Lewandowski kann einpacken - Eggert traf schon 23 Mal

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23 Tore in acht Spielen. Da kann nicht mal Robert Lewandowski mithalten. Trotzdem fürchtet der SV Lembeck keinen Wechsel von Torjägerin Zoe Eggert.

Lembeck

, 30.10.2019, 05:15 Uhr / Lesedauer: 2 min

Als sie vergangene Saison noch in der U17 spielte, schoss Zoe Eggert einmal zwölf Tore in einem Spiel. Als sie diese Saison ihr Debut bei den Seniorinnen gab, wusste ihr Trainer Christoph Burdenski deshalb, welches Sturmjuwel da auf ihn zu kam. Und Zoe Eggert lieferte.

In bislang acht Saisonspielen traf sie für das A-Liga-Team des SV Lembeck schon 23 Mal. Eine Quote, von der selbst Robert Lewandowski nur träumen kann. Trotzdem macht sich Christoph Burdenski keine Sorgen, dass seine Tormaschine von den Talentscouts anderer Clubs bald weggelockt werden könnte.

Lewandowski kann einpacken - Eggert traf schon 23 Mal

Zoe Eggert geht es beim Fußballspielen in erster Linie um den Spaß. © Joachim Lücke

Viele Nachfragen und ein Probetraining

Dabei hat es schon viele Nachfragen gegeben, und ein Probetraining beim FC Marbeck hat die 16-Jährige auch schon mal absolviert. Ein Problem wäre der Wechsel auch nicht. „Wenn Zoe sagen würde, sie wolle weiterkommen und wechseln, dann würden wir ihr ganz bestimmt keine Steine in den Weg legen“, versichert Burdenski ganz gelassen. Denn er weiß, was seine Spielerin zu diesem Thema sagt: „Mein Herz ist in Lembeck.“

„Mein Herz ist in Lembeck.“
Zoe Eggert

Dabei ist Zoe Eggert gar keine Lembeckerin, sondern Borkenerin, und mit dem Fußballspielen hat sie auch nicht am Lembecker Hagen, sondern bei Viktoria Heiden begonnen. 2009 war das. „Ich war in der dritten Klasse, als ich in den Verein ging“, erinnert sie sich. Ab und zu mal mittrainiert habe sie aber schon als i-Dötzchen.

Über die Erlebniswelt Fußball, die eine Kooperation mit dem SV Lembeck einging, kam sie schließlich vor vier Jahren zum Hagen – und fand dort genau, was sie suchte.

“Eine schöne Balance“

“Ich fühle mich hier einfach sehr wohl“, erzählt sie. „Wir spielen gut zusammen. Es ist eine tolle Gemeinschaft, und wir gehen sehr lustig miteinander um. Wenn es um den sportlichen Erfolg geht, werden wir aber auch sehr ernst. Es ist eine schöne Balance.“

Lewandowski kann einpacken - Eggert traf schon 23 Mal

Raesfelds Torhüterin Lena Lagermann (l.) versucht, den nächsten Einschlag zu verhindern. Im Derby gegen den TSV schoss Zoe Eggert ihre Saisontore 21 bis 23. © Joachim Lücke

Und darum geht es ihr. Zoe Eggert sucht beim Fußballspielen den Spaß. Höherklassig spielen? „Da hab‘ ich ein bisschen Schiss, dass ich da den Spaß verliere“, gibt sie zu. Das Probetraining beim FC Marbeck hatte sie damals zusammen mit einigen Teamkolleginnen aus der U17 bestritten, und für alle stand schon vorher fest: Entweder gehen wir alle oder keine. Der Ausgang ist bekannt. Zusammen mit ihren Altersgenossinnen wechselte Eggert – aber nur in den Seniorenbereich – und spielte weiter für Lembeck.

“Befremdlich, gegen 30-Jährige zu spielen“

Die Umstellung fiel ihr nicht allzu schwer. Allerdings räumt sie ein: „Es war schon befremdlich, wenn man in der Jugend immer gegen Gleichaltrige gespielt hat, und plötzlich steht einem eine Gegenspielerin gegenüber, die doppelt so alt ist wie man selbst.“

Über das Alter ihrer jeweiligen Gegnerin macht sich Zoe Eggert auf dem Platz allerdings nie allzu lange Gedanken. Meistens geht sie einfach an ihr vorbei. Denn ihr großes Plus, das sagt sie auch selbst, ist ihre Schnelligkeit und Wendigkeit. „Meistens bekomme ich einfach perfekte Vorlagen meiner Mitspielerinnen“, sagt sie zwar bescheiden. Aber letztlich ist es eben auch so: „Ich bin oft ein bisschen schneller am Ball als meine Gegenspielerinnen.“

Aufstieg ist kein Muss

Und dann schlägt es im gegnerischen Tor ein. Ob mit rechts oder links ist Zoe fast egal: „Lieber mit rechts, aber es geht auch mit links.“ Gegen den TSV Raesfeld am vergangenen Sonntag wieder dreimal. Lembeck ist nach dem 5:1-Derbysieg schon Tabellenzweiter. Ob da Aufstiegsträume reifen?

„Ach, das lasse ich mal offen“, sagt die 16-Jährige: „Ich reiß‘ mich eigentlich nicht darum.“ Denn eine Liga höher zu spielen, ist ihr nicht wichtig. Sie ist und bleibt eine Spaßfußballerin. Das Toreschießen? Ist fast so was wie ein schöner Nebeneffekt.

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