So unterschiedlich läuft der Wiedereinstieg in den Kommunen

hzSportplätze und Sporthallen

Dorstens Sportler haben wie alle anderen unter dem Lockdown des Sportbertriebs gelitten. Der Vergleich mit anderen Kommunen zeigt allerdings: Es hätte auch schlimmer kommen können.

Dorsten, Schermbeck, Raesfeld

, 28.05.2020, 16:15 Uhr / Lesedauer: 3 min

Sie müssen Abstand halten, Bälle und Trainingsgeräte desinfizieren, selbst Bänke, auf denen sie gesessen haben. Sie müssen eine Anwesenheitsliste führen, sich vorm Training die Hände waschen und danach die Halle wischen. Aber – sie können wieder trainieren.

Können die heimischen Sportler aus Dorsten, Schermbeck und Raesfeld sich damit glücklich schätzen? Oder müssen sie neidvoll auf ihre Kollegen in den anderen Kommunen blicken? Eine Umfrage unserer Redaktion gibt einen Überblick.

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Rückblende: Es war ein Donnerstag, mit dem das Leben auf die Sportanlagen wieder zurückkehrte: Seit dem 7. Mai, fast zwei Monate nach der Schließung der Sportanlagen infolge des Coronavirus, durften Outdoor-Sportanlagen wieder für kontaktlosen Sport öffnen. Die Ankündigung überraschte damals viele Sportvereine, die noch gar nicht vorbereitet waren, weil ihnen einige Tage Vorlauf fehlten. Aber auch private Betreiber warteten teilweise noch einige Tage, bis sie alle Auflagen erfüllen konnten.

Vier Tage später, am 11. Mai, durften auch Sporthallen öffnen – bis auf den Kreis Coesfeld, in dem der Ausbruch des Coronavirus in der Schlachterei des Unternehmens „Westfleisch“ zu einer Überziehung des festgelegten Grenzwertes von 50 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohnern geführt hatte. Doch auch hier hob das Land Nordrhein-Westfalen das Öffnungsverbot für Sporteinrichtungen mit geschlossenem Dach eine Woche später, am 18. Mai, auf, indem es die Corona-Schutzverordnung anpasste.

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Trotzdem gab es auch zwischen den anderen Städten und Gemeinden Unterschiede. Denn die Kommunen dürfen ihre Sportanlagen nach eigenem Ermessen sperren oder öffnen, auch nachdem der Zwang zur Schließung beendet war.

Genau das stand in den meisten Leitfäden der Fachverbände zur Rückkehr der Vereine in einen geregelten Sportbetrieb an einer der vordersten Stellen. Der Deutsche Fußball Bund etwa schrieb: „Es muss sichergestellt sein, dass der Trainingsbetrieb in der jeweiligen Kommune behördlich gestattet ist.“ Doch wie sieht es Städten und Gemeinden konkret aus?

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Bei der Umfrage unserer Redaktion unter Pressestellen von fast 60 Kommunen im Ruhrgebiet und Münsterland kam heraus, dass ein Flickenteppich von Normen und Maßnahmen in den Städten und Gemeinden herrscht. Die Redaktion wollte wissen, ob und seit wann Sportplätze und Sporthallen bereits geöffnet haben oder ab wann eine Öffnung geplant ist. Außerdem wollten wir wissen, ob die Städte und Gemeinden ein Hygienekonzept durch die Vereine vorgelegt bekommen wollen und dieses zu einer Bedingung für die Öffnung der kommunalen Sportstätten machen.

Sportplätze sind überwiegend wieder geöffnet

Die Auswertung ergab: In mehr als drei Vierteln der befragten Kommunen haben die Sportplätze bereits vollumfänglich wieder geöffnet. Nur in vier Kommunen haben sie weiterhin geschlossen: Selm, Datteln, Stadtlohn und Legden. In fünf weiteren Städten haben nur ein Teil der Sportplätze oder die Plätze nur für einen Teil der Sportarten geöffnet. Vier Kommunen antworteten nicht.

Die Öffnung der Sportplätze erfolgte schubweise: Etwa ein Viertel der befragten Kommunen gab an, bereits mit dem 8. Mai geöffnet zu haben. Ein zweites Viertel öffnete mit dem 11. Mai, das dritte Viertel mit dem 18. Mai. 13 Städte und Gemeinden machten hierzu keine Angaben.

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Bei den Sporthallen ist der Riegel noch häufiger vor der Tür: Nur etwas mehr als die Hälfte (Stand 26. Mai) der Kommunen hatte ihre Hallen auch für Vereinssport geöffnet. Einige haben sie nur für Schulen geöffnet. Viele Kommunen haben angekündigt, bis zum Monatsende die Hallen geschlossen zu halten und die erhofften weiteren Lockerungen abzuwarten.

Ausnahmen bilden oft Sportanlagen, Hallen und Freiluft-Plätze, die in Vereinsverwaltung sind. Zu hören ist auch immer wieder, dass Vereine trotz Erlaubnis auf das Training verzichten würden – die Sportstätten dürfen also öffnen, werden aber nicht genutzt. Eine Ballung nach Regionen, Kreisen oder eine Tendenz bei Großstädten oder kleinen Gemeinden gibt es nicht.

Überwiegende Mehrheit fordert ein Hygienekonzept

Die überwiegende Mehrheit der Verwaltungen fordert auch ein Hygienekonzept von Sportvereinen an, ehe sie die Anlagen – indoor wie outdoor – für den Sportbetrieb freigeben. Dabei sind die Kommuen unterschiedlich streng: Die Stadt Lünen fordert ein Hygienekonzept nur für die Sporthallen, sobald diese öffnen werden. In Castrop-Rauxel müssen Hygienekonzepte sogar für Aktivitäten auf Straßen und in Wäldern vorliegen.

Nur 13 Kommunen gaben bei der Recherche an, dass sie auch ohne die Einsicht in die Hygienekonzepte die Sperrung aufgehoben haben, verweisen aber entweder zum Teil auf eigene Vorschriften oder die Einhaltung der geltenden Verordnung zum Schutz vor dem Coronavirus sowie Hinweise der Verbände.

Unterm Strich kann man sagen: In Dorsten, Schermbeck und Raesfeld sind die Sportler bislang beim Wiedereinstieg nicht schlecht gefahren.

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