Halbzeitbilanz für Dorstens Fußballer - wer steht über, wer unterm Strich?

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Bis auf die Oberliga sind die heimischen Amateurfußballer mit der Hinrunde durch. Zeit für eine Bilanz. Wer hat die ausgegebenen Ziele noch im Visier? Wer steht überm Strich? Wer darunter?

Dorsten, Schermbeck, Raesfeld

, 19.11.2019, 16:23 Uhr / Lesedauer: 4 min

Oberliga Westfalen

40 Punkte will Trainer Thomas Falkowski mit dem SV Schermbeck in der Oberliga so schnell wie möglich einsammeln, um den Klassenerhalt zu sichern. Zwei Spieltage vor dem Ende der Hinrunde hat der SVS die Hälfte davon im Sack, liegt also eigentlich voll im Soll und damit genau auf dem Strich..

Nach der starken Vorsaison hat sich aber in Schermbeck vielleicht doch so mancher eine etwas bessere Rolle versprochen als aktuell Platz zwölf. Das ist aber a) dem großen Verletzungspech geschuldet und b) kann es sich durchaus noch ändern, denn die Liga liegt extrem eng beisammen.

Ist der SVS in der Rückrunde komplett kann es deshalb durchaus noch nach oben gehen. Platz vier ist nur vier Punkte entfernt.

Landesliga 4

„Bloß nicht wieder direkt absteigen wie vor drei Jahren“, lautete die Devise beim SV Rot-Weiß Deuten vor Saisonbeginn. Inzwischen steht längst fest: Mit dem Abstieg hat diese Deutener Mannschaft so viel zu tun wie Schalke 04 mit der Meisterschaft. Gerade mal zwei Punkte Rückstand sind es auf Tabellenführer Kinderhaus, und den haben die Deutener genauso geschlagen wie die anderen Topteams aus Mesum und Werne.

Halbzeitbilanz für Dorstens Fußballer - wer steht über, wer unterm Strich?

Die Spieler des SV Rot-Weiß Deuten hatten in der Hinrunde deutlich öfter Grund zum Jubeln als erwartet. © Joachim Lücke

Selbst wenn sicher noch Rückschläge kommen – es müsste in der Rückrunde schon viel schief laufen, wenn die Rot-Weißen die Saison 2019/20 nicht als Erfolgskapitel in ihrer Vereinsgeschichte vermerken dürften.

Deutlicher als die Deutener kann man nicht überm Strich stehen.

Halbzeitbilanz für Dorstens Fußballer - wer steht über, wer unterm Strich?

Der Hardter Keeper Stefan Schröder ging in Ahaus zu Boden. Zum Abschluss der Hinrunde ist sein Team Tabellenletzter. © Schley

Ist Deuten in der Landesliga 4 der Ausreißer nach oben, so ist der SV Dorsten-Hardt der nach unten. Tabellenletzter und die schlechteste Abwehr der Liga sind die Hypothek, die die Hardter mit in die Rückrunde nehmen.

Und die Zuversicht, die der Blick auf den Kader in vergangenen Jahren gab, will in dieser Saison nicht so recht aufkommen. Zu viele Aktivposten haben die Storchsbaumstraße vor der Saison verlassen, zu wenige neue sind dazu gekommen. Auch wenn es nur zwei Punkte bis zum rettenden Ufer sind – bis zum Klassenerhalt wird es für die Hardter ein Ritt auf des Messers Schneide.

Aktuell liegen sie klar unterm Strich.

Kreisliga A 1 RE

Die letzten Spiele der Hinrunde liefen nicht nach dem Geschmack des SV Schermbeck II. Nachdem das Team von Trainer Sleiman Salha gleich mehrere Leistungsträger an die Oberliga-Mannschaft abgeben musste, ging der direkte Kontakt zur Tabellenspitze verloren. Aber ist das eine Nachricht, die einen Aufsteiger wirklich traurig machen muss? Denn genau das sind und bleiben die Schermbecker. Ein Aufsteiger, der sich vielleicht insgeheim mehr als den üblicherweise als Saisonziel gesetzten Klassenerhalt erhoffen durfte. Doch mit der Rolle, die das Team bislang spielt, dürfen beim SVS wirklich alle zufrieden sein – Spieler, Trainer und Vorstand.

Die SVS-Reserve liegt absolut überm Strich.

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Ilkay Kara (l.) und der SV Schermbeck II müssen sich eigentlich nicht beschweren. Der Aufsteiger spielt eine bärenstarke Saison. © Ralf Pieper

Das gilt auch für den TuS Gahlen. Nach einem Abstieg ist es immer schwierig, sich zu finden. Der TuS hat es mit neuem Trainer und neuen Spielern geschafft. Quasi heimlich, still und leise haben sich die Gahlener in die Spitzengruppe vorgeschlichen und sind plötzlich einer der ernsthaftesten Verfolger von Spitzenreiter Ramsdorf.

Der hat gegen Sinsen und Reken schon gewackelt. Wäre er in einem von beiden Spielen gefallen, wären Gahlen und Raesfeld schon wieder in Schlagdistanz. Doch auch so darf der TuS mit dem Verlauf der Hinrunde absolut zufrieden sein und findet sich eindeutig überm Strich wieder.

Für den SV Lembeck sah es zu Beginn der Saison gar nicht rosig aus. Die Mannschaft hatte einen großen Umbruch erfahren. Der neue Trainer Patrick Rohrand kannte zwar die Qualitäten seiner neuen Spieler, die er aus der A-Jugend mitbrachte. Doch wie die sich im Seniorenbereich zurecht finden würden, stand noch in den Sternen.

Die ersten Spiele schienen die Befürchtungen, dass das stark verjüngte Team nur Lehrgeld zahlen müsste, zu bestätigen. Aber inzwischen hat die Mannschaft gezeigt, was in ihr steckt, und durch die Erfolgserlebnisse auch das nötige Selbstvertrauen gesammelt.

So bietet die Jugend der Elf am Hagen inzwischen rosige Perspektiven.

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Dennis Ziegler (o.) und der SC Blau-Weiß Wulfen wurden zu Saisonbeginn öfter ausgehebelt, als ihnen lieb war. © Joachim Lücke

Nach sieben Spieltagen hatte der SC Blau-Weiß Wulfen zwei Siege und fünf Niederlagen auf dem Konto. Mehr Fehlstart geht für einen Titelaspiranten nicht. Doch seitdem? Gab es acht Siege am Stück, und die Wulfener haben sich auf Platz fünf herangepirscht.

In der tiefsten Krise hatten Trainer Daniel Schikora und der Vorstand die Aufstiegspläne ad acta gelegt, und ohne Druck ging es fortan bergauf. Allmählich kommen die Blau-Weißen aber wieder in Regionen, in denen halt wieder nach oben geschielt und der Rückstand auf Spitzenreiter Ramsdorf penibel gemessen wird. Man darf gespannt sein, ob das den Wulfener gut tut. Zur Halbzeit liegen sie gemessen am Saisonziel auf jeden Fall unterm Strich.

Ähnlich sieht es auch beim TSV Raesfeld aus. Eine kleine Schwächephase mit Niederlagen gegen Ramsdorf, Marl-Hamm und Gahlen warfen den TSV im Rennen mit den Ramsdorfern weit zurück.

Platz zwei ist natürlich kein schlechter. Nur zum Aufstieg berechtigt er nun einmal nicht, und sieben Punkte Rückstand auf den Spitzenreiter sind kein Pappenstiel.

Deshalb liegt Raesfeld genau wie Wulfen nach der Hinrunde unterm Strich.

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Die Niederlage in Ramsdorf gab Andreas Ostgathe (o.), Björn Schädlich und dem TSV Raesfeld einen kleinen Knacks. © Andreas Leistner

Etwas anders hat sich die erste Saisonhälfte wohl auch der FC Rot-Weiss Dorsten vorgestellt. Nach gutem Auftakt ging es rasch in Richtung unteres Mittelfeld, und die Rot-Weißen mussten darauf bedacht sein, sich ein Polster auf die Abstiegsränge zu verschaffen.

Das beträgt inzwischen acht Punkte. Doch Ausrutscher wie die Niederlage gegen Altendorf oder das Unentschieden gegen Weseke zeigen, dass sich der FC noch nicht in Sicherheit wiegen darf.

Fazit deshalb: knapp unterm Strich.

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Björn Gloyna, Christian Konstanczak (v.l.) und der SV Altendorf durften in der ersten Saisonhälfte zu selten jubeln. © Andreas Leistner

Dass das zweite Jahr in der A-Liga für den SV Altendorf-Ulfkotte schwer werden würde, war allen Beteiligten klar. Dass dabei zum Teil so desaströse Ergebnisse heraus kommen würden, schlug aber natürlich schon auf die Stimmung.

Dabei ist die Quelle der Altendorfer Probleme eine ganz simple: Zu oft sind die Schwarz-Weißen einfach zu wenige. Und um in der A-Liga mithalten zu können, muss der SVA halt möglichst komplett antreten.

In der Hinrunde war das zu selten der Fall, und genau deshalb liegen die Altendorfer aktuell unterm Strich.

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In der nächsten Folge unserer Bilanz blicken wir auf die heimischen B-Ligisten aus Rhade, Erle, Barkenberg und Hervest.

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