Jetzt mit Video - so spät wurde der SV Schermbeck erlöst

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Was lange währt, wird endlich gut? Schermbecks Trainer Thomas Falkowski kann das bestätigen. Allerdings hätte er wohl lieber nicht ganz so lange gewartet.

von Ralf Weihrauch, Niklas Berkel, Armin Dille

Schermbeck, Dorsten

, 17.11.2019, 19:45 Uhr / Lesedauer: 4 min

Oberliga Westfalen

SV Schermbeck - Hammer SpVg.

2:2 (0:0)

Mit einem furiosen Schlussspurt hat der SV Schermbeck doch noch ein 2:2 gegen die Spielvereinigung Hamm gerettet. Bis zur 90. Minute sah es so aus, als sollte das Schlusslicht seinen ersten Saisonsieg holen.

Die Begegnung zeigte einmal mehr, woran das Schermbeck Spiel in dieser Saison krankt. Die Falkowski-Elf braucht zu viele Torchancen. Schon in der siebten Minute erlief Dominik Milaszewski eine zu kurze Rückgabe auf den Hammer Schlussmann, brachte den Ball aber nicht an Ivan Mandusic vorbei. Wenig später setzte er einen Kopfball über das Tor, und auch Kilian Niewerths Schuss aus 18 Metern wehrte Mandusic ab.

Video
SV Schermbeck - Hammer SpVg.

Diese drei Szenen bildeten allerdings die Schermbecker Höhepunkte in der ersten Halbzeit. Bei den Gastgebern stimmte im defensiven Bereich so gut wie alles. Die Laufbereitschaft war da, und sie gewannen auch fast jeden Zweikampf. Allerdings klappte der Spielaufbau überhaupt nicht, weil Patrick Rudolph an allen Ecken und Enden fehlte. Die Hausherren versuchten es meist mit zu ungenauen Diagonalpässen, doch auch über kurze Distanzen kamen die Zuspiele nur ganz selten an den Mann. Hamm kam so gut wie garnicht an den Schermbecker Strafraum, war aber bei zwei Freistößen von David Loheider und Niklas Sewing sehr gefährlich.

Das Schermbecker Spiel wurde nach dem Seitenwechsel nicht besser, sondern noch konfuser. Die einfach gestrickten Angriffe brachten die Hammer Abwehr nie in Gefahr.

Stattdessen erwies sich der Tabellenletzte als sehr effizient. David Loheider kam in der 55. Minute gegen zwei SVS-Verteidiger an den Ball und hämmert ihn aus 18 Metern in den Winkel. Eine knappe Viertelstunde später wuselte sich Ali Gülcan über die rechte Abwehrseite in den Strafraum und traf zum 0:2.

Im Prinzip schien die Partie damit gelaufen zu sein, denn die Schermbecker Spielweise ließ weiterhin keine Wende vermuten. Allerdings hätte der Schiedsrichter in der 72. Minute nach einem heftigen Schubser gegen Marek Klimczok durchaus auf den Elfmeterpunkt zeigen können. Nach Dominik Hanemanns Schuss aus 18 Metern, den der Keeper parierte, biss sich die Falkowski-Elf wieder unaufhörlich die Zähne an der Hammer Abwehr aus.

Doch in der 90. Minute schlug Hanemann eine Ecke, die Dominik Milaszewski per Kopf zum 1:2 über die Linie beförderte.

Zwei Minuten später, alle Schermbecker inklusive Schlussmann Cedric Drobe standen im Gästestrafraum, brachte Kilian Niewerth einen Freistoß vors Tor. Der Ball kam an den zweiten Pfosten zu Kevin Mule-Ewald, der ihn mit dem Kopf zum 2:2 ins Netz wuchtete.

Der Schermbecker Jubel über den unerhofften Punkt war riesig, zumal der SVS nun mit 20 Punkten sein erstes Ziel erreicht hat.

SVS: Drobe, Niehoff (65. Mule-Ewald), Klimczok, Zugcic, Hanemann, Milaszewski, Poch (79. Jacoby), Steinrötter, Turan (18. Miles Grumann), Niewerth, Göbel (79. Gerner).

Tore: 0:1 Loheider (55.), 0:2 Gülcan (69.), 1:2 Milaszewski (90.), 2:2 (90.+2)

Landesliga 4

TuS Altenberge - RW Deuten

0:2 (0:1)

Mit einem 2:0-Erfolg in Altenberge veredelten die Landesliga-Fußballer des SV RW Deuten eine starke Hinrunde. Mit 27 Punkten und nur zwei Zählern Rückstand auf den Tabellenführer hätte beim Aufsteiger vor der Saison keiner gerechnet.

„Ich muss der Mannschaft ein Riesenkompliment machen“, sagte Deutens Trainer Frank Frye. „Mit dem Sieg heute haben wir eine richtig gute Hinrunde zu einer sehr guten gemacht.“ Auch wenn beim Aufsteiger keiner das Wort Aufstieg in den Mund nehmen wird, sind es überraschenderweise nur zwei Zähler Rückstand auf Kinderhaus und Mesum an der Tabellenspitze.

Gegen Altenberge starteten die Gäste nicht gut in das Spiel. Erneut agierte der Gegner − wie die Gegner der vergangenen Wochen − im 3-4-3-System. „Darauf mussten wir uns am Anfang einstellen“, sagte Frye. Doch dann bekamen die Deutener mehr und mehr Sicherheit und kontrollierten das Spiel.

Mit einem Distanzschuss aus 18 Metern brachte Thomas Swiatkowski die Deutener in Front. Swiatkowski, eigentlich Stammspieler, kam bereits nach zwölf Minuten für Arthur Fell, der sich bei einem „bösartigen Foul“ (Frye) verletzte. „Thomas hatte Leistenprobleme in der Woche, hat aber eine klasse Reaktion gezeigt, als er reinkam“, sagte Frye.

Swiatkowski war es auch, dem Deuten das 2:0 verdanken konnte. Im Pressing gewann er den Ball, legte quer auf Jonas Goeke, der zur Vorentscheidung einschob (64.). Die Gastgeber wechselten zwar offensiv, doch die Abwehr um den ruheaustrahlenden Pascal Lehmkuhl im Deutener Tor ließ nichts mehr zu.

RWD: Lehmkuhl; A. Fell (12. Swiatkowski), Noetzel (77. Arifaj), Frasheri (77. Nolte), Fabisiak (77. Lachs), E. Fell, Hubert, T. Goeke, J. Goeke, Mertens, Falkenstein

Tore: 0:1 Swiatkowski (27.), 0:2 J. Goeke (64.).

VfL Senden - SV Hardt

3:2 (0:1)

Der Hardter Trainer Martin Stroetzel resümierte nach dem Spiel: „Wir haben uns selbst um den verdienten Lohn gebracht und das Spiel in fünf Minuten aus der Hand gegeben.“ Der SV Hardt präsentierte sich jedenfalls nicht als die schlechtere Mannschaft. Nach einer Balleroberung legte Daniel Moritz das Leder im Liegen quer auf Jannis Scheuch, und der beförderte den Ball zur Hardter 1:0-Führung ins Sendener Tor (17.). Pech hatte Moritz dann, als der Ball nach seinem Schuss vom Pfosten in die Arme des VfL-Keepers sprang. Mit der Hardter 1:0-Führung wurden so auch die Seiten gewechselt.

Weiter hielt der SV Hardt seine Ordnung. Zwei gute Chancen über Freistöße von Ben Beisenbusch und Tim Wellers fanden aber nicht den Weg ins Tor der Platzherren. Bei einem langen Ball des VfL stand dann Muhammes Frahman völlig frei vor Keeper Stefan Schröder und stocherte den Ball zum 1:1-Ausgleich über die Linie des Hardter Tores (72.), sein zuvor angezigtes Abseits nahm der Linienrichter anschließend zurück. Dannbewies VfL-Trainer André Bertelsbeck bei seinen Wechseln ein gutes Händchen. Fünf Minuten nach dem Ausgleich traf der eingewechselte Armen Tahiri nach einem Konter zum 2:1 für den VfL. Und der ebenfalls neu gekommene Philipp Wilbers erhöhte auf 3:1 (90.+2). Der Treffer von Moritz zum 2:3 aus Hardter Sicht (90.+3) war letztlich nur noch Ergebniskosmetik.

Hardt: Schröder; Wellers, Lensing, Einhaus (83. Braun), Buda, Bromkamp, Haarmann, Attris, Beisenbusch (83. Königshausen), J. Scheuch, Moritz.

Tore: 0:1 (17.) J. Scheuch, 1:1 (72.) Frahman, 2:1 (77.) Tahiri, 3:1 (90.+2) Wilbers, 3:2 (90.+3) Moritz.

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