Zwei positive Coronatests beim SV Schermbeck

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Beim Fußball-Oberligisten SV Schermbeck wurde mindestens zwei Personen aus dem Kader der ersten Mannschaft positiv auf Covid 19 getestet.

Schermbeck

, 31.08.2020, 13:21 Uhr / Lesedauer: 2 min

Der Montag brachte die traurige Gewissheit: Ein Cotrainer und ein Spieler des Oberligisten SV Schermbeck haben sich mit dem Corona-Virus infiziert. Das bestätigte die Pressestelle des Kreises Wesel unserer Redaktion am Mittag für den Cotrainer; später meldete sie dann auch den zweiten positiven Corona-Test.

Ob der SVS damit am kommenden Sonntag das Oberliga-Auftaktspiel beim Holzwickeder SC absagen muss, steht aber noch nicht fest. Staffelleiter Reinhold Spohn erklärte auf die Frage, was der positive Corona-Test für den Spielbetrieb bedeute: „Das bedeutet, dass der Westdeutsche Fußball-Verband Paragraph 47 seiner Spielordnung ändern muss.“

Dieser besagt unter Ziffer a, dass „die Spielleitende Stelle ... Spiele nur absagen oder verlegen (kann), wenn verbandsseitiges Interesse oder höhere Gewalt vorliegen.“ Spohn kündigte an, dass eine Entscheidung in dieser Angelegenheit Mittwoch vorliegen könne.

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Bis dahin hofft der SV Schermbeck auch die restlichen Testergebnisse vorliegen zu haben. „Wenn die alle negativ sein sollten, könnten wir meiner Meinung nach Donnerstag wieder mit dem Training beginnen“, sagte der 2. Vorsitzende Thorsten Schröder am Mittag, als der zweite positive Test noch nicht bekannt war.

Am Montagmittag lagen den Schermbeckern neben dem Test des Cotrainers aber auch schon andere Ergebnisse von Akteuren aus dem Oberliga-Kader vor. „Allesamt negativ“, berichtete Trainer Sleiman Salha: „Sogar von einem Spieler, der die klassischen Symptome wie Verlust des Geschmacks- und Geruchssinns aufwies.“ Doch nicht nur deshalb fühlt sich Salha derzeit sehr verunsichert.

„Man weiß halt nicht genau, woran man ist. Das Gesundheitsamt hat beispielsweise gesagt, es müssten sich nicht unbedingt alle von uns testen lassen.“ Das gelte nur für Kontaktpersonen ersten Grades, die über längere Zeit in unmittelbarer Nähe mit dem Infizierten zu tun gehabt hätten. Im Rahmen der Kontaktnachverfolgung wurden sechs Vereinsmitglieder ermittelt, die als Kontaktpersonen gelten und wohnhaft im Kreis Wesel sind. Für diese sechs Personen wurden Quarantänen ausgesprochen.

Da viele Vereinsmitglieder nicht im Kreis Wesel wohnen, fallen sie unter die Zuständigkeit anderer Gesundheitsämter. Für diese Personen übernehmen die jeweils zuständigen Gesundheitsämter die Kontaktnachverfolgung und ordnen gegebenenfalls notwendige Quarantänen an. Ein Prozess, der einige Tage dauern dürfte.

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Für Sleiman Salha steht aber nicht nur deshalb eines fest: „So macht die Saison für mich keinen Sinn. Wenn im Herbst und Winter die Grippewelle kommt, wer soll dann noch entscheiden, wer zum Coronatest muss und wer nicht? Und wenn man dann einen Spieler testet – muss dann alles wieder auf Eis gelegt werden? Das machen doch auch die Arbeitgeber nicht mit. Da vergeht einem doch die Lust auf Fußball, denn das wird uns jetzt häufiger passieren, siehe Rot-Weiß Oberhausen.“

Regionalligist RWO hatte am Montag ebenfalls wegen eines Corona-Falls seinen Meisterschaftsauftakt beim FC Wegberg-Beeck absagen müssen.

“Spielvorbereitung wäre nicht optimal“

Bis der Westdeutsche Fußball-Verband über seine Spielordnung entschieden hat, wird der SV Schermbeck also mindestens noch im Ungewissen sein, ob er am Sonntag spielen kann beziehungsweise muss. Denn selbst wenn das Salha-Team am Donnerstag auf den Trainingsplatz zurück könnte, wäre die Vorbereitung auf das erste Punktspiel natürlich gehörig durcheinander gebracht.

„Das ist alles andere als optimal“, sagt Thorsten Schröder. Allerdings meint er auch: „Den Spielplan deshalb gleich am ersten Spieltag durcheinanderwerfen wollen wir auch nicht. Nicht zuletzt, weil er mit 40 Partien eh schon äußerst eng gestrickt ist.“

Doch die Entscheidung darüber liegt nun beim WDFV. Und sie fällt wohl frühestens am Dienstagabend.

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