„Wir können das nicht kompensieren“: Die Sorgenfalten beim SV Hardt werden größer

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60 Minuten waren die Hardter gegen Roxel das bessere Team. Am Ende stand trotzdem eine deutliche Pleite. Dazu flogen zwei Spieler vom Platz. Am Sonntag wartet ein direkter Konkurrent.

von Niklas Berkel

Hardt

, 02.03.2020, 14:55 Uhr / Lesedauer: 3 min

Der Fußball-Landesligist SV Hardt steht vor entscheidenden Wochen. Im Abstiegskampf prasselte am Sonntag gegen den BSV Roxel aber viel auf die von Martin Stroetzel trainierte Mannschaft ein. Trotz 60 Minuten starker Leistung und einer 1:0-Führung verlor sein Team mit 1:5 und zwei Spieler. Die ohnehin großen Personalsorgen der Hardter treiben Stroetzel weitere Sorgenfalten in die Stirn.

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„Der Schiedsrichter hatte einen großen Einfluss auf das Spiel“, ärgerte sich Martin Stroetzel. Der Elfmeter, der in der 58. Minute zum Ausgleich führte, sei keiner gewesen. „Das war nicht mal eine dynamische Aktion. Wir haben den Gegner im Strafraum gestellt, dann hat Jannis Scheuch den Ball weggespitzelt. Auf einmal pfiff der Schiedsrichter.“

Zehn schwarze Minuten für die Hardt

Das schockte die Hardter, die zuvor durch Daniel Moritz (30.) in Führung gingen. Nur eine Minute nach dem Ausgleich lagen die Gastgeber bereits hinten. Und das waren noch nicht alle Schrecksekunden in den gut zehn Minuten ab dem Elfmeter.

Jannis Scheuch, bereits mehrmals im Mittelpunkt des Spiels gestanden, sollte auch in den folgenden Minuten eine wichtige Rolle in diesem Spiel einnehmen. Denn nur sieben Minuten nach dem zweiten Treffer des BSV Roxel flog der Fixpunkt der Hardter Mannschaft mit Rot vom Platz.

Nachdem Scheuch zum wiederholten Male taktisch gefoult wurde, regte er sich über seinen Gegenspieler auf. Wegen Beleidigung musste er daraufhin den Platz verlassen. „Eine richtige Beleidigung war das für mich aber nicht“, sagte sein Trainer. Vielmehr ärgerte Stroetzel, dass Roxel viel mit taktischen Fouls arbeitete, dafür aber nicht verwarnt wurde. „Meist war es Jannis, der es abbekam. Dass ein Spieler dann mal was sagt, ist normal.“

Vor der Roten Karte flog bereits Jens Lensing

Vor allem deshalb, weil zuvor meist die Hardter verwarnt wurden. So auch Jens Lensing, der nur drei Minuten vor der Roten Karte gegen Scheuch bereits mit Gelb-Rot vom Platz musste. Die Ampelkarte sah der Verteidiger für ein absichtliches Handspiel. „Jens wollte das Spiel dann schnell machen, schnappte sich direkt den Ball und wollte einwerfen“, sagte Stroetzel. Weil der Linienrichter allerdings darauf entschied, dass der Ball noch im Spiel war, musste Lensing vom Platz. Ein Platzverweis, den der Spieler selber und sein Trainer Stroetzel nicht nachvollziehen können.

„Der Ball war klar im Seitenaus“, sagt Lensing. Das hätten sogar die Gäste zugegeben – allerdings erst nach dem Spiel. „Dass sie es in so einer Situation nicht zugeben, ist verständlich“, so Lensing. Dem Schiedsrichter wollte sein Trainer ebenfalls keinen großen Vorwurf machen. „Wenn er das so sieht, muss der Schiedsrichter so handeln“, so Stroetzel.

„Ich wusste lange nicht, was ich denken sollte.“
Jens Lensing, Spieler beim SV Hardt

Dass der Linienrichter allerdings so entschied, sei unverständlich. „Er stand nur sechs, sieben Meter daneben und jeder, bis auf ihn, hat gesehen, dass der Ball im Aus war.“ Auch Lensing konnte die Entscheidung nicht verstehen, nahm den Linienrichter aber auch etwas in Schutz. „Er war noch recht jung.“

Trotzdem: Nach dem Spiel brauchte Lensing etwas Zeit, um das Spiel zu verarbeiten. „Ich wusste lange nicht, was ich denken sollte“, so der Verteidiger. „Wir haben über 60 Minuten stark gespielt, keine Chance zugelassen und auf einmal erleben wir solche zehn Minuten.“ Mit neun Mann danach war es schwierig. „Da hat es Roxel dann auch clever gemacht“, sagt Lensing. Drei weitere Treffer konnten die Gäste nachlegen.

„Wir können das nicht kompensieren.“
Martin Stroetzel, Trainer SV Hardt

Besonders bitter: In einer Woche treffen die Hardter im Abstiegskampf auf Eintracht Ahaus. Mit 18 Punkten haben die Ahauser derzeit vier mehr als die Hardt. Wollen die Hardter die Eintracht noch mit in den Abstiegsstrudel ziehen, müssen sie zumindest punkten. Am besten sogar gewinnen. Da fallen die zwei Sperren im ohnehin schmalen Hardter Kader schwer ins Gewicht.

„Wir können das nicht kompensieren“, sagt Trainer Stroetzel. Doch nichtsdestotrotz: „Jammern bringt nichts. Wir müssen uns so einstellen, dass es irgendwie klappt. Wir müssen klar kommen.“

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