Findet der SV Dorsten-Hardt einen Weg für ein Comeback seines Super-Cups?

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Das internationale F-Jugend-Turnier des SV Dorsten-Hardt lockte 20 Jahre lang Topvereine aus ganz Europa an. Dann kam 2017 das Aus. Endgültig?

Hardt

, 17.06.2019 / Lesedauer: 3 min

Fronleichnam naht − und damit eigentlich die Zeit für den Super-Cup des SV Dorsten-Hardt. 20 Mal war die Sportanlage an der Storchsbaumstraße Magnet für klangvolle Vereinsnamen aus ganz Europa. Juventus Turin und Rapid Wien, PSV Eindhoven und Feyernoord Rotterdam, Borussia Mönchengladbach und Bay Leverkusen, Schalke und der BVB gaben allemiteinander ihre Visitenkarte ab, wenn der SV Hardt zum F-Jugend-Turnier einlud. Doch dem schob der Deutsche Fußball-Bund einen Riegel vor.

F-Jugendliche, so sieht es eine DFB-Verfügung seit einigen Jahren vor, dürfen keine Turniere mit Wettbewerbs-Charakter mehr spielen. Es soll keine Gewinner, vor allem aber auch keine Verlierer geben, um die Kinder spielerischer an den Fußball heran zu führen, so die Idee dahinter. Neben Turnieren wie dem Super-Cup fielen dieser Regelung auch Stadtmeisterschaften zum Opfer. Zwischenzeitlich wurde die Verfügung auch auf die E-Junioren ausgedehnt, dort aber wieder zurückgenommen.

2017 gab‘s eine Ausnahmegenehmigung

Vor zwei Jahren bekam der SV Hardt für den Super-Cup noch einmal eine Ausnahmegenehmigung. Weil es der 20. war. Dieses Jubiläum durften die Hardter noch feiern, doch im vergangenen Jahr fiel das Traditionsturnier dann zum ersten Mal aus. War es das endgültige Aus?

Wenn es nach Stefan Gramberg, dem 1. Jugendleiter des SV Hardt, geht, nicht. „Wir würden das Turnier gerne wieder ausrichten“, sagte Gramberg am Montag auf Nachfrage unserer Redaktion. Nachfragen erreichten den Verein noch immer reichlich. „Aber wenn wir erklären müssen, dass es bei einem Turnier bei uns keinen Sieger geben dürfte, sagen gerade die Teams aus den Leistungszentren: ,Was sollen wir dann bei euch?‘.“

Andernorts geht es

Dabei wundern sich Stefan Gramberg und seine Vorstandskollegen schon ein wenig: „Andere Vereine bekommen offenbar noch Ausnahmegenehmigungen, sonst wäre zum Beispiel der Emscher-Cup nicht denkbar“, erklärt der Hardter Jugendleiter. Auch in anderen Landesverbänden werde die DFB-Regelung offenbar laxer gehandhabt als in Westfalen.

Trotzdem wollen sich Gramberg und Co. nicht entmutigen lassen. „Wir schauen uns nach Möglichkeiten um, wie wir den Super-Cup vielleicht doch wiederbeleben können. Kontakte zu Topclubs als potenziellen Teilnehmern haben wir zu Genüge. Es wäre doch schade, wenn die für immer nutzlos werden sollten.“ Vielleicht, so hofft er, gibt es Fronleichnam 2020 dann doch wieder einen Super-Cup.

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