Dorstens langer Weg zur Tartanbahn

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Die LG Dorsten reiht seit Jahren einen Erfolg an den nächsten. Trotzdem blicken Dorstens Athleten neidvoll in die Nachbarschaft.

Dorsten

, 20.01.2020, 15:11 Uhr / Lesedauer: 2 min

Wenn Trainer Leo Monz-Dietz mit seinen Schützlingen zu Jahresbeginn vom Trainingslager aus Paderborn zurückkehrt, schwärmt er regelmäßig von den Trainingsbedingungen im dortigen Ahorn-Sportpark. Dorsten dagegen, das hat Monz-Dietz im Internet in mühsamer Recherche überprüft, sei „die einzige Stadt in NRW mit mehr als 74.000 Einwohnern, die keine wettkampftaugliche Kunststoffbahn verfügt“.

Seit Jahren kämpft Monz-Dietz für eine solche Tartanbahn. Die 100 Meter lange Gerade auf der Sportanlage an der Marler Straße war vor einigen Jahren ein Teilerfolg dieses Kampfes. Doch vergleichbar mit anderen Anlagen in Sythen oder Dülmen sei das natürlich nicht.

Dorstens langer Weg zur Tartanbahn

Leo Monz-Dietz kämpft seit vielen Jahren um eine Kunststoffbahn für Dorstens Leichtathleten. © Ralf Pieper

Hoffnungen knüpfen Dorstens Leichtathleten an das Kunstrasenprojekt des FC Rot-Weiss Dorsten. Bei den Planungen am Jahnplatz ist auch die Möglichkeit einer Kunststoffbahn für die Leichtathleten eingebunden. „Das ist auch keineswegs vom Tisch“, bestätigte Leo Monz-Dietz am Montag im Gespräch mit unserer Redaktion. Bei möglichen Finanzierungsmodellen hat Monz-Dietz zuletzt allerdings neue Fallstricke für die Leichtathleten entdeckt.

Infoabend zu „Moderne Sportstätten“

Bei einem Informationsabend der Stadt Dorsten und des Kreissportbundes (KSB) Recklinghausen zum Landes-Förderprogramm „Moderne Sportstätten“ erfuhr der Leichtathlet schnell: „Eigentlich kommen wir für dieses Förderprojekt als Antragsteller gar nicht infrage, da wir weder Eigentümer noch langfristiger Pächter einer Sportanlage sind.“

Referentin Petra Völker vom KSB empfahl Monz-Dietz, den Antrag trotzdem zu stellen, damit der Landessportbund merke, wo es bei dem Förderprogramm noch hake.

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Auch mit der Stadt Dorsten suchten die Leichtathleten noch einmal das Gespräch, um nach Lösungen zu suchen. Ergebnis: „Es gibt vielleicht doch eine Möglichkeit, wenn wir Teile einer Anlage pachten“, sagt Leo Monz-Dietz. Der Antrag auf Fördermittel aus dem Programm „Moderne Sportstätten“ ist auf jeden Fall auf dem Weg: „Heinz-Georg Schulz hat ihn als Vorsitzender des VfL Rot-Weiß Dorsten, die ja Mitglied der LG Dorsten ist, gestellt“, berichtet Monz Dietz.

Wie die Chancen stehen, wagt er allerdings nicht zu beurteilen: „Vor unserem Antrag lagen bereits elf andere vor. Nach Fristende am 31. Januar wird der Dorstener Sportausschuss in Absprache mit der Stadt und dem Stadtsportverband eine Prioritätenliste erstellen. Das Ergebnis müssen wir abwarten.“

Kindergruppen wären nicht betroffen

Und wenn die Tartanbahn in Dorsten weiter auf sich warten lässt? „Für die Kinder- und Seniorengruppen beim Dorstener LC und beim Leichtathletik-Team Dorsten wird das wohl keine Auswirkungen haben“, sagt Leo Monz-Dietz dazu: „Es ist wichtig, dass Kinder wohnortnah fachlich betreut werden. Wenn Eltern schon Zehn- oder Zwölfjährige dreimal die Woche etliche Kilometer durch die Gegend kutschieren müssen, gehen etliche davon für den Sport verloren.“

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Und die Jugendlichen und jungen Erwachsenen, die der LG Dorsten mit ihren Erfolgen in den vergangenen Jahrzehnten in ganz Deutschland einen guten Ruf beschert haben? Leo Monz-Dietz ist vorsichtig. Zu ihrer Zukunft sagt er lieber nichts. Aber wenn er höre, dass Schermbeck eine Kunststoffbahn bekommen soll und Dorsten nicht, dann könne er das einfach nicht verstehen.

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