Illias Essaoudi und Sebastian Formella - von Gegnern zu Sparringspartnern

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Gegen Sebastian Formella kassierte der Dorstener Ilias Essaoudi die erste Niederlage seiner Karriere. Jetzt bereiten sich beide gemeinsam auf ihre nächsten Kämpfe vor.

Dorsten

, 18.06.2019, 11:55 Uhr / Lesedauer: 2 min

Am 29. September musste eine Serie reißen. Im Kampf um den Europameistertitel der World Boxing Organization (WBO) im Superweltergewicht standen sich mit Lias Essaoudi und Sebastian Formella zwei Boxer gegenüber, die bis dahin beide ungeschlagen waren. Lokalmatador Formella gewann den Kampf in der Hamburger Sporthalle durch Technischen K.o.. Ilias Essaoudis Traum vom EM-Titel war geplatzt. Und ausgerechnet diesen Sebastian Formella sollte Essaoudi jetzt bei der Vorbereitung auf seinen nächsten großen Kampf untertützen?

Viele meiner Bekannten haben gemeint, da müssten noch Wut oder gar Rachegelüste gegen Sebastian in mir sagen“, erzählte Essaoudi im Gespräch mit unserer Redaktion. Doch das konnte der 29-Jährige nicht verstehen. „Wir sind Boxer. Wir standen uns im Ring gegenüber. Wir sind keine Feinde.“ Und deshalb hatte der Dorstener kein Problem damit, als Formellas Boxstall EC Boxing bei ihm anfragte, ob er als Sparringspartner für den Hamburger arbeiten wolle. Im Gegenteil: „Es war eine Ehre für mich, dass EC Boxing mich trotz meiner Niederlage gegen Sebastian eingeladen hat. Das zeigt, dass ich damals so schlecht nicht gewesen sein kann und bestätigt mich in meiner Entwicklung.“

Open Air in Oberhausen

Außerdem kann Essaoudi sich so auch selbst hervorragend auf seinen nächsten Kampf vorbereiten. Der soll wie Formellas Kampf um die IBO-Weltmeisterschaft am 6. Juli stattfinden. Bei der Oberhausener „No Mercy Fightnight“ wird Open air, also unter freiem Himmel gekämpft. Essaoudi hofft deshalb auf gutes Wetter.

Sein Gegner wird voraussichtlich aus Polen kommen. „Die Verhandlungen laufen noch“, erzählt er und will deshalb noch keinen Namen nennen. Der anvisierte Gegner sei aber ein erfahrener Mann mit rund 70 Kämpfen, der ungefähr auf Weltranglistenplatz 180 stehe.

Essaoudi selbst wird derzeit auf Platz 147 der Rangliste geführt. Mit einem Sieg in Oberhausen will er sich wieder in Richtung Top 100 orientieren. „Vielleicht kann ich an der 100er-Grenze knabbern“, sagt er.

“Morgens boxen, abends auf die Schnauze hauen“

Dafür hat er mit Sebastian Formella eine Woche lang hart trainiert. „Wir verstehen uns gut, aber die Sparringsrunden waren dafür umso härter und wir haben uns nichts geschenkt. Aber so sollte es sein.“

Täglich standen zwei Trainingseinheiten an. „Morgens boxen und abends auf die Schnauze hauen“, wie es Ilias Essaoudi formuliert. Will heißen: Morgens ging es um die Technik, abends wurde dann richtig gegeneinander geboxt.

Und weil es bis zum 6. Juli noch einige Tage hin ist, wird der Dorstener kommende Woche auch noch einmal nach Hamburg reisen, dann allerdings nur für drei Tage zum Abschlusssparring.

Die Zusammenarbeit mit EC Bosing hat dem Dorstener sehr gut gefallen. „Vielleicht ergibt sich daraus auch etwas Längeres“, sagt er. Essaoudi kann sich gut vorstellen, bei Veranstaltungen in Hamburg anzutreten. „Aber das“, erklärt er, „muss die Zeit zeigen.“

Fighting Championship für Oktober geplant

Vorerst gilt die gesamte Konzentration dem Kampf am 6. Juli in Oberhausen. Erst danach kann sich Ilias Essaoudi den Terminen widmen, die für den Rest des Jahres schon fix sind wie die nächste Fighting Championship in Dorsten. Sie soll im Oktober stattfinden, der genaue Termin steht aber noch nicht fest. „Wir haben die Petrinumhalle bei der Stadt angefragt“, erzählt Essaoudi. Doch die Verwaltung habe noch keine verbindliche Zuage machen können: „Weil die Juliushalle renoviert wird, müssen viele Gruppen von dort anderswo untergebracht werden, und dadurch ist zum Beispiel die Petrinumhalle fast komplett ausgebucht.“

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