Mitglieder halten (noch) treu zu ihren Sportvereinen in Dorsten

hzSport in Dorsten

Die Angst ist da: Kündigen Mitglieder ihre Mitgliedschaft, wenn sie ihr Sportangebot über einen längeren Zeitraum nicht nutzen können? Bislang scheint es in Dorsten nicht so zu sein.

von Niklas Berkel

Dorsten

, 25.03.2020, 10:15 Uhr / Lesedauer: 2 min

Ganz Deutschland steht still. So auch der Sport. Die Mitglieder in den Sportvereinen können ihren sportlichen Tätigkeiten nicht mehr nachgehen. Ob es nun zu vermehrten Kündigungen in den Vereinen kommt?

Ilias Essaoudi, dem das Fitnessstudio Team Assassin Dorsten gehört, teilte auf seiner Facebook-Seite zwei Beiträge, die ausdrücklich darauf hinwiesen, dass Mitglieder gerade in dieser Zeit, ihren Fitnessstudios treu bleiben sollten. Betroffen von dem Problem ist das Fitnessstudio aber noch nicht „Unsere Mitglieder sind sehr loyal“, sagt Essaoudi. Bislang ist keine Kündigung rein gekommen. „Ich hoffe, das bleibt so.“

Um seinen Mitgliedern trotzdem ein Programm bieten zu können, nutzt Essaoudi selbst gedrehte Videos. Die verschickt er an die Mitglieder. Einige davon lud er auch auf Facebook hoch. Dort macht er Übungen vor, die die Mitglieder zuhause nach machen können. „Da bekommen sie Ideen und Anregungen, was sie alles nutzen können, um auch zuhause Sport zu treiben.“

Zusätzlich dazu stellt der Dorstener Boxer seinen Mitgliedern individuelle Ernährungspläne zusammen. „Ich frage nach, was sie essen, was sie nicht essen. Was sie essen dürfen, was nicht essen sollten“, so Essaoudi. „Und dann frage ich noch, welche Ziele sie verfolgen. So entstehen die Ernährungs- und Trainingspläne.“

Insgesamt helfe Essaoudi, dass „wir eine sehr familiäre Bindung zu unseren Mitgliedern haben“. Der Boxer steht in regelmäßigem Kontakt zu seinen Mitgliedern. „Die haben alle Verständnis für die aktuelle Lage.“ Große Vereine, so der 30-Jährige, hätten da wohl mehr Probleme.

„Dann nehmen wir das hin und machen weiter“

Doch auch Heinz-Georg Schulz, Vorsitzender des VfL RW Dorsten, einer der mitgliederstärksten Vereine in Dorsten, kann von keinem Mitglied berichten, das aufgrund des Coronavirus seine Mitgliedschaft gekündigt hätte. „Ich gehe auch davon aus, dass das nicht passieren wird“, so Schulz. Und selbst wenn: „Dann ist das mal einer. Dann nehmen wir das hin und machen weiter.“

Mitgliederstarke Vereine wie der VfL haben den Vorteil, dass selbst wenn mal ein Mitglied kündige, trotzdem noch genug Einnahmen da sind. „Aber klar ist auch: Vereine leben von ihren Mitgliedsbeiträgen.“

Schulz würde die Hallen gerne wieder öffnen, aber...

Auch er stehe in regelmäßigem Kontakt zu den Mitgliedern. „Aber auch die haben alle Verständnis gezeigt. Die sehen ja auch: Es geht derzeit einfach nicht.“ Gerne würde er die Hallen wieder öffnen, um seinen Mitgliedern das übliche Sportprogramm anbieten zu können. „Aber da müssen wir jetzt alle zusammen durch.“

Viel mehr Sorgen macht sich der Vorsitzende des VfL über mögliche Verbandsabgaben. „Hoffentlich kommt es, dass wir die in den kommenden Monaten nicht mehr zahlen müssen“, so Schulz.

Das gilt es zu beachten:

Der Landessportbund Westfalen hat zu dem Thema Informationen auf der Homepage www.vibss.de bereit gestellt. Dort heißt es, dass der Mitgliedsbeitrag nach vereinsrechtlichen Grundsätzen kein Entgelt darstelle, sondern „die satzungsmäßige Verpflichtung der Mitglieder zur Verwirklichung des Vereinszwecks sei.

Der Beitrag sei demnach kein Entgelt für die Leistungen im Verein. „Insofern gilt auch nicht der bereits angesprochene Grundsatz, dass bei Wegfall der Leistung auch die Pflicht zur Gegenleistung entfällt“, so der Landessportbund.

Weiterhin äußert er sich auch zu einer möglichen Minderung des Mitgliedsbeitrag: „Der Beitrag dient insbesondere dazu, die laufenden Kosten des Vereinsbetriebs zu decken. Insofern dürfte es nicht gerechtfertigt sein, den Beitrag zu mindern. Dieselben Argumente dürften für die Beantwortung der Frage nach einem Sonderkündigungsrecht herangezogen werden können.“

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