Corona: So beantworten die Clubs die FLVW-Abfrage zum Saisonende

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Bis Dienstag können die Amateurfußball-Vereine ihr Votum bei der Befragung des FLVW zur Saison 19/20 abgeben. Vier Szenarien standen zur Wahl. Einen klaren Favoriten? Gibt es nicht.

Dorsten, Schermbeck, Raesfeld

, 21.04.2020, 07:15 Uhr / Lesedauer: 3 min

Am liebsten würden sie weiterspielen. Da sind sich die heimischen Amateurfußballer einig. Doch bei der Befragung, die der Fußball- und Leichtathletik-Verband Westfalen (FLVW) noch bis einschließlich Dienstag bei seinen Vereinen durchführt, hat nur ein Club diese Option angekreuzt: der SV Eintracht Erle.

Abteilungsleiter Dirk Meierwisch ist sich allerdings im Klaren: „Unter den gegenwärtigen Bedingungen wird das wohl nichts.“ Und genau deshalb haben die anderen Vereine auch für eine der drei anderen Optionen, die zur Wahl standen: die Annullierung der Saison, den Abbruch mit Wertung nach der Hinrundentabelle oder den Abbruch mit Wertung nach dem aktuellen Punktestand.

Für die Annullierung der Spielzeit 2019/20 haben vier der heimischen Clubs gestimmt: die beiden Landesligisten SV Dorsten-Hardt und Rot-Weiß Deuten, der SV Lembeck sowie der SV Altendorf-Ulfkotte. Beweggründe für diesen Standpunkt legt vor allem Deutens Sportlicher Leiter Mathias Deckers dar: „Eine Fortsetzung erschien uns wenig sinnvoll. Damit hätte man gleich die nächste Spielzeit mitverbockt. Wir haben für die Annullierung gestimmt, weil wir glauben, dass diese Lösung die wenigsten Auswirkungen auf die Saison 2020/21 hat. Gäbe es keine Absteiger, würden die Ligen aufgebläht, und wir hätten gleich wieder ein Terminproblem – selbst wenn die nächste Saison pünktlich anfangen sollte.“

„Eine Annullierung belastet die neue Saison am wenigsten.“
Mathias Deckers, RW Deuten

Für Mannschaften, die aktuell mit weitem Vorsprung Tabellenführer seien, tue es ihm zwar leid, erklärte Deckers: „Aber das ist dann eine von 16. Bei anderen Lösungen müssten mehr Vereine leiden.“ Genau so sieht s auch Matthias Gördes, Abteilungsleiter des SV Lembeck. Und mit etwas Abstand, so Mathias Deckers, werde man hoffentlich auch bald sagen: „Es gibt wichtigere Dinge.“

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Bleibt noch das Szenario des vorzeitigen Saisonabbruchs mit Aufsteigern, aber ohne Absteiger. Die Mehrzahl der heimischen Clubs, nämlich neun, stimmt dafür. Einig sind sie sich deshalb aber nicht. Fünf Vereine wollen die Frage, wer aufsteigt, mit der Hinrundentabelle beantworten, vier mit der aktuellen.

Der SV Schermbeck, der TSV Raesfeld, Blau-Weiß Wulfen, Rot-Weiß Dorsten und SuS Hervest-Dorsten plädieren für die Wertung nach der Hinserie.

„Immerhin würde damit im Gegensatz zur Annullierung eine Saison bewertet, von der immerhin 20 Spiele gespielt wurden“, führt der 2. Vorsitzende des SV Schermbeck Thorsten Schröder an, und Blau-Weiß Wulfens Vorsitzender Stefan Knieper meint: „Das wäre gerechter. Da hätten alle Teams gleich viele Spiele.“ Was, wie Thorsten Schröder anmerkt, leider auch nicht ganz stimmt: „In der Oberliga hatte RW Ahlen zu dem Zeitpunkt ein Spiel weniger als die Konkurrenz.“ Ein Spiel, das entscheidende Veränderungen bedeuten könnte, denn die Ahlener lagen als Tabellendritter nur zwei Punkte hinter dem Zweiten Meinerzhagen. Ein Sieg, und sie wären Regionalligist.

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Man sieht: Jede Lösung hat ihre Fallstricke. SuS Hervests Trainer Alessandro Roccaro gefällt deshalb die gesamte Befragung nicht wirklich: „Eine wirklich zufriedenstellende Option war nicht dabei.“ Die Hervester haben sich deshalb für Abbruch auf Basis der Hinrunde entschieden. „Aber eigentlich“, so Roccaro, „muss es, wenn es Aufsteiger gibt, auch Absteiger geben.“

„Wenn es Aufsteiger gibt, muss es auch Absteiger geben.“
Alessandro Roccaro, SuS Hervest-Dorsten

Letztere sind auch beim zweiten Abbruch-Szenario nicht vorgesehen. Lediglich in der Aufstiegsfrage gäbe es in den verschiedenen Ligen einige wenige Veränderungen, wenn man zur Entscheidung die aktuelle Tabelle heran zieht. Eine Lösung, die der BVH Dorsten, der SSV Rhade, Grün-Weiß Barkenberg und der TuS Gahlen favorisieren.

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Für die Rhader geht es dabei noch um eine eigene große Chance. „Im Sinne unserer U17-Mädchen müssten wir eigentlich sogar für eine Fortsetzung der Saison stimmen“, erklärte Martin Trockel. Rhade steht in der U17-Regionalliga auf Platz drei, hat aber weniger Spiele als die Konkurrenz ausgetragen. Da der SSV die Fortsetzung aber für sehr unwahrscheinlich hält, stimmt er für den Abbruch auf Basis der aktuellen Tabelle. „Vielleicht bekommen wir so noch eine Chance“, sagt Trockel. Im Handball hatten viele Landesverbände die endgültige Platzierung mithilfe eines Quotienten aus Anzahl der Spiele und Punkte ermittelt.

So fällt das Votum der heimischen Clubs gespalten aus. Eine klare Mehrheit gibt es nur für den Abbruch der Saison. Bei der weiteren Entscheidungsfindung ist der Verband aber nicht zu beneiden.

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