„Dazu haben wir gar nicht das Geld“: Thomas Falkowski schließt große Transfers aus

hzFußball: Oberliga

Der Trainer des SV Schermbeck spricht im Interview über die vergangene Spielzeit, den Kader der neuen Saison und erklärt, warum der SVS keine großen Transfers tätigen kann.

von Ralf Weihrauch

Schermbeck

, 28.05.2019, 16:55 Uhr / Lesedauer: 2 min

Der SV Schermbeck hat als Aufsteiger eine hervorragende Saison in der Fußball-Oberliga hingelegt. Nachdem dem SVS nun die drei Punkte aus dem Hamm-Spiel gutgeschrieben worden sind, beendet er die Spielzeit als Tabellensechster. Trainer Thomas Falkowski blickt auf eine ereignisreiche Saison zurück und wagt den Blick nach vorne.

Herr Falkowski, Sie können mit der Saison doch nur zufrieden sein, oder?

Man hat zuletzt von Wundern gelesen, so zum Beispiel, weil Hamm sich noch gerettet hat. Für mich ist unser sechster Platz eine größere Überraschung als der Nichtabstieg Hamms. Wir sind in der letzten Saison mit großem Abstand hinter Gievenbeck Zweiter geworden. In beiden Teams hat sich nicht viel verändert − und Gievenbeck ist als Letzter abgestiegen. Das zeigt, dass wir von der Mannschaft, über das Betreuer-Team bis zum Vorstand nicht viel verkehrt gemacht haben können.

Was waren für Sie die Höhe- und Tiefpunkte der Saison?

Die tollste Sache waren die fünf Siege in Folge zu Beginn der Rückrunde, die das Fundament für den Klassenerhalt bildeten. Natürlich zählen auch die Siege gegen Schalke II, den TuS Haltern und im Derby gegen Westfalia Herne dazu.

Richtige Tiefpunkte gab es nicht, allerdings waren das 0:5 in Ennepetal und der 0:4-Rückstand nach 20 Minuten in Dortmund Momente, an die ich nicht gerne zurückdenke. Das waren aber nur kurze Augenblicke, die keine große Bedeutung hatten.

Sie sind kein Trainer, der jammert, aber dennoch gab es einige Widrigkeiten, gegen die Sie zu kämpfen hatten...

Das Verletzungspech hat uns nicht gerade in die Karten gespielt. Marc Schröter hat lange gefehlt, genauso wie Benedikt Helling. Hinzu kamen auch noch die wochenlangen Ausfälle von Maik Habitz und Gökhan Turan. Wie oft Leistungsträger für ein oder zwei Spiele ausfielen, will ich gar nicht erst erwähnen.

Der Bau des Abrahamhauses hat den Trainingsablauf gestört. Wir wussten aber, dass etwas Großartiges entsteht und haben das gerne in Kauf genommen.

„Wir bleiben ein Verein, der ausbildet.“ Thomas Falkowski, Trainer SV Schermbeck

Wie läuft die Kaderplanung für die kommende Saison?

Wir haben ja schon die meisten Transfers bekannt gegeben. Es kommen vielleicht noch ein paar Spieler hinzu, aber sicherlich keine Top-Spieler aus der Regionalliga. Dazu haben wir gar nicht das Geld. Zudem bin ich sehr damit einverstanden, dass der SV Schermbeck ein Verein ist, der Spieler ausbildet.

Ich kann jetzt schon sagen, dass wir breiter aufgestellt sein werden. Es sind nun alle Positionen gleichmäßig besetzt, Verletzungen werden uns nicht mehr so sehr aus der Bahn werfen können wie in der vergangenen Saison.

Weckt der sechste Rang hohe Erwartungen für das kommende Spieljahr?

Da muss ich immer auf die Euphorie-Bremse treten. Ich fand es vermessen, dass einige nach unseren fünf Siegen schon in Richtung Regionalliga geschielt haben. Genauso kann ich nicht versprechen, dass wir wieder Sechster werden. Für uns gilt, dass wir so schnell wie möglich den Klassenerhalt sichern wollen.

Die Oberliga wird im kommenden Jahr vielleicht noch stärker. Mit Meinerzhagen kommt ein Aufsteiger, der über große finanzielle Mittel verfügt. Auch andere Clubs haben hohe Investitionen angekündigt.

Lesen Sie jetzt