Coronavirus: So stehen die Dorstener Clubs zum Saisonende

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Die Tischtennis-Saison 2019/20 ist beendet. Das hat der Deutsche Tischtennis-Bund am Dienstag entschieden. Doch das schmeckt längst nicht allen heimischen Vereinen.

Dorsten, Schermbeck

, 02.04.2020, 15:30 Uhr / Lesedauer: 2 min

Denn der DTTB hat festgelegt, dass die aktuelle Tabelle als Abschlusstabelle gewertet wird und Auf- und Abstiege danach geregelt werden. Doch das führt zu Härtefällen.

Beim TTV Hervest-Dorsten etwa hat der somit feststehende zehnte Platz der ersten Herrenmannschaft einen bitteren Beigeschmack. Denn die Hervester liegen in der Bezirksliga 1 zwar auf Rang zehn. Bei fünf Punkten Rückstand auf das rettende Ufer haben sie aber zwei Spiele weniger ausgetragen als die Konkurrenz. Bei regulärem Saisonverlauf müsste der TTV noch sechs Partien austragen. Genug, um einen solchen Rückstand noch aufzuholen. Zumal gerade die Partien gegen die Teams vom Tabellenende noch ausstanden. Doch das bleibt den Hervestern mit der Entscheidung des DTTB nun verwehrt.

Vorsitzender Andre Funcke hofft, dass der zehnte Rang als Relegationsplatz doch den Klassenerhalt bedeutet. „Da müssen wir jetzt auf den Landesverband hoffen“, sagte Funcke am Donnerstag im Gespräch mit unserer Redaktion. Klar sei aber auch: „Wenn es bei einer solchen Entscheidung für den einen passt, gibt es immer einen, für den es dementsprechend nicht passt.“ Einen Cut auf Basis der Hinrundentabelle hätte Funcke aber für die gerechtere Lösung gehalten: „Dann hätten alle gleichviele Spiele gehabt.“

“Bei der Entscheidung spielte Fairness keine Rolle“

Auch Sven Elrich, Abteilungsleiter des SV Schermbeck, hat mit der Entscheidung des Verbandes so seine Probleme. „Bei dem Vorgehen haben meines Erachtens nur rein sportjuristische Erwägungen eine Rolle gespielt. Worum es überhaupt nicht ging, war Fairness“, sagte Elrich.

Denn auch den Schermbeckern raubt das frühzeitige Saisonende eine große Chance. Die vierte Mannschaft des SVS, in der Hinrunde der 3. Kreisklasse A noch Tabellenzweiter, liegt nach der Neuaufteilung der Mannschaften in der Rückrunde aktuell auf den sechsten Platz. Vom heiß ersehnten Aufstieg ist die Schermbecker Vierte gerade einmal zwei Zähler entfernt – und wird nun aller Voraussicht nach unsanft ausgebremst.

„Noch muss man abwarten, ob sich nicht vielleicht doch weitere Aufstiegsplätze ergeben“, meint Sven Elrich, „doch es sieht nicht gut aus. Stand jetzt war es das mit dem Aufstieg, für den die Jungs ein halbes Jahr wirklich sehr, sehr viel gegeben haben.“

Bei allem Frust will Elrich die Entscheidung aber letztlich akzeptieren: „Wir werden sicher noch ein paar Tage grummeln. Das muss erst einmal verdaut werden. Aber wir werden sicher auch keine Klage einreichen oder so einen Quatsch machen.“

Wichtiger sei vielmehr, dass endlich wieder Sport getrieben werden könne: „Wir sehnen die Freigabe der Hallen herbei, damit wir endlich wieder spielen können.“

Altendorfs Erste atmet sogar auf

Ähnlich sieht es auch Elrichs Abteilungsleiter-Kollege Sebastian Balster vom SV Altendorf-Ulfkotte. „Die Entscheidung des DTTB ist für mich auf jeden Fall nachvollziehbar. Wenn sich das Ganze bis zu den Sommerferien hingezogen hätte, wer weiß, ob dann überhaupt noch genug Spieler da gewesen wären?“

So atmete die Altendorfer Erste nach dem vorzeitigen Saisonende hörbar auf: In der laufenden Saison hatte das Team immer wieder mit Personalproblemen zu kämpfen gehabt. „Diese Sorge haben die Jungs nun nicht mehr“, erklärte Sebastian Balster.

Ob es für die Altendorfer Zweite in der 3. Kreisklasse mit ihrem Relegationsplatz tatsächlich zum Aufstieg reicht, ist zwar noch unklar. Balster ist aber optimistisch.

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Zustimmung findet das Vorgehen des Verbandes schließlich auch beim Vorsitzenden des TTC Lembeck, Helmut Seier. „Ich hatte unseren Trainingsbetrieb schon eingestellt, bevor das von oben verordnet wurde“, erzählt er. „Warum sollten wir uns also jetzt gegen diese Entscheidung stellen?“ Die Enttäuschung sei natürlich groß: „Das ist in der Kreisliga genauso wie in der Bundesliga.“ Aber in diesen schlimmen Zeiten gebe es letztlich Wichtigeres: „Wir sollten doch froh sein, dass wir alle noch leben.“

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