"Nacht der Revanche" steht vor dem Aus – Differenzen zwischen Sponsoren und Veranstalter

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Die „Nacht der Revanche“, das alljährliche Radrennen in Lembeck, steht vor dem Aus. Die örtlichen Kaufleute finden harte Worte für den Veranstalter.

von Niklas Berkel

Lembeck

, 01.08.2019, 19:55 Uhr / Lesedauer: 2 min

Steht das Radrennen „Nacht der Revanche“ in Lembeck auf der Kippe? Bereits vor zwei Wochen teilte Veranstalter Michael Zuhrhausen vom RC Olympia Bottrop mit, dass er das Radrennen nach Differenzen mit der Werbegemeinschaft eigentlich nicht mehr organisieren wolle, aber aufgrund des großen Zuspruchs von Lembeckern und Radfahrern sich doch dazu entschieden habe, weite zumachen.

Nun erreichte uns eine Stellungnahme der Lembecker Interessengemeinschaft (LIG). Darin heißt es wörtlich:

„In den vergangenen Tagen und Wochen war in der Tagespresse zu lesen, dass die LIG angeblich finanzielle Zusagen für das Radrennen in Lembeck nicht eingehalten habe und sich der veranstaltende Verein gegebenenfalls daher zurückziehen wolle.

Diese Sachverhaltsdarstellung ist irreführend und falsch.

Schon seit Jahren gab es Probleme in der Abstimmung zwischen dem Veranstalter des Radrennens und der LIG. Dieses führte im Jahr 2018 zu dem Beschluss der LIG-Gesamtversammlung, die Zusammenarbeit mit dem Radrennveranstalter aufzukündigen, soweit dieser sich nicht an gewisse Vorgaben hält und insbesondere bereit ist, eine vernünftige Konzeption abzustimmen.

Trotz Zusagen des Veranstalters - noch im Dezember 2018 und Anfang des Jahres 2019 - sind diese aber nicht erfüllt worden. Der LIG blieb daher auch im Hinblick auf den Mitgliederbeschluss nur die Möglichkeit, sich von der Veranstaltung zu distanzieren. Dieses hat der Gesamtvorstand einstimmig beschlossen.

Die LIG hätte gerne das Radrennen weiter unterstützt, jedoch ließ die Unzuverlässigkeit des Veranstalters diese Möglichkeit nicht zu.“

Frank Langenhorst von der LIG sagt dazu, dass Zurhausen „immer wieder Sponsoren gegeneinander ausgespielt“ habe. Die LIG werde sich garantiert nicht mehr beteiligen. Er denkt, „dass auch die anderen Sponsoren nach und nach abziehen werden“, Langenhorst sagt: „Die Volksbank ist schon raus, ebenfalls REWE Cosanne. Wir nun auch. Da ist zuviel vorgefallen mit Herrn Zurhausen.“

Zuhausens Spitze gegen die LIG

Veranstalter Michael Zurhausen hat auf diese Vorwüfe reagiert: „Ich kann das alles nicht verstehen. Es ging mit der LIG nur um einen Drei-Jahres-Vertrag, in dem lediglich drin stand, dass die LIG für einen kleinen vierstelligen Betrag pro Jahr Titelsponsor des Radrennens bleibt.“

Warum auf einmal so ein Fass aufgemacht werde, könne er nicht verstehen. Eine kleine Spitze gegen den Vorstand des LIG konnte sich Zurhausen aber nicht verkneifen: „Acht Jahre ist alles gut gegangen. Seitdem die LIG einen neuen Vorstand hat, habe ich nur Probleme.“

„Viele Profis fragen mich bereits zu Anfang des Jahres, wann das nächste Rennen in Lembeck ist."
Michael Zurhausen, Veranstalter der "Nacht der Revanche"

Heißt das jetzt, dass das Rennen „Nacht der Revanche“ nicht mehr stattfinden wird? „Das will ich nicht“, sagt Zurhausen. Der Grund dafür ist der große Zuspruch, den er erhält. „Viele Profis fragen mich bereits zu Anfang des Jahres, wann das nächste Rennen in Lembeck ist“, sagt er. Er wolle sich nach den Ferien noch mal mit den Sponsoren zusammensetzen, um eine Lösung zu finden. „Wenn es nach uns geht, machen wir weiter. Aber das geht nur, wenn die Sponsoren da mitziehen, sonst funktioniert es in Lembeck nicht.“

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