.“

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Und die Negativmeldungen reichen noch über das Wochenende hinaus: Am Sonntag erfuhr Sleiman Salha, Trainer des Fußball-Oberligisten SV Schermbeck, dann schließlich, dass sein Team nach den ausgefallenen Partien gegen Sprockhövel (Donnerstag) und Wattenscheid (Sonntag) auch am kommenden Mittwoch spielfrei haben wird: Die Partie beim FC Eintracht Rheine muss verschoben werden, weil auch bei Rheine ein Corona-Verdachtsfall aufgetreten ist. „Rheines Trainer sagte, das Testergebnis werde wohl nicht vor Mittwoch vorliegen. Wir können schon wieder nicht spielen.“

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